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» Ostalbkreis | Montag, 26. April 2010

Schwäbischer Albverein Waldstetten beschreitet eindrucksvollen Besinnungsweg

Auf dem „Franziskusweg“ in Ottenbach wanderte die Seniorengruppe des Schwäbischen Albvereins Waldstetten kürzlich nicht nur in den Frühling hinein, sondern die 30 Teilnehmer machten sich unter Führung von Anne und Franz Waibel auf einen eindrucksvollen Besinnungsweg.

WALDSTETTEN (pm). In der Ortskirche St. Sebastian erklärte Franz Waibel die Entstehung des 2008 angelegten „Franziskusweges“. Vor Jahren unternahm nämlich die örtliche Kirchengemeinde eine Wallfahrt nach Assisi, bei der die Idee geboren wurde, auf heimischen Gefilden die Werte, die Franziskus gelebt hatte, einer breiten Bevölkerungsschicht näher zu bringen.
Der Grundschulrektor von Ottenbach und ein Kunstlehrer aus Salach bereiteten erste Entwürfe vor, die von Handwerkern und Künstlern mit Objekten auf einer sieben Kilometer langen Wegstrecke realisiert wurden. Dem „Sonnengesang“, den der Hl. Franziskus am Ende seines Lebens in zehn Versen verfasst hatte, huldigten die Waldstetter Wanderfreunde in der Kirche mit dem Lied „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, ehe sie sich auf den Weg durch Ottenbach machten und hoch marschierten zum eindrucksvollen „Sonnenmotiv“. An allen Wegstationen erklärte und zitierte Anne Waibel die entsprechenden Verse des Heiligen. Im Wald beispielsweise die symbolische Darstellung von Mond und Gestirnen, auf luftiger Höhe die Kunstinstallation „Wolken, Wind und Wetter“ mit Klangelementen. Über die freie Landschaft wanderte die Gruppe im Ortsteil Kitzen zu einem Brunnen, der das Elixier „Wasser“ als Quell des Lebens verkörpert. Eine kleine Kapelle am Ortsende symbolisiert das Feuer mit einem gläsernen Schrein, wo man Kerzen entzünden konnte: „Gelobt seist Du mein Herr für das Feuer, durch das du die Nacht erhellst. Und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark“.
Station 7 verkörpert die Mutter Erde mit einem kleinen Garten, den ein abgestorbener Baum beherrscht, der das Tau des Franziskus darstellt. Daneben Glasröhren mit Erd– und Steinschichten, unter anderem Erde aus Kroatien, Sand von der Berliner Mauer, Kieselsteine vom Bodensee. Bei der nächsten Station aus Binsengeflecht mit dem Titel „Annehmen und Verzeihen“ berichtete die Wanderführerin aus dem Leben des Franziskus, der sehr lichtempfindlich gewesen ist und für die Klosterbrüder aus Binsen eine Zelle flochtete, um sein Augenleiden zu lindern. Zurück in Ottenbach schließt sich der Lebenskreis mit einer Stele auf dem Friedhof, die die ahnungsvolle Dimension symbolisiert, die weit über das Irdische hinausgeht. Der Abschluss in der Ortskirche vor den beiden Franziskusfenstern „Sonne“ und „Feuer“ bewegte die Waldstetter Gruppe zu eigenen Meditationen – ein Erlebnis, wie es auf einer Wanderung nur selten geboten wird.
 

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