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» Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 07. April 2010

Zweimal pro Woche flitzt der französische Weltrekordzug TGV noch bis Mai durchs Remstal

Wie ein blau-​silberner Blitz, der da kurz vorbeizuckt: Die beschauliche Remsbahn (vor rund 150 Jahren in Betrieb genommen) erlebt in diesen Tagen eine hochmoderne Premiere: Erstmals ist auf der kurvigen Trasse nicht nur der deutsche ICE zu sehen, sondern auch der französische TGV zu bewundern.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der regulären Fernverbindung der Bahn zwischen Stuttgart und München im Bereich Donautal machen’s möglich: Bis voraussichtlich 8. Mai liegen Schwäbisch Gmünd, Lorch. Mögglingen und Böbingen an der europäischen Hochgeschwindigkeitsmagistrale. Nur schade, dass die beiden Flaggschiffe der deutschen und französischen Bahn an den Remstal-​Stationen keinen Halt einlegen. Zumindest für den deutschen ICE wären die Bahnsteige auch viel zu kurz. Für den „nur“ 200 Meter langen TGV könnte es allerdings reichen. Dafür schlagen die Herzen aller Eisenbahnfans umso schneller, wenn sie sich in diesen Tagen mit Kind und Kegel und Kamera auf die Lauer legen. Zunächst wollten es viele auch gar nicht glauben, dass sich sogar der Train a grande vitesse (= TGV = Zug für hohe Geschwindigkeit) wie ein Phantom auf der relativ kurvigen Strecke durch die schwäbischen Weinberge und staufischen Ortschaften des Remstals schlängelt. Ein Foto des weltberühmten Rekordzuges vor der Kulisse des Klosters Lorch oder des St. Salvator, das hat natürlich was! Am 3. April 2007 erreichte eine solche Zuggarnitur auf der Neubaustrecke zwischen Paris und Straßburg den bis heute gültigen Schienenfahrzeug-​Weltrekord von 574,8 Stundenkilometern. Die normale Reisegeschwindigkeit beträgt dort „nur“ 320 km/​h. Und auf der Remstal-​Trasse dürfen TGV und ICE höchstens mit 140 Sachen unterwegs sein. Seit Juni 2007 sorgt der rasante Franzose für eine Direktverbindung zwischen Stuttgart und Paris — in sagenhaften 3.39 Stunden. Seit Dezember 2007 ist diese Verbindung bis nach München erweitert und soll auf einer zentraleuropäischen Hochgeschwindigkeitsmagistrale eines Tages West– und Osteuropa miteinander verknüpfen. Das sehr wertvolle und daher ja auch umstrittene schwäbische Herzstück hierfür heißt bekanntlich „Stuttgart 21“.

Während der ICE im Zwei-​Stunden-​Takt durchs Remstal fährt und häufig zu sehen ist, kann der TGV bis 8. Mai im Gmünder Raum normalerweise nur zweimal pro Woche bewundert bzw. geknipst werden: Freitag aus Richtung Paris/​Stuttgart etwa zwischen 19.30 und 19.50 Uhr. Und umgekehrt aus München kommend Montag zwischen 7.35 bis 7.55 Uhr (ohne Gewähr).
 

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