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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 05. April 2010

Kreuzweg der italienischen Gemeinde zum achten Mal am Hohenrechberg dargestellt

Es ist wohl eine der eindrücklichsten Darstellungen des Kreuzweges Jesu, den Mitglieder der italienischen Gemeinde S. Giovanni Bosco aus Gmünd und Aalen gestern an den Kreuzwegstationen auf dem Weg zur Wallfahrtskirche auf dem Hohenrechberg gezeigt haben. Von Dorothee Wörner

SCHWÄBISCH GMÜND. Zum achten Mal stellten Laienschauspieler die Szenen nach. Viele hundert Gläubige hatten sich versammelt, um die Gruppe von Station zu Station zu begleiten. Neben den italienischen Mitbürgern waren auch deutsche Gläubige aus der ganzen Umgebung auf den Rechberg gekommen. Auffallend viele Kinder sahen dem Schauspiel fasziniert zu und bekamen auf diese Weise Bilder vermittelt, die den Weg Jesu bis hin zum Kreuz verständlich machten.
Franceso Paterna aus Gmünd spielte die Rolle des Jesus mit Ernst und Charisma, seine Frau Maria Paterna stellte die Gottesmutter Maria dar. Von der ersten Station bei der Pilatus den Stab über Jesus bricht bis zur elften Station, bei der Jesus ans Kreuz genagelt wird, begleiteten ihn die Mitglieder der italienischen Gemeinde in den Rollen als römische Soldaten, als Apostel, als Maria und Maria Magdalena oder als Priester. Trommelklang ertönte auf dem Weg und es folgte an jeder Station eine kurze deutsche Ansage, bevor Marcella Santisi das Mikrofon übernahm um die Szenen auf italienisch zu erläutern. Darauf folgte die Anrufung Mariens, das Ave Maria Gebet, ebenfalls in italienischer Sprache.
An der achten Station warteten Varella Giovanni, Rosa Laporta und Camalla Mauro. Geboren wurden sie in Bari, Salerno und auf Sizilien. Seit vielen Jahren leben sie in Deutschland. Sie stellten die drei weinenden Frauen dar, die Jesus auf seinem Weg zum Kreuz segnet. „Bei uns in Italien“, so erzählen sie, „ist es in jedem Dorf Tradition, den Leidensweg Jesu so echt wie möglich nachzuspielen“. Und tatsächlich scheinen die vielen Menschen, die den Weg säumen, besonders an der 11. Station, bei der Jesus ans Kreuz genagelt wird, die Passionsgeschichte nachvollziehen zu können. Gab es auf dem Weg noch das ein oder andere Gespräch, so ist es an dem Einschnitt, der Stelle vor dem letzten steilen Wegstück zur Kirche, an dem die Golgatha-​Szene spielt plötzlich sehr still.
Wie durch eine besondere Regieanweisung geführt bestrahlt die Sonne den Platz auf dem die Schauspieler die Kreuzigungsszene darstellen und es folgen in italienischer Sprache die letzten Worte Jesu: „Es ist vollbracht!“ Franceso Paterna lässt den Kopf mit der Dornenkrone sinken, was vor dem Hintergrund der noch kahlen Bäume, besonders eindrucksvoll erscheint.
Golgatha ist überall, lautet ein Gedicht von Karl Stamm, an diesem Karfreitag war Golgatha auch auf dem Rechberg. Die Gemeinde sang „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ und die Sprecherin las ein letztes Gloria al Padre e al Figlio e allo Spirito Santo, bevor sich die Wallfahrtskirche rasch zum anschließenden Gottesdienst füllte, der von Pfarrer Kenneth, dem Gemeindepfarrer der italienischen Gemeinde zelebriert wurde.
 

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