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Kultur |
Sonntag, 18. April 2010
Auszeichnung für den langjährigen Mentor der „Jazz Lights“ — 20. Internationales Jazz-Festival in Oberkochen 2010 war ein Publikumsmagnet
Den begehrten Jazzpreis Ostwürttemberg des Internationalen Jazz-Festivals Oberkochen erhielt dessen langjähriger Mentor und Leitz-Geschäftsführer Dieter Brucklacher aus der Hand von Landrat Klaus Pavel.
JAZZ (jlo). In der Laudatio würdigte Oberkochens Bürgermeister Peter Traub den Preisträger für sein hohes Engagement und seine großen Verdienste um den Jazz in der Region und darüber hinaus. Schauspieler, Regisseur und Sprecher Jochen Nix rezitierte aus dem literarischen Schaffen des Lyrikers Peter Rühmkorf. Das Frankfurt Jazz Trio begleitete die Lesung musikalisch mit Eigenkompositionen und ausgewählten Jazz-Standards.
Die Hauptabende der Jazz Lights im Carl-Zeiss-Saal „Klazz meets the Voice“ und „Fun Time“ mit Jazzlegende Nestico und der
SWR Big Band erwiesen sich als Publikumsmagneten. Countertenor Edson Cordeiro und die Klazz Brothers gerieten zur brisanten und hochexplosiven Mischung. Cordeiro’s Stimme entpuppte sich mit vier Oktaven Umfang als „achtes Weltwunder“, seine vokale Ausdruckskraft und die Bühnenpräsenz als Entertainer zogen das Publikum in den Bann. Tags zuvor präsentierten Sammy Nestico und die
SWR Big Band eine gelungene Melange melodiöser, kraftvoll swingender und groovender Titel, die das ganze Farb– und Dynamikspektrum der Big-Band-Musik widerspiegelte. Aber auch die anderen Jazz Lights Veranstaltungen hatten es in sich. Die texanische Sängerin und Bluesharp-Spielerin Kat Baloun beeindruckte durch ihre starke Bühnenpräsenz und voluminöse Stimme, während Nina T. Davis durch ihr kraftvolles, Energie geladenes Klavierspiel die perfekte Ergänzung dazu lieferte. Das vielseitige Programm der Powerfrauen faszinierte mit bluesigen Eigenkompositionen, traditionellem und modernem Chicago-Blues und groovigen Soultiteln. Tags darauf nahmen sich die Berliner Sängerin Lea W. Frey und die Brüder Peter und Bernhard Meyer an Gitarre und Bass neben ihren Eigenkompositionen unbefangen Stücken aus der Jazz– und Popgeschichte an. Sie wandelten, formten und improvisierten — mutig griffen sie in ihrer Art nach den Sternen. „Once Again“, das Programm der „Dixie Heartbreakers“, umspannte einen gekonnten Bogen von bekannten Titeln des Oldtime Jazz, Swing, eigenen Kompositionen und Ausflügen in andere Stilrichtungen wie Klezmer, Sinti– und Balkan-Jazz. Die Interpretation begeisterte mit Improvisation, Spontaneität und der herausragenden Spielfreude der Musiker.
Last not least hatte der Jazz-Nachwuchs seinen Auftritt: Die „New Talents“ der internationalen Jazzszene gaben auf der „Young Stage“ im Schloss Kapfenburg beim Präsentationskonzert des Nachwuchswettbewerbs „Jazzma
2010“ einen mitreißenden Eindruck ihres Könnens. Und mit „Ausgetickt“ schlug die „Stunde der Uhren“ des allerjüngsten Nachwuchses.
„Sekunden zerhacken, Minuten zerknacken“ — die Musicalbühne der Musikschule Oberkochen/Königsbronn, begleitet von einer Band um Reinhold Hirth, lockte Groß und Klein mit einer zeitlosen Geschichte aus dem Uhrenland.
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