Gemeinderat einstimmig für Umbau und Modernisierung des Gmünder Kultur– und Bürgerzentrums
Das Rathaus wurde gestern im wahrsten wörtlichen Sinne zum Freuden-Haus. Denn mit großer Begeisterung stimmte der Gemeinderat für die Umsetzung des großen Umbau– und Modernisierungskonzepts im Kultur– und Bürgerzentrum Prediger. Auch die Außenfassade wird renoviert. Insgesamt neun Millionen Euro werden hierfür in den nächsten drei Jahren investiert.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). „In einvernehmlicher Freude“, so beschrieben durchweg alle Fraktionssprecher ihre Zustimmung. Wie Oberbürgermeister Richard Arnold bereits im Rahmen der Vorberatung im Bau– und Umweltausschuss dargelegt hatte, ist der große Prediger-Umbau als funktionelles und auch finanzielles Teilstück im großen Rahmen der Landesgartenschau
2014 zu betrachten. Denn als Kultur-, Vereins– und Veranstaltungsstätte bildet dann der Prediger das Repräsentationsgebäude für die vielen Besucher im Herzen der Innenstadt. Schließlich will man, dass die Gartenschaubesucher nicht nur durch die Grünanlagen streifen, sondern sie sollen ja auch in die Innenstadt gelockt werden.
Das gestern nun auf den Weg gebrachte erste Auftragspaket hat ein Volumen von
3,
5 Millionen Euro. Begonnen wird jetzt im Sommer mit dem Umbau des Saalbereichs, der sozusagen gedreht wird. Die Bühne wird sich dann zukünftig im Bereich des heutigen kleinen Saals befinden. Es sollen Veranstaltungen mit bis zu
400 Besuchern möglich werden. Denkmalgerecht wird gleichzeitig diese Kirche der ehemaligen Klosteranlage wieder erleb– und sichtbarer. So werden beispielsweise die Kirchenfenster an der westlichen Giebelfront des historischen Sakralbaus wieder freigelegt und raumprägend.
CDU–Sprecher Celestino Piazza rief die vielen Jahre in Erinnerung, in denen über den Prediger-Umbau im Gemeinderat und in der gesamten Bürgerschaft mit Leidenschaft diskutiert worden sei. Gut
15 Jahre habe nun die Meinungsfindung und die Planung in Anspruch genommen. Es sei ein Wunsch von vielen kulturellen und ehrenamtlichen Kräften in Schwäbisch Gmünd, dass nun mit diesem durchdachten Konzept eine Alternative zum Stadtgarten geschaffen werde, um auch größere Kultur– und Vereinsveranstaltungen auch direkt in der Kernstadt durchführen zu können. Die neun Millionen Euro seien ein gut angelegtes Geld für die Zukunft Schwäbisch Gmünds.
„Ein durchdachtes Konzept liegt jetzt auf dem Tisch“, lobte auch Stadtrat Wolfgang Greil (
SPD). Mit Schrecken erinnere er sich an den Anblick bei einem Prediger-Rundgang, als den Stadträten vor Augen geführt wurde, dass empfindliche Gemälde und andere Gegenstände aus dem Fundus des Museums in Dachräumen direkt unter den nackten Dachziegeln eingelagert sind. Allein schon das zeige, wie enorm wichtig Wärmedämmmaßnahmen und bessere räumliche Verhältnisse im Gmünder Kulturzentrum notwendig seien.
Stadtrat Karl Miller (Bündnis
90/Die Grünen) ging fachkundig ins Detail. In der geplanten Ausführung der Dachgeschossdecke hatte er entdeckt, dass die Verwaltung drauf und dran war, am falschen Fleck zu sparen. Für eine etwas dickere Wärmedämmung müssten lediglich
4400 Euro investiert werden, was aber durch Heizenergieeinsparung schon nach einigen Jahren amortisiert wäre. Der Ergänzungsantrag wurde auch von der Verwaltung begrüßt und vom Gremium einstimmig angenommen. Ansonsten zeigten sich auch die Grünen hocherfreut angesichts des Konzeptes und des Verfahrens. FW/FDP-Fraktionsvorsitzender Ullrich Dombrowski sprach von einer „hervorragenden Planung für ein hervorstechendes Baudenkmal unserer Stadt“. Der Prediger erfülle zukünftig die Wünsche der Vereine und werde im kulturellen Leben sicherlich neue Impulse setzen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Café Margrit nannte der Stadtrat die geplante Einrichtung eines Museumscafés im Prediger unnötig. „Wir freuen uns, dass sich da was bewegt und stimmen gerne zu“, meinte Stadträtin Eva-Maria Hack (FWF). Auch Stadtrat Peter Müller (Die Linke) freute sich über den „Ausbau der kulturellen Infrastruktur“.
„Große Freude, dass es endlich losgeht“ übermittelte Stadtrat Thomas Kaiser (
CDU) in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied beim Stadtverband Musik und Gesang.
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