Zwei Konzepte versprechen jetzt einen ganz großen Wurf für Handel und Wohnen im Herzen der Stadt /Vorlage noch im April
Die Bemühungen um Sanierung und Revitalisierung des städtischen Gebäudekomplexes Marktplatz 27 stehen vor dem Durchbruch. Das bestätigte im Gespräch mit unserer Zeitung OB Richard Arnold, der bereits in den nächsten Wochen zwei Investoren– Konzepte vorlegen will. Auch die Nachbaranwesen Marktplatz 29 und 31 werden voraussichtlich einbezogen.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Jahrelang gab es immer wieder Überlegungen und Versuche von Projektentwicklern und möglichen Investoren, dem weitläufigen Gebäudekomplex neues Leben einzuhauchen. Die Stirnseite des Gebäudes Marktplatz
27 bildet mit ihrer Ladenfront nur den kleinsten Teil des uralten Gasthauses mit einem rückwärtigen Brauereianbau. Eigentlich eine
1a-Lage am Marktplatz, doch aufgrund der Bauweise und des riesigen Sanierungsbedarfs eine Immobilie, die nur schwer zu vermarkten ist. Im Rahmen des spürbaren Aufschwungs am Marktplatz und unter Berücksichtigung der zukünftigen Flanier– und Einkaufsmeile vom Unteren Marktplatz via Ledergasse zum Gartenschaugelände scheint nun neue Dynamik in die Sache gekommen zu sein. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass zwei Investorengruppen sich jetzt einen erfreulichen Wettstreit liefern, um den Zuschlag für das Projekt zu bekommen. Zwischenzeitlich umfassen die Planungskonzepte auch die komplette, dreigliedrige Gebäudezeile Marktplatz
27 –
31, also sogar noch über das Mohrengässle hinweg. Die eine Gruppierung wird von Architekt Christof Preiß vertreten, das andere Konzept wird von der Architektengemeinschaft Miller/Nitsche betreut. Aus beiden Vorschlägen wird ersichtlich, dass am Marktplatz ein ganz großer Wurf für Handel, Wohnen und Leben in der Innenstadt gelingen könnte. Christof Preiß beschreibt, dass er mit sehr finanzkräftigen Investoren und Firmen in Kontakt stehe. Die seien in der Lage, viel Kaufkraft nach Gmünd zu ziehen. Kein Geheimnis ist ja schon seit Jahren, dass der Textilriese C
&A nach Gmünd kommen möchte. Preiß widersprach dieser Vermutung nicht, dass es sich auch um diese Firma handle, die gerne diese
1a-Lage beziehen möchte. Rund
1700 Quadratmeter Verkaufsfläche müssten für diesen Kundenmagneten geschaffen werden. Preiß ist überzeugt, dass dies gelingen könnte. Und er sei zudem auch noch mit einem zweiten Branchenriesen in Verhandlung.
Textilriese C
&A und zwei Gmünder Familienunternehmen interessiert
Auf der anderen Seite machen sich am unteren Marktplatz derzeit auch zwei bodenständige Gmünder Familienunternehmen stark, die ein kleingliedriges Konzept für die zukünftige Ladenzeile anstreben. Und von denen bekannt ist, dass sie schon seither Augenmerk auf Erhaltenswertes in der denkmalgeschützten Altstadt gelegt haben. Architekt Karl Miller lehnt sich mit seinem Konzept an den vom OB gerne gewählten Begriff von „gmünd-gerechten Lösungen“ an. Seine Planung umschließt nicht nur den Bereich Einzelhandel, sondern betont den kommunalpolitischen Willen, neue Wohnformen und das Leben in der Innenstadt zu fördern. Marktplatz
27 beinhalte trotz des gegenwärtigen, traurigen Erscheinungsbildes hierfür ganz enorme Chancen.
16 Wohnungen mit einer Durchschnittsfläche von
100 Quadratmetern seien machbar, die im Rahmen eines neuen Miteinanders zwischen Architekt und Nutzern schon weit im Vorfeld der Planung individuelle Wohnwünsche berücksichtigen sollen. Stadt-Pressesprecher Markus Herrmann erklärt, dass es außer den beiden Gruppen derzeit keine weiteren „Bewerber“ um das Projekt gebe. Die bereits erfolgte Unterbringung des Schattentheater-Museums im Freudental und im besagten Gebäudekomplex bleibe fester Bestandteil; unterschiedliche Nutzungen seien dazu geeignet, zu einer gegenseitigen Attraktivitätssteigerung beizutragen. Die Stadt wolle das Vorhaben zügig voranbringen. Noch in diesem Monat, so die Erwartung im Rathaus, sollen die Konzepte eingereicht sein, um sie zeitnah in eine öffentliche Beratung des Gemeinderats einzubringen.
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