Eine Absolventin des Berufskollegs für Design, Schmuck und Gerät geht ihren Weg; heute in Flensburg
Den Lebensweg einer Absolventin des Dreijährigen Berufskollegs für Design, Schmuck und Gerät in Schwäbisch Gmünd zeichnet der folgende Artikel nach. Vielleicht eine Anregung für junge Leute, ihren privaten und beruflichen Weg zu geben.
SCHWÄBISCH GMÜND (ked). Darf man heute noch einen Klassiker zitieren? Wenn ja, dann könnte über dem Werdegang von Sabin Stein, die heute in Flensburg lebt, ein Zitat von Goethe stehen: „Es glaubt der Mensch, sein Leben zu leiten, … und sein Innerstes wird unwiderstehlich nach seinem Schicksale gezogen.“
Sabin Stein wurde in Rottenburg am Neckar geboren und war zunächst in Ulm als Drogistin tätig, bevor sie auf Sylt in einer handwerklichen Goldschmiede ein Praktikum begann. Dort entwickelte sich aus der Neigung schnell eine Passion, und aus der Passion ergab sich schließlich die Entscheidung für eine reguläre Ausbildung am Dreijährigen Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät, in Schwäbisch Gmünd.
Nach drei Jahren aufeinander abgestimmter künstlerischer und handwerklicher Unterweisung verließ sie im Sommer
2003 das Berufskolleg mit einem glänzenden Abschluss. „Gmünd war die entscheidende Erfahrung. Und eigentlich hätte ich mich schon damals als Staatlich geprüfte Designerin für Schmuck und Gerät selbstständig machen können“, erinnert sie sich, „aber wen das Schicksal antreibt, der kommt nicht so schnell zur Ruhe.“
Sabin Stein zog es zurück in den Norden und dort ergänzte sie ihre Fertigkeiten durch eineinhalb Jahre Ausbildung zur Goldschmiedin. Zur Gesellenprüfung kam sie allerdings erneut nach Schwäbisch Gmünd und bestand (natürlich) wieder mit Auszeichnung. Schon während ihrer Lehrjahre entstanden die ersten eigenständigen konzeptionellen Arbeiten, in denen es ihr vor allem darum ging, die unterschiedlichsten Techniken und Materialien zu erproben.
„Experimente mache ich auch heute noch gerne. Für das Geschäft habe ich mir einen Plan gemacht“, meint sie rückblickend, „Geschäftsgründung, Ausstellungen und heimisch werden in der Stadt, in der ich auch privat angekommen bin, in Flensburg.“
Aus den Erfahrungen der Gmünder Schule formte sie schrittweise ihren eigenen Stil, der sich von geometrisch strengen Formen gelöst hat und von natürlichen, organischen oder gebundenen Linien und belebten Oberflächen bestimmt wird.
Die Anregungen für das Design nimmt sie aus der Natur mit ihren wechselnden Stimmungen, ihren Fundstücken und Schätzen. Sie nennt das: „Gestaltung, von den Elementen für die Sinne.“ Dialogisch, lebendig und werkgerecht entstehen daraus dann in ihrem Atelier Einzelstücke, Sets und Ensembles, in denen bisher überwiegend Silber und Perlen verarbeitet worden sind. Mit Produktionen wie „Land-Meer“, „Schäume“ oder „Architektur-Struktur“ ist sie auf dem Weg zu einer Gestaltung, die Ausdruck für das ist, was man nur im Schmuck sagen kann.
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