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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 16. April 2010

Fleischerinnung Schwäbisch Gmünd traf sich in Hussenhofen zur Frühjahrs-​Innungsversammlung

„Wo steht unser Handwerk im Vergleich zum Vorjahr?“ – diese Frage warf Obermeister Jürgen Vetter bei der Frühjahrs-​Innungsversammlung der Fleischer im Gelben Haus in Hussenhofen auf.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Das Kerngeschäft, das Produzieren und verkaufen von Fleisch und Wurstwaren mache anteilig immer weniger vom Umsatz aus. Imbiss, Partyservice, Catering und Schulverpflegung seien immer mehr die Sparten, mit denen die Umsätze gehalten werden müssten. Damit einher gehe ein immer größerer Zeitaufwand vor allem für die Geschäftsinhaber.
Im Fleischerhandwerk habe die Marktentwicklung im vergangenen Jahr über alle Betriebstypen und Größenklassen hinweg zu einem leichten Umsatzrückgang von etwa einem Prozent geführt. Aufgrund der deutlich gesunkenen Schlachtviehpreise vor allem bei den Schweinen konnte sich die Ertragssituation auf Grund von stabilen Lohnkosten leicht verbessern. Betrachte man die verschiedenen Betriebsgrößen im Fleischerhandwerk für sich, so zeige sich ein differenziertes Bild. Hier hielten sich die Umsatzrückgänge und Steigerungen weitgehend die Waage. Während kleinere Betriebe zumeist Einbußen hinnehmen mussten, konnten größere Betriebe mehrheitlich leicht Zuwächse erzielen.
Der Fleischverzehr pro Kopf sei im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen und verteilte sich auf 39 kg Schweinefleisch, 8,5 kg Rind und Kalbfleisch. Gewinner sei wiederum Geflügelfleisch, das auf 11,3 kg pro Kopf kam. Schade sei, dass dieser Markt fast gänzlich über Großmarkt und Discount bedient werde.
Der mobile Verkauf legte weiter zu. Auf Wochenmärkten mit ihrem anspruchsvollen, aber auch konsumfreudigeren Publikum könnten die Anbieter aus dem Fleischerhandwerk ihre Stärken wie absolute Frische, Regionalität und Vielfalt voll ausspielen. Die Ausdünnung der Nahversorgungsstrukturen und Verödung der Kernstädte reiße immer größere Versorgungslücken.
Als Alternative zu Ampel und sonstigen Kennzeichnungswucherungen habe der Verband den Ordner „Unsere Wurst“ erarbeitet. Sie stelle neben den ausführlichen Sachinformationen die besondere Wertigkeit handwerklich hergestellter Fleischerzeugnisse dar. Was man im Preiskampf von Discountern und Lebensmittelmärkten erlebe, sei seiner Auffassung nach ein neuer Tiefpunkt für Wertigkeit und Wertschätzung von Lebensmitteln: „Ein noch nie dagewesenes Verramschen, an der sich das Fleischerhandwerk weder beteiligen kann, noch will“.
Als handwerkliche Metzger verstehe man sich als ehrlicher Partner sowohl der Landwirte als auch der Kunden. So biete man nicht nur Produkte aus der Region an, sondern stärke damit auch regionale Wirtschaftskreisläufe. Das gehe aber nicht zum Dumpingpreis.
Der Ausflug im Herbst vergangenen Jahres sei wieder ein Höhepunkt des Jahres gewesen. Um so mehr bedauere er die geringe Teilnehmerzahl.
Er wünsche allen Innungsmitgliedern für die Zukunft die Kraft und das nötige unternehmerische Geschick um die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen. Die Gmünder Innung sei von den Mitgliederzahlen her doch relativ stabil und er hoffe, dass das in den nächsten Jahren auch so bleibe.
 

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