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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 21. April 2010

Besitzer des Bahnhofshotels knüpft Verkauf offenbar an Genehmigung von anderen Standorten für Spielautomaten

Die Stadtverwaltung will heute den Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung zum aktuellen Stand der Verkaufsverhandlungen für das Bahnhofshotel informieren. Der Rathaus-​Sprecher betont, dass die Gespräche bislang sehr kooperativ vonstatten gingen, so dass mit einem baldigen Erwerb dieses Schlüsselgrundstücks für die Landesgartenschau zu rechnen sei.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die Immobilie befindet sich im Besitz der Firma Lauser, landesweit führender Anbieter von Spielautomaten und Betreiber von Spielstätten. Die baden-​württembergische Firma bemühe sich sehr, dem negativen Image der Spielautomaten-​Branche in Deutschland entgegenzuwirken, so unterstreicht Markus Herrmann, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Die Lauser-​Spiel– und Freizeitstätten seien neuerdings sehr niveauvoll und nicht mehr zu vergleichen mit Spielautomaten-​Standorten in irgendwelchen verrauchten Ecken.
Firma Lauser will weg vom Negativ-​Image der Branche
Der Rathaus-​Sprecher will jedoch Informationen weder dementieren noch bestätigen, dass sich im Zusammenhang mit dem Erwerb des Anwesens im Gmünder Bahnhofsbereich ein außergewöhnlicher und kommunalpolitisch interessanter Handel abzeichnet. Nach Informationen unserer Zeitung drängt die Firma Lauser auf die Genehmigung mehrerer Standorte für Spielstätten in Schwäbisch Gmünd und macht davon auch die Höhe der Verkaufssumme für das Bahnhofshotel abhängig. Die Position der Stadtverwaltung offenbar: Legitimes Ansinnen, denn mit dem Bahnhofshotel gehe ja ein lukrativer Standort verloren. Und weiterhin möchte man im Rathaus Kooperation und Gespräche mit dem Unternehmen pflegen.
In der Lauser-​Firmenzentrale gab es gestern trotz Anfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme; die Auskunftsberechtigten seien unterwegs, so hieß es.
Die Stadtverwaltung vertraut auf einen baldigen Abschluss der Verkaufsverhandlungen. Kein Geheimnis ist ja, dass die Zeitfenster für die einzelnen Schritte in Richtung Umsetzung der Landesgartenschaupläne immer kleiner werden; die Zeit drängt enorm. Und beim Bahnhofshotel handelt es sich um das absolute Schlüsselgrundstück. Es befindet sich nicht nur mitten auf der Neugestaltungsfläche für Stadtumbau und Grünanlagen, sondern zum Teil auch direkt auf der Trasse für den neuen Bahnhofsboulevard. Diese neue Erschließung als Ersatz für Remsstraße, Bahnhofsbrücke und Lorcher Straße muss allen anderen Maßnahmen zeitlich sogar vorgezogen werden. Schließlich haben am abgebrochenen Remswehr auch schon die Arbeiten für den neuen Fehrlesteg und die zukünftige Autobrücke begonnen. In der Hinterhand hat die Stadtverwaltung auch die Möglichkeit, im schlimmsten Fall ein Enteignungsverfahren einzuleiten.
Begründete Nichtöffentlichkeit wegen Grundstücksangelegenheit
Doch der Sprecher der Stadtverwaltung ist sich sicher, dass davon kein Gebrauch gemacht werden müsse und unterstreicht wiederholt: Man befinde sich in sehr guten Gesprächen mit der Firma Lauser. Da gehe es nur noch um die Bedingungen, weshalb am heutigen Mittwoch der Gemeinderat informiert und um Bestätigung der Verhandlungsposition der Verwaltung gebeten wird. Weil es sich um einen privaten Verkauf handle, mithin auch Geldsummen genannt werden, sei es naturgemäß eine nichtöffentliche Beratung, so wie bei anderen Grundstücksgeschäften eben auch. Eine konkrete Summe nennt Markus Herrmann deshalb nicht. Das würde die Verhandlungen auch sehr beeinträchtigen. Grundlage seien Wertgutachten, die von beiden Seiten vorgelegt seien.
Eines nennt Herrmann als gesichert: Die an der Außenfassade des Bahnhofhotels angebrachte schmiedeeiserne Gedenktafel für das Staufergeschlecht werde erhalten bleiben und bekomme gewiss einen schönen Ehrenplatz im künftigen Gartenschaugelände.
 

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