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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 22. April 2010

Crazy for You in der Fachzeitschrift musical /​Der Mitschnitt ist am kommenden Sonntag, 25. April, im Turm-​Kino zu sehen

„Crazy for You“ betörte 6921 Besucher. Lediglich das Musical „Kiss me, Kate“ im Jahr 2008 hatte in der Geschichte des Kolping-​Musiktheaters mehr Besucher (7057). Die Wirkung dieser Produktion ist nachhaltig.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Auch viele Wochen nach den Aufführungen ist dieses fantastische Gershwin Musical noch Gesprächsstoff und begeistert Besucher und Mitwirkende gleichermaßen. Eine hohe Auszeichnung für die Gmünder Gruppe ist die Kritik in der unabhängigen Musical-​Fachzeitschrift „musicals“. Dieses Magazin versteht sich als Sprachrohr der Musicalszene und ein Muss für alle, die in dem weiten Bereich der Musiktheater-​Unterhaltung tätig sind. Seit 20 Jahren ist „musicals“ ein Marktplatz der Informationen und Spiegelbild der internationalen Musiktheaterwelt.
Inzwischen steht auch der Kinotermin; die Einladung die überragenden Leistungen aller Beteiligten auf Leinwand zu sehen gilt für alle Mitwirkenden und Freunde der Kolpingtruppe. Es ist keine Voranmeldung nötig. Am Sonntag, 25. April, um 9.30 Uhr, Turmkino Saal 1, ist diese Erfolgsproduktion der Kolping-​Truppe noch einmal zu sehen. Ob es im Herbst „Crazy for You“ im Congress Centrum Ulm zu sehen gibt, ist im Moment noch offen. Die Entscheidung der Ulmer wird jeden Tag erwartet. Gespräche haben unter dem Ulmer Veranstaltungsmanager Moser, Regio TV, Radio 7, der Südwestpresse und Daimler Ulm stattgefunden. Sollte Ulm diese Produktion haben wollen, werden es alle Musiktheater-​Mitwirkenden terminlich irgendwie möglich machen, dass diese „eingekauften“ Aufführungen zustande kommen können. Die Mitwirkenden sind natürlich jede Menge: Der Chor, die Musiker, die Tänzerinnen und Tänzer, die Solisten, die Bühnencrew – alle müssen dann mit. Gut ist, dass die Premiere des nächsten Kolping-​Musicals „erst“ Ende Februar 2011 sein wird, d.h. die Proben fürs „Neue“ werden nicht vor November beginnen. Aber ganz gleich, ob das Ulmer Interesse tatsächlich Wirklichkeit wird, „es ist ein Riesen-​Kompliment an das Kolping-​Musiktheater“, würdigen alle Beteiligten diese Anfrage – ein Kompliment an Regisseur und Hauptdarsteller Michael Schaumann, an die musikalische Leiterin Tanja Goldstein, an Choreografin Vera Braun, an Kostümbildnerin Veronica Kahle, an Bühnenbildner Reiner Schmid, an Organisatorin Ulrike Schwebel und an jeden einzelnen Mitwirkenden, ob auf der Bühne oder hinter der Bühne. Es ist ein Kompliment an das gesamte Ensemble.
Die „Gmünder Kritik“
in der Fachzeitschrift
Im Folgenden ein Auszug der in der vierten Ausgabe 2010 der „musicals“ veröffentlichten Kritik von Angela Reinhardt: „Das turbulente Stepptanzmusical mit der Musik von George Gershwin drängt sich wirklich nicht als Amateurproduktion auf: Es gibt riesige Tanzszenen, viele Szenenwechsel, und neben den zwei charismatischen, singenden und tanzenden Hauptdarstellern braucht man auch noch jede Menge treffsicherer Komiker. Aber das Kolping-​Musiktheater in Schwäbisch Gmünd schafft in der Tat Unglaubliches. Die Truppe hat bereits einige große Musicalproduktionen hinter sich (.)
Die wunderbare Broadway-​Produktion des Stücks von Mike Ockrent tourte Mitte der 90er Jahre durch Deutschland, danach lief die Geschichte des theatervernarrten Bankers Bobby Child, der mit der Postbotin Polly ein Kaff in Nevada zum zweiten Broadway macht, immerhin im Repertoire einiger deutscher Theater, stets mit deutschen Dialogen und englischen Songs. Deren Übersetzung gestatten die Geshwin-​Erben nicht, wie man nebenbei aus dem Schwäbisch Gmünder Programmheft erfährt. In der Stadt im Remstal steht nur ein einziger Profi als Gast auf der Bühne, die temperamentvolle Asita Djavadi als trotzige, süße Polly Baker. Ohne ihre Leistung und ihre innigen Gesangslinien im Geringsten schmälern zu wollen: Der Unterschied zu den Amateuren fällt eigentlich nicht auf. Regisseur und Hauptdarsteller Michael Schaumann, ein charmant herumwieselnder Bobby Child, hat exakt erfasst, worauf es ankommt: Seine Inszenierung hat Witz und Tempo, ist musikalisch und choreografisch bestens einstudiert und geht insgesamt wie am Schnürchen über die Bühne. Statt über oder untertreibender Amateure sieht man durchweg entspannte, völlig souveräne Darsteller, die sichtlich Spaß auf der Bühne haben.
Im Orchestergraben legt die reich besetzte Mick Baumeister Big Band unter Dirigentin Tanja Goldstein (der zweite Prof.) schon in der Ouvertüre ein hohes Tempo und einen satten, jazzigen Schwung vor. Auch gesungen wird auf ganz erstaunlich hohem Niveau, selbst das Englisch klingt hervorragend. Zwar klackert den gesamten Abend über nicht ein einziger Steppschuh, aber überall, wo Tanz vorgesehen ist, da findet Tanz statt – in einem einfachen, aber effektvollen Showtanz-​Stil, bestens einstudiert mit der Chorus Line aus zehn langbeinigen, schnatternden Showgirls oder mit dem gesamten, großen Ensemble, das von den beiden Choreografinnen Vera Brau und Miriam Lapini raffiniert aufgestellt und auf vollkommen homogene Übereinstimmung getrimmt wurde.
Es gibt wenige, aber große und sehr schnell drehbare Bauten, und wenn die zeitgenössischen Western– und Revue-​Kostüme vielleicht ein bisschen zu stark glitzern, beeindruckt doch ihre luxuriöse Fülle für das große Ensemble.
Die Pointen werden mit maximaler Lachwirkung abgefeuert, vom Slapstick der sich prügelnden Cowboys bis zu den liebevoll-​schrill überzeichneten Nebenfiguren oder der Doppelgänger-​Szene. Die Aufführung wirkt locker und fröhlich, nicht eine Sekunde bemüht – das Wiedersehen mit dem witzigen, musikalisch himmlischen Musical macht einfach nur helle Freude.“
 

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