»
Kultur |
Freitag, 23. April 2010
Ein Werk im Werden: Hans Kloss und sein „Gmünder Epos“, der Bilderbogen zur 850-jährigen Geschichte der Stadt
Er malt und malt. Er hat sich viel vorgenommen bis zum Jahr 2012, ihn befeuert ein unermüdlicher Schaffensdrang. Und er lässt sich gerne über die Schulter schauen: Hans Kloss, der in der Grät sein „Gmünder Epos“ auf die Leinwände bannt.
MALEREI
(rw). Angefangen hat er damit im letzten April, als Atelier erhielt er den ersten Stock im schmalen Hinterhaus der Grät. Dort bringt er Szenen aus der Geschichte Gmünds zu Papier — von der Ringlegende bis ins
20. Jahrhundert — und überträgt sie anschließend in großem Format und Ölfarben auf Leinwand. Erstes Thema war die Schlacht bei Waldstetten, in welcher die reichsstädtische Streitmacht anno
1449 eine vernichtende Niederlage einstecken musste. Mittlerweile sind einige weitere Historiengemälde hinzugekommen. Wobei Hans Kloss hinzufügt, dass es ihm, Maler, der er nun einmal ist, in erster Linie um ein „gutes Bild“ geht. Sprich: die Geschichte und deren materielle Manifestationen müssen sich den Anschauungen des Malers und der Komposition des Gemäldes fügen. Das Siechenhospital Sankt Katharina erhält so gotische Spitzbogenfenster, die es nie besaß. Sie ermöglichen nach links den Ausblick auf den Salvator, nach rechts hinüber zum Reichsstadtgemäuer. Oder die Stadtansicht im Winter: Im Vordergrund genießt ein reiches Paar die Fahrt im Pferdeschlitten, hinter ihm stapft ein armes Paar durch den Schnee, barock und mittelalterlich gekleidet. Perspektivisch darüber steht eine genau gemalte Stadtansicht aus dem späten
18. Jahrhundert. Derzeit wagt Hans Kloss einen Sprung ins frühe
20. Jahrhundert: eine Innenansicht vom alten Stadtbad entsteht. Da seufzt die Gmünder Seele ganz tief.
Noch keine Kommentare vorhanden.