Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 16. April 2010

Ab Sommer wird der Prediger in eine Großbaustelle verwandelt, wo die Handwerker alle Register ihres Könnens ziehen werden

Umfassende Informationen gab es am Mittwoch im Bau– und Umweltausschuss des Gemeinderats zum Aufwand und Ablauf der anstehenden Umbau– und Modernisierungsarbeiten des Kulturzentrums Prediger.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Gisela Bader, Leiterin des Hochbauamts, machte in ihrem ausführlichen Vortrag allen klar, dass es sich bei diesem Projekt um viel mehr als nur um eine Renovierung eines sehr komplizierten, historischen Gebäudekomplexes handelt. Die einstige Klosteranlage hat eine wechselvolle Geschichte mit einer Vielzahl von Nutzungen hinter sich. Sogar als Kaserne diente das Gebäude. Als nach dem Zweiten Weltkrieg in Gmünd größte Wohnungsnot herrschte, wurde „die Alte Kasern’“ (Volksmund) lange Zeit Herberge für zahlreiche Familien. Vor knapp 40 Jahren folgte dann nach zähem Ringen der Umbau zum Kulturzentrum der Stadt. In Gestaltung und Technik spiegeln sich nun im Prediger die 70er-​Jahre wider. Charmant ist beispielsweise die Gestaltung des Innenhofs mit vornehmer Freitreppe und Kugelleuchten, doch völlig unmodern und auch unpraktisch ist das Haus geworden, wenn man hinter die Kulissen blickt. Gisela Bader beschrieb den enormen Nachholbedarf allein im Bereich Brandschutz, ganz zu schweigen von der altersschwachen Energie– und Lüftungstechnik dieser beliebten Versammlungs– und Veranstaltungsstätte der Bürgerschaft. Neun unterschiedliche Belüftungssysteme sind eingebaut. Vor allem lenkte Gisela Bader auch den Blick auf denkmalpflegerische Bestrebungen, mit denen die Großzügigkeit der bislang völlig verbauten Klosterkirche und auch die Originalität des historischen Kreuzgangs wieder hergestellt werden. In mehreren Abschnitten und mit einem Gesamtkostenaufwand von neun Millionen Euro wird nun das Schmuckstück des kulturellen Lebens in der Innenstadt zum Juwel der Landesgartenschaustadt 2014 hergerichtet. Trotz der Umbauarbeiten soll der Museums– und Ausstellungsbetrieb in den nächsten vier Jahren nicht unterbrochen werden. Das bevorstehende Landesjazzfestival wird die letzte Großveranstaltung im Saalbereich (Klosterkirche) sein, ehe dieser ab Sommer komplett umgebaut wird. Das Innenleben wird umgedreht: Die neue Bühne entsteht dort, wo sich die Zuschauerempore und der Zugang zum kleinen Saal befindet. Der bisherige Bühnenraum wird völlig geöffnet, wobei in diesem Teil des neuen Zuschauerbereichs dann auch wieder die mächtigen Kirchenfenster auf der Rückseite zur Geltung gebracht werden. Alle Kirchenfenster werden übrigens erneuert, auch die gesamte Außenfassade saniert. Insgesamt vergrößern die Umbauarbeiten das Raumgefühl im einstigen Kirchenschiff denkmalgerecht. Die folgenden Sanierungsabschnitte umfassen in den nächsten Jahren auch die Erneuerung der Innenhofüberdachung, auf der auch die veraltete Lüftungstechnik zu finden ist. Der Haupteingang wird durch ein gläsernes Eingangsbauwerk mit einem Museumsladen aufgewertet. Der Kreuzgang und das Treppenhaus bekommen wieder eine stärkere historische Bedeutung. Enorm wird bei allen Abschnitten in einen verstärkten Brandschutz und in Verbesserung der Energietechnik und Wärmedämmung investiert. Bei der Natursteinbehandlung, bei Flaschnerarbeiten und Fensteraustausch und auch bei der Umsetzung eines denkmalgerechten Farbkonzeptes werden die Handwerker gewiss alle Register ihres Könnens ziehen müssen. „Da kann man sich nur darauf freuen“, so sprach Architekt und Stadtrat Karl Miller (Bündnis90/​Die Grünen) in seiner Stellungnahme sozusagen aus der Gmünder Seele. Voller Vorfreude natürlich auch Oberbürgermeister Richard Arnold. Er dankte allen Kräften, die sich für das Projekt und das ausgefeilte Konzept in den letzten Jahren stark gemacht haben. „Der Prediger wird ein ganz wichtiger Baustein für die Landesgartenschau, wenn sich unser Gmünd 2014 dem ganzen Land präsentieren wird.“
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen