In der Heimatgemeinde Leinzell feierte Dekan i.R. Alfred Vogt
Sein goldenes Priesterjubiläum feierte am Ostermontag Pfarrer i. R. Alfred Vogt, der viele Jahre Dekan in Schwäbisch Gmünd war, mit einem Festgottesdienst in der katholischen Kirche von Leinzell. Das hatte seinen Grund darin, dass Pfarrer Vogt, der in Brasilien geboren wurde, in Leinzell aufwuchs und ihm immer verbunden blieb. Von Dietrich Kossien
LEINZELL. In der Kirche begrüßte der katholische Ortsgeistliche, Pfarrer Bernhard Weiß, besonders Domkapitular Prälat Hubert Bour aus Rottenburg als Festprediger und darüber hinaus noch viele Gäste, unter denen sich auch Leinzells Bürgermeister Ralph Leischner befand. Besonders freute sich Pfarrer Weiß darüber, dass Alfred Vogt sein Jubiläum in seiner Heimatgemeinde und in der Georgskirche feiern wollte. Pfarrer Alfred Vogt begrüßte ebenfalls die vielen Besucher und erinnerte an seine Jugend in Leinzell – und dass an dieser Stelle vor fünfzig Jahren der Tag seiner Primiz etwas sehr Schönes für ihn gewesen sei. Eine Prägung sei für ihn vom
2. Vatikanischen Konzil ausgegangen, das Bewegung in die Kirche und in die Herzen gebracht habe.
„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
Biblisches Leitmotiv von Pfarrer Alfred Vogt
Ein Wort aus dem
2. Timotheusbrief habe ihn durch die Jahrzehnte begleitet: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Text war dann auch Teil der Lesung. „Singet dem Herrn ein neues Lied“ trug der Chor „Cantate Domino“ unter der Leitung von Fred Eberle vor, der durch seinen eindrucksvollen Gesang dem Gottesdienst eine zusätzliche und besonders festliche Note gab.
Nach dem Evangelium hielt Domkapitular Prälat Hubert Bour die ungemein eindrucksvolle Predigt, die dem Jubilar gewidmet war. Dieser sei von Leinzell aus aufgebrochen, um als Priester dort zu wirken, wo er gebraucht worden sei. Das wäre sicher ein Grund für eine Lobrede, versicherte Bour. Eine solche Laudatio aber wolle der Jubilar nicht. Stattdessen werde er daher über das von Pfarrer Vogt gewählte Leitwort sprechen, das man heute ganz besonders brauche und das Pfarrer Vogt immer begleitet habe — wie auch die Impulse, die vom
2. Vatikanischen Konzil ausgegangen waren. Darin habe Vogt eine erneuerte Vision der Kirche gefunden; einer Kirche, die immer unterwegs sei und auch nach ihrem eigenen Selbstverständnis frage.
Das gelte auch heute. So sollte es eine Kirche sein, in der alle zu Hause sind; keine unbewegliche Institution also, sondern eine religiöse Gemeinschaft, die immer wieder der Erneuerung bedürfe, um Kirche in der Welt und für die Welt zu sein. So könne sie Anwalt der Menschen und seiner unveräußerlichen Würde sein.
Prälat Bour wies auf konservative Kräfte im katholischen Glauben hin und kritisierte hierbei besonders die Aktivitäten der Pius-Bruderschaft. Er war jedoch der Meinung, dass sich die Maxime des
2. Vatikanischen Konzils durchsetzen werden. Und „das sei auch im Sinne des Jubilars, der Bruder aller sein wollte“.
Der Prälat hatte allen aus dem Herzen gesprochen und durfte sich über spontanen Beifall freuen. Nach dem Gottesdienst gab es im neuen Gemeindezentrum eine weitere Gelegenheit, Pfarrer Vogt zu seinem Jubiläum zu gratulieren.
Vor
50 Jahren wurde Pfarrer Vogt vom damaligen Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart,
Dr. Carl Joseph Leiprecht, zum Priester geweiht. In Tübingen und München hatte er Theologie studiert. Im Gmünder Raum war Vogt unter anderem auf dem Rehnenhof und in Waldstetten Pfarrer, nachdem er zuvor sechs Jahre Kaplan in der Pfarrei St. Franziskus in Schwäbisch Gmünd gewesen war.
1989 wurde er zum Dekan des damaligen Gmünder Dekanats gewählt. Bis zur Pensionierung im Jahr
2002 hatte er dieses Amt inne. Viele Jahre war er darüber hinaus Stellvertretender Kreisdekan des Katholischen Dekanatverbandes Ostalb.
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