Am Samstag fand die Eröffnung der Ausstellung „20 Jahre Gmünder Mädchenwochen“ statt
Mal provokant, mal offensiv, ein anderes Mal Grundlage für spannende Diskussionen – die Plakatmotive aus 20 Jahren Mädchenarbeit, die seit Samstag im Rahmen einer Ausstellung im Rathaus zu sehen sind, sind vielfältig. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Vielfältig wie die Mädchen selbst, merkte Sabine Rink vom Jugendtreff Oderstraße in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung „
20 Jahre Mädchenwochen“ an. Die Jugend– und Heimerzieherin gehört zu jenen, die vor
20 Jahren die Gmünder Mädchenwochen ins Leben gerufen haben. Dass die Ausstellung im Rathaus stattfinde, sei ein Zeichen der Anerkennung. „Hier in Gmünd haben wir viel erreicht, das macht uns stolz“, so Rink. Gleichzeitig sei diese Wertschätzung ein Ansporn, das Begonnene fortzuführen. Es ist nicht wenig Arbeit, die damit verbunden ist, was das Mädchenwochen-Lieblingsplakat von Rink zeigt. Es ist jenes von
1997 und trägt den Titel: „Und wer putzt das Klo?“ Einige hätten damals gefragt, was dieses Plakat denn mit den Mädchenwochen zu tun habe. Rink sprach von einer zentralen Frage. Was nütze es den Mädchen, das Abitur oder den Hochschulabschluss zu haben, wenn die Hauptlast von einigen Aufgaben, wie etwa die Pflege älterer Menschen, bei den Frauen liege? Das Engagement von Rink und ihren Kolleginnen seien Grund für den Erfolg der Mädchenwochen, so Bürgermeister
Dr. Joachim Bläse, der als Zeichen, „dass sich einiges in der Stadt bewegt“, auch die steigende Frauenquote im Gemeinderat nannte. Auch im Sport und im Beruf sei zu erkennen, dass sich grundsätzlich etwas geändert habe. Es sei wichtig, Mädchen von klein auf stark zu machen. Dennoch müsse man auch den Mut haben, zu sagen: „Auch bei den Jungs klappt nicht alles von alleine.“ In Sachen Prävention, Jugendgewalt, Alkohol und Missbrauch komme Mädchen eine Schlüsselfunktion zu. „Gmünd wäre um einiges ärmer ohne Sie und ohne die Mädchenwochen“, lobte Bläse das Engagement der Macherinnen. Die Frauenbeauftragte der Stadt, Elke Heer, freut sich über den Ideenreichtum aller Beteiligten, „davon leben die Mädchenwochen“. So ließen
57 Veranstaltungen aller Sparten erneut keine Wünsche offen. Auch die Werbeträger zeigten, so Heer, dass die Mädchenarbeit wichtig und gut sei, „ohne finanzielle Zuwendungen könnte das ganze nicht stattfinden“.
Die Mädchenwochen unter dem Motto „Gmünderinnen — hier sind wir“ finden noch bis zum
30. April statt, die Ausstellung bis zum
15. Mai.
Noch keine Kommentare vorhanden.