Die Stadt Gmünd hat ihre alten Schilder seit den 90er-Jahren kontinuierlich auf den aktuellen Stand gebracht
In manchen Städten hörte man die Stadtkämmerer lautstark aufatmen, nachdem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer beim Austausch von nicht mehr normgerechten alten Verkehrsschildern ein „Schlupfloch“ gefunden hatte. Für die Stadt Gmünd ergibt sich daraus aber kein Sparpotenzial. Von Gerold Bauer
SCHWÄBISCH GMÜND. Irgendjemand reibt sich ja immer die Hände. Zunächst waren es besonders schlaue Autofahrer, die ihre gebührenpflichtige Verwarnung wegen Falschparkens mit dem Verweis ablehnten, es habe ja kein gültiges Schild auf das Parkverbot aufmerksam gemacht. Obwohl es nur sehr marginale Details sind, in denen sich die alten von den neuen Schildern unterscheiden. Die Aussage der Schilder – beim Halte– und Parkverbot genau wie bei der Ausweisung von Fußwegen – war stets klar erkennbar.
Also alle Schilder, die noch aus der Zeit vor
1992 stammen, trotzdem austauschen, um eine unumstößliche Rechtssicherheit herzustellen? Das wiederum hätte Glücksgefühle bei den Herstellern der Schilder ausgelöst, denn bei einem Stückpreis von rund
120 Euro wäre dies bundesweit einem gigantischen Konjunkturprogramm für die Schildermacher gleichgekommen. Die ohnehin unter der Wirtschaftskrise ächzenden Kommunen hingegen hätten sich etwas einfallen lassen müssen, um die in größeren Städten sechsstelligen Beträge irgendwie im Haushalt zu finanzieren.
Auch in Gmünd schwimmt man ja derzeit nicht im Geld, doch der hiesige Finanzchef kann sich nicht wegen Ramsauers Rückzieher die Hände reiben. „Bei Städten, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, ist das gar kein Thema. Zum Beispiel In Gmünd“, kommentiert der städtische Pressesprecher Markus Herrmann eine entsprechende Anfrage der Rems-Zeitung. Seit den
90er-Jahren habe man in Schwäbisch Gmünd nämlich Schritt für Schritt den aus über
20 000 Schildern bestehenden „Wald“ kontinuierlich gepflegt – sprich sukzessive erneuert.
„Dies waren eigentlich keine großen Zusatzkosten, denn wir haben immer dann, wenn ein altes Schild beschädigt oder vom Zahn der Zeit angegriffen war und sowieso hätte ausgetauscht werden müssen, ein neues aufgestellt. Deshalb sind wird im Hinblick auf die Bußgeld-relevanten Schilder bereits auf dem neuesten Stand“, so Herrmann. Darüber hinaus habe die Stadt Gmünd mit in guter Kooperation mit der Polizei auch geprüft, ob ein Verkehrszeichen überhaupt notwendig ist, und dann die überflüssigen Schilder gleich ganz weggelassen.
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