Veranstalter Rainer Kleinkunst /Koczwara gibt nach Gemeinderatsbeschluss gegen Erhöhung des Etats das Ende des Abos bekannt
Nachdem der Gmünder Gemeinderat mit der kleinstmöglichen Mehrheit die Erhöhung des Kleinkunstetats 2010 abgelehnt hat, gibt jetzt Veranstalter Rainer Koczwara das Ende der „großen Reihe“ bekannt. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. In einer gestern verschickten Presseerklärung schreibt Koczwara, dass „auf Antrag der Fraktion der Grünen mit Unterstützung der
SPD–Fraktion und der Fraktion der Linken, gegen den Willen des Oberbürgermeisters und des Kulturbürgermeisters die Mittel für die Kleinkunstreihen in Schwäbisch Gmünd nahezu halbiert“ worden seien. Logische Konsequenz sei ein nunmehr eingeschränktes Angebot des ehrenamtlich tätigen Vereins Kulturfamilie
e.V. für die Saison
2010/
2011.
Der Verein Kulturfamilie
e.V. sei der größte Kleinkunstveranstalter im Ost-albkreis. Seine Veranstaltungen würden im Schnitt von jährlich etwas über
4000 Zuschauern besucht. Die große Reihe „Kleinkunstabo“ sei mit derzeit rund
500 Abonnenten eine der bundesweit bestbesuchten Kleinkunstreihen und das mit Abstand bestbesuchte Abo des Gmünder Kulturangebots.
Würden die traditionellen Aboreihen des Kulturamtes mit einigen zigtausend Euro subventioniert, so habe es die Kulturfamilie geschafft, den Erfolg ihrer Reihe mit einem knapp fünfstelligen Eurobetrag zu bewerkstelligen. „Nunmehr wurde dieser, dem Antrag der Grünen folgend, auf nahezu Null für das Kleinkunstabo zurückgefahren“, fährt Koczwara fort. Mit den verbleibenden Mitteln werde es in Zukunft nur noch möglich sein, die kleine Reihe – derzeit durchgeführt im Gmünder Café Spielplatz – aufrecht zu erhalten. Das Herbst/Frühjahr-Programm
2010/
2011 hierfür werde Mitte Juni vorgestellt.
Die große Reihe „Gmünder Kleinkunstabo
2010/
2011“, bereits im Februar mittels Programmheft angekündigt, müsse dagegen leider abgesagt werden. Vorgesehen waren Auftritte der Künstler Christoph Sonntag, Salut Salon, Hans Klaffl, Rockapella. Hier hätte es eigentlich auch Hörfunkaufzeichnungen des
SWR–Studiobrettl geben sollen.
Damit, so Koczwara weiter, entfalle der für den
14. April publizierte Beginn des Vorverkaufs. Dies sei besonders tragisch, seien doch in diesem Jahr bis Ende der Abo-Einschreibefrist
31. März wieder eine große Zahl an Kartenwünschen eingegangen. Außerdem werde das Studiobrettl ab
2011 in seiner Bedeutung deutlich aufgewertet, indem es vom Kulturkanal
SWR 2 zum „Mainstreamkanal“
SWR 3 wechsle. Mit dem Partner
SWR 3 steige natürlich auch die mediale Werbewirksamkeit für die ausführende Region.
Dieser Wechsel habe eigentlich „als Nebengeräusch zur Folge, dass es weniger Aufzeichnungen geben wird. Schwäbisch Gmünd und die Kulturfamilie sind in Anerkennung von über
20 Jahren hervorragende Kulturarbeit von diesem „Streichkonzert“ verschont geblieben. Gegen die Streichwünsche und die Missachtung herausragenden, ehrenamtlichen Kulturengagements durch die Grünen und ihrer Gefolgschaft aus
SPD und Linkspartei sind wir hingegen machtlos.“
Somit, schließt Koczwara, finde am Mittwoch,
14. April, im Gmünder Stadtgarten nach
18 erfolgreichen Jahren mit insgesamt
75 000 Besuchern, ab
20 Uhr letztmals ein Abend in der Reihe „Gmünder Kleinkunstabo“ statt. Passenderweise werde mit Hans Liberg ein Künstler, der schon im Jahre
92/
93 auftrat, mit seinem hervorragenden Best-Of-Programm den Abschluss machen.
Hans Liberg wird an diesem besonderen Abend begleitet von einem Streicher-Trio und einer Sängerin. Karten hierfür gibt es noch beim i-Punkt Schwäbisch Gmünd, Tel.
0 71 71/
603 42 50, und ab
19 Uhr an der Abendkasse im Stadtgarten.
„Wir bedauern außerordentlich diese Auswirkung einer unglücklichen Entscheidung“, erklärte auf Anfrage der Pressesprecher der Stadt Schwäbisch Gmünd, Markus Herrmann. Dies sei eine Schwächung des Kultur-Standorts Schwäbisch Gmünd. „Uns ärgert das sehr, vor allem vor dem Hintergrund der geplanten Übertragungen auf
SWR 3, die den Namen der Stadt ins ganze Land hinausgetragen hätten.“
Er wolle nochmals deutlich machen, dass es hier nicht um eine Subvention des Cafés Spielplatz gegangen sei, fährt Herrmann fort. „Wir hätten für dieses Geld
19 hochkarätige Kleinkunst-Veranstaltungen bekommen.“ Natürlich sehe sich die Verwaltung an die Entscheidung des Gemeinderates gebunden. Man werde jedoch versuchen, im Gespräch mit Rainer Koczwara zu sehen, was – eventuell unter Beteiligung Dritter – noch zu retten ist. Man sei sich allerdings der Tatsache bewusst, dass hier die Zeit dränge.
Eva Staller, Chefin des Cafés Spielplatz, vermochte auf Anfrage der Rems-Zeitung der Tatsache, dass der Betrag für Kleinkunst gegenüber den Vorjahren unverändert bleibe, keinen Trost abzugewinnen: „Der Betrag, den die Stadt seither gezahlt hat, hat in den vergangenen Jahren vorne und hinten nicht gereicht, und vom Drauflegen kann ein Verein wie die Kulturfamilie nicht existieren. Deshalb wären wir auf die Aufstockung angewiesen gewesen.“
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