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» Schwäbisch Gmünd | Freitag, 23. April 2010

ZFLS zeigte beispielhaft die Chancen des Girls’Day — aber eben auch den mit diesem Aktionstag verbundenen Aufwand

Zehn Prozent Mädchen in der technischen Ausbildung: Erich Rathgeb ist das viel zu wenig. Doppelt so viele dürften es schon sein. Mit gutem Grund widmete sich also der Ausbildungschef der ZF Lenksysteme mit außergewöhnlichem Aufwand dem Girls’ Day .

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Blinkende Herzen sind nicht dem Frühlingsfest vorbehalten: 30 Mädels zeichneten am PC, bohrten, gravierten, feilten und löteten sich gestern ihre ganz eigene Herzles-​Version. Vor allem lernten sie dabei, dass Technik Spaß machen kann. Verena Kißling, Katrin Baumann und Tanja Pauser kümmerten sich um die Gäste: Die drei jungen Auszubildenden sind die beste Werbung für den Beruf der Mechatronikerin: Verena Kißling aus Böbingen etwa, 16 Jahre alt und im ersten Ausbildungsjahr, hat „ihren“ Beruf über den großen Bruder kennengelernt und sprach gestern mit ansteckender Freude über ihren Arbeitsalltag bei ZFLS. Zwei Drittel der Teilnehmerinnen war dabei, weil Mama oder Papa im Betrieb arbeiten, was ihnen eine Vorzugsbehandlung sichert: Die 13-​jährige Bianca etwa, oder Madlen, zwölf Jahre alte Heubacherin, nutzten die Chance, Papas Unternehmen kennen zu lernen. Insgesamt zehn Mädchen hatten sich übers Internet beworben – unter ihnen die elfjährige Leonie vom Rehnenhof, die einfach nur neugierig war, aber eben auch Laura aus Großdeinbach, deren Entscheidung für die Technik längst gefallen ist: Die 15-​Jährige Schülerin der Franz von Assisi-​Schule will nach der Schule Maschinenbau studieren. Sie hätte sich ein Praktikum gewünscht, akzeptierte aber auch die Möglichkeiten des Girl’s Day – wo sie Dank des Zeichenprogramms Inventor computergestützt ihr eigenes Herz entwarf um es anschließend mit anderen unvertrauten, gleichwohl faszinierenden Techniken herzustellen.
Wer nicht am Herz-​Projekt arbeitete, lernte das Ausbildungstzentrum in der Lorcher Straße kennen und beteiligte sich an einem Schwingungs– und Akkustikexperiment, das die Versuchsingenieure bereitgestellt hatten: Entspricht die Eigenfrequenz eines Bauteils den Schwingungen des laufenden Motors, verstärken sich die Geräusche im Fahrgastraum – was es zu vermeiden gilt. Technik so in jedem Fall die Botschaft, kann begeistern.
 

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