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» Sport | Sonntag, 18. April 2010

Schach, Oberliga: Nach der Niederlage gegen Schmiden-​Cannstatt beendet das Team die Saison auf Platz drei

Zum Abschluss der Oberligasaison gab es für das Team der SG Gmünd (12:6) ein 3:5 gegen den Mannschaftsmeister Schmiden/​Cannstatt (16:2). Damit wurde das Oberligateam noch von Bebenhausen (12:6) durch die bessere Unterwertung vom zweiten Platz verdrängt. Dennoch sind die Gmünder als Sechste der Setzliste mit dem Verlauf der Saison mehr als zufrieden. Von Wernfried Tannhäuser

In Schmiden war das Gmünder Team (Schnitt 2126 Wertungspunkte) schon aufgrund der aktuellen Aufstellungen als krasser Außenseiter angetreten. An sechs der acht Bretter war der schon als Meister feststehende Tabellenführer (2226 Wertungspunkte) dem Gmünder Spieler mit teilweise über 200 Leistungspunkten deutlich überlegen. Der Vergleich startete gleich mit einem Dämpfer. Brett eins, an dem die Gmünder mit Frank Zeller (2414) eine Trumpfkarte ausspielen wollten, blieb unbesetzt, da der Gmünder mit seinem Fahrzeug auf der Autobahn liegen blieb und nicht mehr rechtzeitig im Spiellokal erscheinen konnte. Die erste gespielte Partie endete zwischen dem Gmünder Andreas Hönick (2118) und Mathias Holzhauer (2171) mit einem Unentschieden. Hier hatte sich keiner der beiden einen Vorteil erarbeiten können. In einer französischen Partie hatte Matthias Reichert (1941) schon zu Beginn viel Zeit verbraucht. Er kam weiter unter Druck und musste in der Folge Steffen Eisele (2174) den Sieg überlassen. Eine interessante Konstellation ergab sich an Brett zwei zwischen dem Gmünder Josef Jurek (2286) und Thilo Kabisch (2257). Der Schmidener hatte in allen bisherigen acht Runden seine Partien gewonnen. Im direkten Vergleich über lange Oberligajahre hinweg stand es aber 4:0 für Jurek. Wahrscheinlich war Kabisch wohl mit einem Remis zufrieden, denn er spielte mit den weißen Steinen nicht ambitioniert genug. In der taktischen Stellung, die später entstand, behielt der Gmünder die bessere Übersicht und erspielte einen sauberen Sieg. Als nächstes endete die Partie von Jewgeny Denisow (2099), der gegen Christian Thoma (2236) anfänglich zu Chancen kam. Nach taktischen Verwicklungen musste der junge Gmünder aber die Stärke des Schmideners anerkennen. Nun stand es 1,5:3,5 gegen die SG, die Niederlage zeichnete sich ab.
Walter Pohl (2042) kam in der Partie mit Markus Löhr (2224) wegen Entwicklungsproblemen schwer unter Druck. Doch der Schmidener übersah etwas und Walter Pohl konnte die Dame gegen Turm und Läufer erobern. Diesen Vorteil nutzte er zum Partiegewinn. Von Beginn an wenig Raum blieb Ersatzspieler Gerd Bader (1976) im Spiel mit Martin Krockenberger (2185), der sich dadurch Vorteile erspielte, die schließlich zum Gewinn reichten. Wie so oft blieb es Mannschaftsführer Andreas Weiß (2129) vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. Gegen Mark Trachtmann (2275) fand er wegen Zugumstellung nicht in seine gewünschte Variante und musste sich später gegen Angriffe wehren, die er aber unbeschadet Überstand. Seine eigenen Gewinnversuche blieben aber ebenfalls erfolglos, wodurch die Partie mit einem Remis endete.
Auch hier hat das Gmünder Team gezeigt, dass die Spieler auch vor stärkeren Mannschaften keine Angst haben müssen und mit Erfahrung und Teamgeist erfolgreich sein können. Sehr stark haben in dieser Saison wieder die Gmünder vorderen Bretter abgeschnitten. Frank Zeller (5,5 Punkte aus 8 Partien), Josef Jurek (6/​8) und Andreas Weiß (7/​9) waren die Stützen der Mannschaft. Aber auch Andreas Hönick und Youngster Jewgeny Denisow (je 5/​9) überzeugten. Gmünds Schwäche bleiben nach vielen Abgängen namhafter Spieler in den letzten Jahren die hinteren Bretter. Hier würde eine Verstärkung gut tun, um auch in den kommenden Jahren die Zugehörigkeit zur höchsten württembergischen Spielklasse zu gewährleisten.
Weitere Ergebnisse: Rommelshausen – Deizisau 2:6, Tübingen – Stuttgarter SF II 4,5:3,5, Wolfbusch – Bebenhausen 2,5:5,5, Ebersbach – Ulm 3,5:4,5.
Abschlusstabelle: 1. Schmiden/​Cannstatt 16:2, 50,0; 2. Bebenhausen 12:6, 39,0; 3. SG Gmünd 12:6, 37,5; 4. Ulm 9:9, 37,5; 5. Deizisau 9:9, 36,5; 6. Tübingen 9:9, 32,5; 7. Stuttgarter SF II 8:10, 34,5; 8. Ebersbach 6:12, 33,5; 9. Rommelshausen 6:12, 30,5; 10. Wolfbusch 3:15, 27,5.
 

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