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» Sport | Montag, 19. April 2010

Fußball, Oberliga: Normannia Gmünd gewinnt nach einem hochklassigen Spiel 4:2 beim FV Kehl

Bei herrlichem Wetter sahen 505 Zuschauer im Kehler Rhein-​Stadion eine hochklassige und temporeiche Oberligapartie mit einem verdienten 4:2-Erfolg der Normannia. Vor allem die rund 30 mitgereisten Gmünder Fans sahen eine Gmünder Mannschaft, wie man sie immer sehen möchte. Von Claus-​Jörg Krischke

Nach dem Anlauf in der zweiten Halbzeit in Denzlingen, der spielerischen Leistung in Freiberg, sollte in Kehl die Vereinigung aller Fußballtugenden folgen, und genau dies realisierten die Jungs um Kapitän Mark Mangold. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten aber dennoch einzelne Mannschaftsteile heraus: Matze Gruca als absoluter Rückhalt, bewahrte sein Team mit phantastischen Reaktionen vor einem höheren Rückstand, die Innenverteidigung mit Alex Kasunic und Kersten Göhl räumte genial vor und im Strafraum ab, auf der Sechserposition lieferte Kapitän Mark Mangold eine mehr als geniale Leistung ab und vorne ergänzten sich Stani Bergheim und Beniamino Molinari ideal. Stani Bergheim erzielte zwei Treffer und bereitete einen Treffer vor. Beni Molinari bereitete drei Treffer vor und erzielte selbst einen, und Patrick Krätschmer traf nach langer Durststrecke ebenfalls.
Die Leistung der Gmünder bewertete der Kehler Präsident Claus Haberecht bei der Pressekonferenz wie folgt: „Normannia Gmünd entpuppte sich als eine der spielerisch stärksten Mannschaften, die sich in einem Punktspiel im bisherigen Verlauf der Saison im Kehler Rheinstadion vorstellten. Unsere Gäste verrieten einen unbändigen Siegeswillen, besaßen im Mittelfeld Vorteile und verrieten im Verlauf des Treffens mehr Effektivität im Verwerten der herausgespielten Möglichkeiten.“ Kehls Trainer Bora Markovic war von den Gmündern begeistert: „Toll wie die Normannen Fußball nach vorne gespielt haben. Die waren heute besser, Wille und Einsatz stimmten zudem.“ Den Knackpunkt im Spiel seiner Mannschaft sah er allerdings beim Stande von 1:0, als in der 22. Minute Imbs allein aufs gegnerische Gehäuse zu rannte, jedoch am sensationell agierenden Matthias Gruca hängen blieb, der sich ihm entschlossen entgegen warf und den Ball unter sich begrub. Gmünds Trainer Lothar Mattner zeigte sich ob der drei Punkte in der Fremde erleichtert. „Es war ein enges Spiel“, so Mattner, „Kehl hat eine tolle Spielanlage, war jederzeit gefährlich und hat uns zunächst auseinander genommen. Nach einer Viertelstunde konnten wir endlich Fußball kreieren und in der zweiten Hälfte waren wir wirklich sehr gut.“
In der Tat begann Kehl furios, nach zwei Minuten hatte Imbs das 1:0 auf dem Fuß, aber Matze Gruca reagierte blitzschnell. Doch in der 9. Minute hatte Gruca dann doch das Nachsehen, Imbs hob den Ball gefühlvoll vom linken Strafraumeck über den Torhüter hinweg auf den entfernten Torpfosten, wo er noch die Querlatte streifte, ehe er im rechten Torwinkel einschlug. In der 22. Minute dann der von Kehls Trainer beschriebene Knackpunkt für sein Team, denn Imbs hätte das 2:0 markieren müssen, wenn eben Gruca nicht gewesen wäre.
Doch jetzt kamen die Normannen immer besser ins Spiel und gerade die beiden Spitzen Beni Molinari und Stani Bergheim zeigten fortan blindes Verständnis füreinander, das sich bezahlt machen sollte. 26. Minute spielte Giusi Catizone Beni Molinari diagonal an, der bediente von rechts den innen hereinlaufenden Bergheim, der abzog und den Ausgleich markierte.
Nach dem Wechsel zunächst nochmals Chancen auf beiden Seiten, eine Großchance für Kehl in der 47. Minute klärte Alex Kasunic auf der Linie. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Spielzüge der Normannen immer dominanter und sorgten für konstante Gefahr im Kehler Strafraum, wobei die bestens harmonierenden Bergheim und Molinari stets für Unruhe in der Kehler Abwehr sorgten. So in der 53. Minute, Pino Greco mit einem langen Pass auf Beni Molinari, der sah und bediente rechts den besser postierten Stani Bergheim, der mit einem Schuss ins lange Eck den Führungstreffer besorgte. Nur sechs Minuten später, wieder war Pino Greco der Ausgangspunkt, diesmal mit einem langen Ball auf Stani Bergheim, der flankte nach innen und Beni Molinari markierte per Kopf das 3:1.
Zwischenzeitlich musste Matze Gruca gegen Maisonneuve und Sax Kopf und Kragen riskieren, ehe Patrick Krätschmer in der 87. Minute alles klar machte. Foul an Molinari an der Strafraumgrenze, der konnte dennoch den Ball auf Patrick Krätschmer weiterleiten, dessen Schuss zum 4:1 in den Kehler Maschen landete. In der Euphorie waren die Gmünder etwas nachlässig, ein Umstand der dem KFV noch das 2:4 durch Sax bescherte.
Mit dem nächsten Gegner Spielberg haben die Normannen noch eine Rechnung vom Vorspiel offen, mit einer Leistung wie in Kehl könnte diese am kommenden Samstag beglichen werden.
FV Kehl: Kornmaier — Kaiser, Volz (72. Laifer), Maisonneuve, Sax, Zimmer, Hagen (68. Ben-​Aissa), Berger, Zimmerer (65. Zulum), Dussot, Imbs.
Normannia Gmünd: Gruca — Bergheim, Kasunic, Mangold, Krätschmer, Greco, Molinari, Fröhlich (46. Molner), Catizone (78. Glück), Göhl, Leichtle (46. Stöppler).
Stimmen zum Spiel:
Stani Bergheim: „Ein schöner Tag für mich und die Mannschaft, genial, dass ich zwei Tore gemacht habe. Danke an Beni für die Zuarbeit. Wir haben gut in die Spitze gespielt und Beni und ich haben uns gesucht und gefunden. Danke auch an Matze Gruca, der den Sieg festgehalten hat.“
Beni Molinari: „Ein verdienter Sieg nach schwachem Start. Persönlich bin ich sehr zufrieden, das ist mir noch nie passiert, dass ich drei Tore vorbereitet und eins erzielt habe. Wir haben alle heute sehr gut gespielt, aber Mark Mangold war überragend. Heute hat man sehr gut gesehen, wir brauchen ihn auch weiterhin. „
Giuseppe Catizone: „Wir haben erst nach einer Viertelstunde das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wichtig war heute die gute Chancenauswertung. Aber das muss ich unbedingt sagen, wer so ein tolles Spiel macht, wie unser Kapitän heute, der darf keinen Gedanken ans Aufhören verschwenden.“
Patrick Krätschmer: „Oh toll, das war heute mein erstes Tor in dieser Saison. Aber das Tor habe ich eigentlich Beni zu verdanken. Hatte heute ein gutes Gefühl, man sieht, wie wichtig es ist, wenn sich zwei Stürmer so gut verstehen.“
 

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