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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 05. April 2010

Im neuen Kinderhaus am Stauferklinikum und besonders auch in Bartholomä freut man sich zu Ostern über die ersten Drillinge

Ostern 2010. Dieses Datum wird in den Fotoalben von Kerstin und Stefan Vogt sowie bei Fabio (zweieinhalb Jahre alt) und Noah, Louis, Ben (jeweils eineinhalb Monate klein) aus Bartholomä ganz gewiss ganz dick und bunt markiert. Denn glücklich, gesund und rechtzeitig zu den Feiertagen wurden die am 22. Februar im Stauferklinikum geborenen Drillinge nach Hause entlassen. Von Heino Schütte

SCHWÄBISCH GMÜND/​BARTHOLOMÄ. Eine Geburt gehört immer zu den größten Wundern des Lebens. Und wenn’s gleich dreifach und ohne Komplikationen geschieht, dann ist das Glück kaum in Worte zu fassen. Chefarzt Dr. Jochen Riedel von der Neugeborenen-​, Kinder– und Jugendabteilung des Stauferklinikums Schwäbisch Gmünd in Mutlangen, beschreibt das Ereignis gleichfalls freudestrahlend, aber auch sehr pragmatisch, sprich sachlich, wenn er an die besonderen Herausforderungen denkt, die er und seine Mitarbeiter gerne gemeistert haben. Das komme nicht alle Tage vor, zuletzt in Gmünd vor fünf, sechs Jahren. Seinerzeit jedoch „Schlag auf Schlag“, so dass im Gmünder Raum von den Eltern sogleich ein Drillingsclub gegründet worden sei, erinnert sich der erfahrene „Baby-​Doktor“ schmunzelnd.
Die erste Kunde vom Trio bekamen die Eltern Kerstin und Stefan Vogt bei den regulären Untersuchungen mitgeteilt. Die Mutter erzählt, dass die Familie die Möglichkeit von Zwillingen ja schon im Bewusstsein von Vorgeschichten aus dem Stammbaum hatte. Wie war das, als der Arzt dann überraschend doch bis „drei“ zählte? Kerstin Vogt: „Ich glaube, wir haben alle erst mal nur gelacht.“ Humorvoll auch der weitere Fortgang der DrillingsGeschichte: Am Rande einer Feier am Stauferklinikum hat Papa Dr. Stefan Vogt Chefarzt Dr. Jochen Riedel sinngemäß mit Fingerzeig auf seine schwangere Frau Kerstin und mit der Frage angesprochen, ob er denn „diesen Fall“ übernehmen könne. „Hoppla, die hat aber schon ein nettes Bäuchle“, dachte da Dr. Riedel nach eigenem Bekunden. Die Aufklärung war einfach: eins, zwei, drei!
Eine solche Herausforderung ist für die erst im November eingeweihte Geburts– und Kinderklinik im Grundsatz kein Zauberwerk. Schließlich brachten Dr. Riedel und sein Team ja aus dem Margaritenhospital nahtlos ihre Erfahrung mit. „Doch eine solche Drillingsgeburt muss exakt organisiert sein“, beschreibt der Chefarzt. Weil der Zeitpunkt der (Früh-)Geburt nicht kalkulierbar ist, standen bereits zur Weihnachtszeit und dann bis in den Februar hinein immer drei komplette Intensivteams rund um die Uhr auf Abruf bereit, um sofort zur Klinik zu sausen, sollte es aufgrund von Komplikationen zu einer vorgezogenen Geburt kommen.
Am 22. Februar, etwa in der 34. Schwangerschaftswoche, war es dann soweit. Das Trio, so zeigt sich Dr. Riedel erleichtert, hatte sich doch ausreichend Zeit gelassen, dass es den plangemäß bereit stehenden Ärzten ein gutes Frühgeborenen-​Geburtsgewicht präsentieren konnte: Der zarte Noah mit 1230 Gramm, der schlanke Louis mit 1860 Gramm und der kräftige Ben mit 1480 Gramm. Kerstin Vogt erinnert sich, dass sie überrascht gewesen sei, wie schnell alles passierte. An drei Intensiv-​Bettchen nebeneinander wurden die Drillinge untersucht und versorgt. Alles ging gut. Noch einige Zeit mussten die Frühgeborenen beobachtet und medizinisch umsorgt werden. Am Donnerstag durften sie nach Hause. Kerstin Vogt freut sich über die Mithilfe der ganzen Familie. Opa Georg Bühr hat sogar eigenhändig ein praktisches und süßes Drillingsbettchen gezimmert. Die ganze Gemeinde ist stolz, denn offenbar sind’s sogar die ersten Drillinge der Ortsgeschichte. Und wie wird wohl der große Bruder Fabio reagieren? Die Eltern haben sich da einen netten Trick einfallen lassen, damit bei dieser „Übermacht“ niemand zu kurz kommt. Mama, Papa und eben Fabio haben sozusagen die Patenschaft für jeweils einen der Buben übernommen. Das schafft Gleichberechtigung. Derweil freuen sich der Chefarzt und das ganze Kinderkrankenhaus auch über einen gelungenen und nahtlosen Umzug nach Mutlangen. „Zu unserer Erfahrung kam durch das neue Haus ein weiterer Motivationsschub“, beschreibt Dr. Riedel.
Die Erlebnisse im neuen Stauferklinikum seien nur positiv. Auch die Eltern und natürlich die kleinen Patienten der Kinderklinik wüssten insbesondere die Sicherheit zu schätzen, dass „hier an einem Standort nun alles für eine optimale Versorgung schnell erreichbar ist“.
Das Vertrauen spiegelt sich auch in folgender Zahl wider: Obwohl die Zahl der Geburten in Deutschland insgesamt sinkt, erblickten im ersten (Mutlanger) Quartal 2010 schon deutlich mehr Kinder das Licht der Welt als im (Gmünder) Vergleichszeitraum 2009.
 

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