Auf dem Lindenfirst gehts jetzt 120 Meter tief und sieben Meter im Durchmesser in Richtung Mittelpunkt des Tunnels
Nach den vielbewunderten Tunnelbaustellen Ost und West gilt die Aufmerksamkeit – vor allem natürlich der Ingenieure – jetzt auch einem dritten Schauplatz: Auf dem Lindenfirst haben die Bohrarbeiten für den 120 Meter tiefen Lüftungsschacht begonnen.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Wie Johannes Zengerle vom Gmünder Baubüro des Regierungspräsidiums auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, gehen die Ingenieure und Arbeiter auf dem Lindenfirst in mehreren Schritten vor, um dort das zentrale Entlüftungswerk für die
2,
2 Kilometer lange Tunnelröhre zu erstellen. Ein jetzt auf dem aus dem Berg herausgeformten Plateau stehendes Bohrgerät schafft zunächst einen noch relativ kleinen Leitungsschacht hinab zur
120 tiefer liegenden Kaverne am Mittelpunkt des Tunnels. Schon fast
90 Meter weit sind diese Arbeiten vorangekommen. In den nächsten Tagen wird ein größeres Bohrgerät hinzukommen, um für den Aushub des eigentlichen Lüftungsschacht zu sorgen. Hierbei wird eine metergroße Öffnung gleichfalls bis hinab zur Kaverne gebohrt, durch die dann nach und nach das Erd– und Felsmaterial nach unten befördert werden kann bzw. von alleine nach unten fallen wird, von wo es dann über die Tunnelportale abgefahren wird. Dieser Technik gab die Bauleitung nach genauer Abwägung der Alternativen den Vorzug. Ursprünglich war sogar daran gedacht worden, dass ein Bagger in den Lüftungsschacht gesetzt wird, der dann mit Entfernen des Aushubs (über einen Kran, ähnlich an der Baustelle an der Pfitzerkreuzung) sozusagen nach unten in den Tunnel „gewandert“ wäre. Die jetzt gewählte Technik sieht Bohrungen im weichen Erdreich vor. Wenn die Arbeiter jedoch auf felsige Schichten stoßen, mit denen aufgrund von geologischen Voruntersuchungen gerechnet wird, sind aber auch mit Sprengungen angesagt. Die werden jedoch nach Einschätzung von Johannes Zengerle in solchen Tiefen stattfinden, dass die Explosionen und Erschütterungen in der nahen Rehnenhofsiedlung gewiss überhaupt nicht wahrgenommen werden. Nach Fertigstellung des
120 Meter tiefen und sieben Meter großen Schachtes entstehen auf dem betonierten Lindenfirst-Plateau auch ein Betriebsgebäude sowie ein
33 Meter hoher Betonkamin. Laut bisheriger Planfeststellung wird mit dieser Konstruktion und mittels eines starken Gebläses pro Stunde bis zu eine Million Kubikmeter Tunnel-Abluft zwecks guter Verteilung möglichst weit Richtung Himmel befördert.
Nach wie vor hofft natürlich die Bevölkerung in der gesamten Raumschaft im Norden Schwäbisch Gmünds, dass die Politiker und Geldgeber in Berlin doch noch zur Vernunft kommen, um von dieser Uralt-Abluftbehandlung Abschied zu nehmen.
Denn zwischenzeitlich steht ja ein zeitgemäßes Filterkonzept zur Verfügung, mit dem Feinstaub und Abgas nahezu hundertprozentig aus einem solchen Tunnelentlüftungswerk abgesondert werden könnten. Die Gmünder Abgeordneten kämpfen in Berlin für das Pilotprojekt.
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