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» Ostalbkreis | Sonntag, 25. April 2010

Präventionsprojekt an der Gögginger Grundschule

Die Situation kennt jeder. Jemand möchte etwas, aber der andere sagt Nein! Bei diesem Nein gibt es Unterschiede, denn viele „Neins“ werden – unsicher ausgesprochen und manchmal gegen den eigenen Willen– zu einem Ja. Von Dorothee Wörner

GÖGGINGEN. Dass Kinder Nein sagen dürfen, ohne irgend einen Zweifel daran zu lassen, dass sie auch Nein meinen, dass sie dieses Nein mit ihrer Körperhaltung, mit ihrem Blick und mit dem Tonfall ihrer Stimme unterstreichen können, das konnten Schülerinnen und Schüler der Gögginger Grundschule bei einem Präventionsprojekt lernen.
Kindern richtige Verhaltensweisen
mit auf den Weg geben
„Mut zur Stärke“ ist ein Projekt, das mit Unterstützung des Landkreises für die vierten Klassen an Grundschulen angeboten wird. In Göggingen wurde es in dieser Woche an drei Vormittagen durchgeführt, vorausgegangen war ein Informationsabend für die Eltern. Gemeinsam mit den Klassenlehrern Josef Steeb und Olaf Schauder beteiligten sich Eberhard Schweizer von der Erziehungs– und Familienberatungsstelle St. Canisius, Susanne Ibrahimovic und Ute Hetzel vom Verein Frauen helfen Frauen e.V. und der Erlebnispädagoge Oliver Eyth daran den Gögginger Kindern richtige Verhaltensweisen zur Selbstbehauptung mit auf den Weg zu geben. Dabei soll diese Prävention eine Ergänzung zum Unterricht darstellen. Zunächst wurden die Jungen und Mädchen getrennt, damit geschlechterspezifische Stärken beleuchtet werden konnten. Es gab faire Catchrunden für Mädchen zur besseren Einschätzung der Körperkräfte und Mädchen und Jungs durften eine „Lobrede auf sich selbst“ schreiben. Unter dem Stichwort „Mein Körper gehört mir“, wurde in Rollenspielen ausprobiert, wie sich Kinder bei sexuellen Übergriffen wehren können. Unterstützt von Bildern und Musik wurden Themen behandelt wie der Umgang mit Angst oder mit Gefühlen. Die Kinder wurden ermuntert und bestärkt: „Du bestimmst wer dich berühren, streicheln oder küssen darf, niemand hat das Recht dich anzufassen, ohne dass du es willst“.
Die aktuellen Missbrauchsdiskussionen zeigen wie wichtig es ist Kinder mit diesen Themen nicht alleine zu lassen und so erfuhren sie auch wo sie sich im Fall der Fälle Hilfe holen können, denn Kinder brauchen Vertrauenspersonen für ihre schlechten Geheimnisse, so Eberhard Schweizer von der Beratungsstelle St. Canisius. „Mut zur Stärke“ solle nicht als Kampfthema, nicht als Selbstverteidigungskurs angesehen werden, sondern als Weg zur Selbstbehauptung und zur Stärkung der Selbstsicherheit. Erfreut war Schweizer darüber, dass an der Grundschule in Göggingen auch männliche Lehrkräfte unterrichten und er berichtet von einer hervorragenden Organisation und einem wohlwollenden Empfang durch die Schulleitung.
Auch bei der Vorstellung des Themas am Elternabend habe es eine große Offenheit gegeben. Den Abschluss findet die gemeinsame Arbeit für alle Beteiligten nach einem Zeitraum für Rückmeldungen demnächst in einer Nachbesprechung.
Für Anfragen und Anmeldung zum Projekt „Mut zur Stärke“ im Raum Schwäbisch Gmünd stehen mehrere Ansprechpartner zur Verfügung. Zuständig sind die Erziehungs– und Familienberatungsstelle St. Canisius , Telefon 0 71 71/​18 0820, der Verein Frauen helfen Frauen e.V., Tel. 0 71 71/​3 99 77 oder auch die Kontaktstelle gegen sexuellen Missbrauch, Tel. 0 73 61/​503474
 

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