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» Ostalbkreis | Freitag, 30. April 2010

Bürgermeister Karl Bühler machte gestern deutlich, dass der Stadt Lorch im Straßenbau nicht die Arbeit, sondern das Geld ausgeht

„Die Arbeit geht uns nicht aus, aber das Geld. Da unsere Finanzen weiterhin im Sinkflug sind, müssen wir uns mit Provisorien von Schlagloch zu Schlagloch hangeln!“, kommentierte der Lorcher Schultes Karl Bühler das aktuelle Programm für die Unterhaltung der kommunalen Straßen in der Klosterstadt. Von Gerold Bauer

LORCH. Ein dickes Lob erntete Stadtbaumeister Rainer Ehmann für seinen Straßenzustandsbericht von allen drei Lorcher Gemeinderatsfraktionen. Sowohl CDU als auch die FWV und die SPD würdigten die aufwändige Erfassung und übersichtliche Darstellung aller bereits erledigten Reparaturen sowie der noch erforderlichen Maßnahmen. Seinen Vortrag hatte der Stadtbaumeister mit Lageplan-​Luftbildern sowie Detailfotos sehr anschaulich illustriert. Daraus ging hervor, dass die Stadt Lorch noch sehr große Summen investieren muss, um den Substanzerhalt nicht zu vernachlässigen.
Problematisch sind laut Ehmanns Ausführungen vor allem jene Straßen, die keinen frostsicheren Unterbau haben und zudem über keinen bituminösen Aufbau mit Tragschicht und Deckschicht verfügen. In den meisten Fällen besteht der Unterbau aus einer Steinvorlage und einer in der Stärke wechselnden Oberflächenbehandlung (Teerdecke oder Spritzdecke) mit einer Dicke von zwei bis fünf Zentimetern. Solche Straßen haben bauartbedingt unter dem harten Winter besonders stark gelitten — zumal im einen oder anderen Fall diese Straßen nicht für jenes Verkehrsaufkommen gebaut wurden, das sie inzwischen aushalten müssen. Umso wichtiger ist das zeitnahe Reparieren der Frostschäden. Wo es möglich ist, versucht die Stadt aus Kostengründen eine punktuelle Sanierung — auch mit Hilfe des „Blow-​Patcher-​Verfahrens, bei dem Schlaglöcher mit Luftdruck von losen Teilen gereinigt und danach, ebenfalls unter Druck, mit Splitt und heißem Bitumen verfüllt werden. Dies geschieht dank Spezialmaschinen rationell und günstig.
Wenn es sich um flächenhafte Schäden handelt, wähle man als wirtschaftlichstes Verfahren das komplette Aufbringen einer acht Zentimeter dicken neuen Tragdeckschicht. Wo notwendig werde die Decke aufgefräst, wobei das abgefräste Material als Unterbau liegen bleibe und verdichtet werde. Der Lorcher Stadtbaumeister machte deutlich, dass er stets darum bemüht sei, nach neuen Verfahren Ausschau zu halten, um Kosten zu sparen. Mittlerweile hätten viele Anbieter erkannt, dass Kommunen aus Kostengründen lieber sanieren als einen Vollausbau durchführen. Entsprechend entwickle sich die Technik. Laut Ehmann sei auch das Aufbringen einer neuen Spritzdecke (das klassische Verfahren mit heißem Bitumen und Splitt) keine schlechte Möglichkeit, um eine Fahrbahn wieder wasserdicht zu machen und zu schützen.
Die teuerste Maßnahme in der Lorcher Straßenbau-​Agenda 2010 ist die Sanierung der Straße auf dem Schäfersfeld, die 85 000 Euro kosten wird. Beinahe so teuer, nämlich mit kalkulierten Kosten von 80 000 Euro, wird die Sanierung der Mühlstraße Ost vom Pappelweg bis zur Fa. Sorma. In beiden Fällen wird der alte Belag abgefräst, Setzungen behoben und eine neue Asphaltdecke aufgebracht. Die Pflasterentfernung und Asphaltierung des Forstwegs wird rund 35 000 Euro und der Ausbau im Schweizertal 28 000 Euro kosten. Die Kosten für ein weiteres Dutzend kleinerer Maßnahmen ergeben zusammen einen gewaltigen Betrag, so dass sich das Gesamtvolumen auf 314 000 Euro summiert. Laut Haushaltsplan stehen aber nur 261 000 Euro für Straßenunterhaltungsmaßnahmen zur Verfügung.
 

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