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» Ostalbkreis | Donnerstag, 29. April 2010

Sanierungsmaßnahmen gestern Bürgerversammlungs-​Thema

„Oberböbingen steht in den nächsten Jahren im Mittelpunkt“ – mit diesen Worten leitete Bürgermeister Jürgen Stempfle gestern Abend die Bürgerversammlung im Rathaus ein, in der die geplanten Sanierungsmaßnahmen ausführlich vorgestellt wurden. Von Manfred Laduch

BÖBINGEN. Der alte Ortskern müsse dringend erneuert werden, damit nicht immer mehr Einwohner von dort weggehen, fuhr der Schultes fort. Er sei fest davon überzeugt, dass dieser Bereich wiederbelebt werden könne. Zu diesem Zweck habe man das auf solche Aufgaben spezialisierte Stuttgarter Büro PES beauftragt. Um die parallel dazu notwendigen Hochwasserschutzmaßnahmen kümmert sich das Mutlanger Büro LK&P.
Die Gemeinde habe alle erwarteten Zuschüsse zugesagt bekommen. Deshalb könne die Umgestaltung von Ortsdurchfahrt und Dorfplatz noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im nächsten gebaut werden. Ein wichtiger Aspekt sei auch die Erschließung von Brachflächen für neue Wohnbebauung. Und weil er ehrlich sein wolle, müsse er auch sagen, dass nicht alles ohne Erschließungsbeiträge abgehen werde, schloss Stempfle.
„Was muss ein zeitgemäßer Wohnort anbieten?“ fragte Stadtplaner Alexander Speidel zum Auftakt seines Vortrags. „Vieles – und eben auch ein gutes Umfeld“, lautete seine Antwort. Um die wichtigsten Punkte zu erfahren, habe man eine Bürgerbefragung durchgeführt und die Eigentümer über Entwicklungsmöglichkeiten der einzelnen Grundstücke beraten.
Als erstes Ergebnis stellte er die Pläne für die Gestaltung des Dorfplatzes mit Aufweitung des Klotzbachs vor. Hier sei eine kleine Kneippanlage möglich, ein Spielplatz vorgesehen, ein Pavillon für Veranstaltungen und ein Brunnen. Im Rahmen der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt hätte er gern die Einmündung der Bachstraße in die Umgehung verlegt. Dies sei grundstückstechnisch jedoch nicht möglich.
Die Ortsdurchfahrt werde eine fünf Meter breite Fahrbahn mit einengenden Rinnen plus einen 1,50 Meter breiten Gehweg erhalten – letzterer auf der Nordseite, weil dort mehr Sonne hinkommt und dann der Schnee schneller schmilzt.
Ausschreiben werde man die Maßnahme im Herbst, die Auftragsvergabe erfolge noch vor Weihnachten, damit zwischen März und November 2011 gebaut werden kann. Den letzten Abschnitt in Richtung Heubach könne man aber erst 2012 bauen, weil zuvor die Hochwasserschutzmaßnahmen fertig sein müssten, übergab er das Wort an LK&P-Ingenieur Stefan Kalmus.
Der schilderte kurz den Planungsprozess. Das Problem seien die Brücken über den Klotzbach. Sie ließen bislang nur maximal neun Kubikmeter Wasser pro Sekunde passieren. Ein solches Ereignis sei alle fünf Jahre zu verzeichnen. Künftig werden sie auf einen Querschnitt aufgeweitet, der 18,9 Kubikmeter durchlasse. Mit so viel Wasser sei statistisch nur alle 35 Jahre zu rechnen – was also einen um das siebenfache verbesserten Hochwasserschutz bedeute.
Man erwarte noch in diesem Jahr den Planfeststellungsbeschluss vom Landratsamt. 2011 könne dann das Zuschussverfahren durchgeführt werden, so dass 2012 die Durchführung anstehe.
Eine Frage, die der Gemeinderat noch vor der Sommerpause klären müsse, betreffe die Wasserleitungen. Diese seien 40 Jahre alt, man müsse sie nicht zwangsläufig auswechseln, sollte jedoch über einen Austausch nachdenken, wenn die Straße sowieso erneuert werde.
Im September eine weitere
Informationsveranstaltung
Im September werde es noch eine Informationsveranstaltung für die Anlieger geben, da auch der Strom und eventuell Kabelanschluss in die Straße verlegt werden soll, übernahm Alexander Speidel wieder die Regie. Insgesamt sei die Sanierung der 600 Meter langen Ortsdurchfahrt mit Hochwasserschutz und Dorfplatzausbau auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt.
Anschließend stelle man sich weitere Verbesserungsmaßnahmen für Oberböbingen vor. So solle in der Bucher Straße die Neugestaltung weitergeführt werden. Das wertvolle Netz der kleinen Fußwegeverbindungen gelte es zu erhalten und auszubauen. Ein neuer Fußweg sei entlang dem nordwestlichen Klotzbach-​Abschnitt vorgesehen. Im Norden sei eventuell eine weitere Bachaufweitung sinnvoll. Die Wiesenstraße, die sich in einem sehr schlechten Zustand befinde, müsse saniert werden.
Ein wichtiger Punkt stehe unter dem Titel „Wohnen am Klotzbach“. An Stelle von drei Hofstellen im Bereich zwischen Bachstraße und Klotzbach sei eine Neuordnung und Neubebauung vorgesehen. Es gehe um insgesamt 27 Wohneinheiten, die familienfreundliches Wohnen und Seniorenwohnen kombinieren sollen. Es könnten Mehrgenerationen-​Wohnhäuser in energiesparender Bauweise entstehen. Ältere Bewohner könnten aufgrund der direkten Nachbarschaft zum Seniorenzentrum dessen Essens– und Programmangebot bei Bedarf mit nutzen. Zwei der Grundeigentümer seien bereit, komplett zu verkaufen, der dritte in Teilen.
 

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