150 Jahre St. Loreto, 20 Jahre Altenpflegeschule am Institut für Soziale Berufe: Der Auftakt zum Jubiläumsjahr
Sie gehört zu den jüngeren Zweigen des Instituts für Soziale Berufe, und gewiss zu den wachstumsstärksten. Dafür sorgt schon der demographische Wandel. Die Berufsfachschule für Altenpflege besteht seit 20 Jahren. Die Mutter, das Loreto, feiert heuer das 150-Jahr-Jubiläum — gestern fand der Auftakt statt.
SCHWÄBISCH GMÜND
(rw). Am
1. April
1990 begann in St. Loreto der erste Altenpflegekurs. Albert Borzel, damals Schulleiter und Geschäftsführer, hatte
1989, als Veränderungen an der Heidenheimer Altenpflege-Schule des Caritasverbandes anstanden, zugegriffen und die Schule ans Institut nach Schwäbisch Gmünd geholt. Sein Gedanke war es, viele soziale Berufe in einem Haus zu vereinen — im Institut an der Paradiesstraße sind heute Berufsausbildungen vom Säugling bis zum alten Menschen vertreten: Erzieherin, Jugend– und Heimerziehung, Heilerziehungspflege und Altenpflege.
Davon berichtete die Bereichsleiterin der Altenpflege, Ulrike Fritsch, beim gestrigen Festakt, der in der Aula von St. Loreto stattfand. Gefeiert wurde mit Kooperationspartnern, Mitarbeitern und vielen der Ehemaligen, die heute im Beruf stehen. In den
20 Jahren ihres Bestehens haben
500 Schülerinnen und Schüler an der Loreto-Altenpflegeschule ihren Unterricht erhalten, wurden auf Prüfungen vorbereitet und bis zum Abschluss begleitet. Entstanden ist mittlerweile ein tragfähiges Netz mit vielen Verbindungen.
Institutsleiterin Heidrun Neukamm begrüßte die Gäste in der Aula, darunter Erster Bürgermeister Joachim Bläse und Staatssekretär Stefan Scheffold (
MdL) sowie den ersten Leiter der Altenpflegeschule Gerold Braig, der ihr
19 Jahre lang bis zum Herbst vergangenen Jahres vorstand. Künftige Alten-Generationen, so Heidrun Neukamm, würden nicht mehr auf der grünen Wiese, sondern in der Stadt wohnen und mobil sein wollen, so lange es möglich sei. Ambulante Angebote erhielten den Vorzug vor stationären. „Und wir können auch davon ausgehen, dass Senioren so lange wie möglich ihre Freiheiten nutzen und mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich reisen. Anstelle des Bergpanoramabildes wird ein Poster von Jimi Hendrix in die Seniorenheime Einzug halten.“ Auf die Altenhilfe kämen spannende Zeiten zu. Auch Bürgermeister Joachim Bläse sprach von der Dynamik des Berufsfeldes Altenhilfe und –pflege: „Der Wandel wird ganz extrem kommen“, die letzten
20 Jahre mit ihren Veränderungen seien ein Vorgeschmack gewesen. Stefan Scheffold zeigte sich überzeugt, dass die Pflegeberufe in den nächsten Jahren weiter stark wachsen. Die Politik biete Modellprojekte an, mache die Ausbildung attraktiver und ermögliche Abschlüsse auf berufsbegleitendem Weg. Schließlich komme die Alltagsbetreuung.
Ulrike Fritsch blickte zurück: Einige Jahre lang sei die Ausbildung auch in Teilzeitform durchgeführt worden.
2002 setzte Gerold Braig das bundesweite Altenpflegegesetz um, die Lernfelder wurden neu abgestimmt: „Der Name Gerold Braig und die Altenpflegeausbildung am Loreto sind eng verbunden. Ihm gebührt der Dank für den Aufbau und die Leitung der Schule über fast
20 Jahre.“
Mittlerweile sei die Schule im Erwachsenenalter angekommen. Sie habe schon immer ein solides, breites Fachwissen vermittelt. Leitgedanke und Tradition sei das berufsübergreifende Miteinander, hier finde keine Schmalspurausbildung statt. Und schließlich handle es sich um eine katholische Schule, an der Werte vermittelt würden und Wert gelegt werde auf den sicheren Umgang mit ethischen Problemstellungen.
Sigrid Walter und Kathrin Kelmer berichteten als Ehemalige von ihren Erfahrungen und vom Verhältnis von Berufsausbildung und –ausübung. Deutlich wurde die fortschreitende Professionalisierung. Kelmer: „Weiterbildung ist das A und O.“ Schwester Birgit sprach den Segen, bevor sich die Festgemeinschaft zu einer Aufführung in die Theaterwerkstatt begab — zu einer literarischen Revue über das Alter.
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