Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Montag, 10. Mai 2010

Die Dritt– und Viertklässler der Schechinger Grundschule führen Peter Maffays Tabaluga auf

Alles beginnt mit einem sehenswerten Tanz ums Drachenei von Hannes Dunkl. Eine Geschichte will er erzählen, von Feuer, Eis und — der Schauspieler, dem die mystischen Rollen so liegen, macht eine kleine Pause — und von Liebe. Hannes Dunkl ist Erzähler, Begleiter und Ratgeber von Tabaluga. Von Dorothee Wörner

SCHECHINGEN. Der kleine Drachen ist die Hauptfigur aus Peter Maffays Musical „Tabaluga und Lilli“, das von der Grundschule Schechingen aufgeführt wurde. „Wir haben Peter Maffay eingeladen“, sagt der Leiter der Grundschule, Siegfried Debschütz“ in seiner Begrüßung, „aber leider hatte er schon einen anderen Termin“. Aber auch wenn er den prominenten Gast nicht begrüßen konnte, galt sein Willkommen doch den Besuchern der beiden ausverkauften Aufführungen am Wochenende. 700 Personen waren es an den Abendveranstaltungen, am Montag und Dienstag wird das Musical für die Schüler der umliegenden Grundschulen noch einmal aufgeführt und auch diese beiden Veranstaltungen sind mit 600 Plätzen bereits restlos ausverkauft.
Seit den Herbstferien proben die Dritt– und Viertklässler wöchentlich auf die sechste große Musicalaufführung ihrer Schule. Es ist ein Gemeinschaftswerk, das mit Kreativität, Musikalität und Fleiß vorbereitet wurde und — mit Liebe. Diesen außergewöhnlichen Einsatz haben alle aufgebracht; Hannes Dunkl, das gesamte Lehrerkollegium der Grundschule mit Rektor Debschütz, Musiklehrer Markus Grimm als Dirigent des Grundschulchors und der Band, Marianne Kolb als Kostümbildnerin, Kerstin Schmid und Anja Streit als Choreographinnen der Tänze, die Eltern und Großeltern und nicht zuletzt die fast 50 Kinder.
„Ich wollte nie
erwachsen werden, hab immer
mich zur Wehr gesetzt“
Sie spielen eine Geschichte, die sich vor langer Zeit ereignet hat, deren Inhalt jedoch zeitlos ist: Tabaluga ist der letzte Nachkomme der Drachen, er soll der Bewahrer des Feuers sein, das Leben und Liebe erhält. Unbeschwert begegnet der kleine Drache dem Mond, den Bienen, den Pinguinen, einer Spinne und den Naturkindern („Baum des Lebens“). Sie alle wollen ihm erzählen wie man richtig erwachsen wird und was wirklich wichtig ist im Leben. „Ich wollte nie erwachsen sein, hab immer mich zur Wehr gesetzt.“, ist dabei wohl das bekannteste der Lieder. „Kleine Drachen sollen eigene Wege gehen“, muss auch Drachenvater Tyrion feststellen. Einer dieser Wege führt Tabaluga zu Schneemann Arktos, der in einem Reich der Kälte lebt. Sein Ziel ist es das Feuer zu vernichten, dazu schafft er sich ein kältestarres Geschöpf, Lilli. Sehr eindrucksvoll wurde dargestellt, wie Arktos Lilli mit einem Mörsel aus einem Eisklotz erschafft, sie soll Tabaluga in die Kälte führen. Aber das Gegenteil ist der Fall, mit seiner Liebe befreit Tabaluga Lilli aus Arktos’ Reich.
Von einer sicheren Regie geführt agieren die jungen Schauspieler mitten unter den Zuschauern, denn die Bühne wurde weit in den Raum hinein gezogen, das Bühnenbild zeigt eine Treppe die durch ein Tor zu führen scheint, perfekt ausgeleuchtet von Mix Town, dem jungen Unternehmen, das für die gesamte Technik verantwortlich war.
Wunderbar einfühlsam gespielt sind die Szenen in denen Tabaluga seinem Vater begegnet, Ratschläge des sanften Mondes bekommt („Ich mach die Zeit“) oder gemeinsam mit Lilli singt „Ich fühl wie du“. Originell mit rauer Stimme tritt Arktos auf, der spontan Applaus erhält. Einmal tanzen die jungen Darsteller als Bienchen, dabei fliegen Blumen ins begeisterte Publikum, und Hunderte von Händen klatschen mit bei einem hinreißenden Schlagzeugsolo. Auch als rappende Pinguine sind sie zu sehen, in großer Übereinstimmung von Kostümen und Choreographie. Wunderbar, bis ins Detail liebevoll gestaltet und genäht wurden alle Kostüme, die keinen Vergleich zu scheuen brauchen mit dem Theaterfundus großer Bühnen, die Krone der Bienenkönigin, geschaffen von Gisela Hänle, ist darunter ein ganz eigenes Kunstwerk.
So „goldrichtig“ angezogen zu sein und dann noch mit einem Mikrofon in der Hand, von Scheinwerfern beleuchtet, vor Hunderten von Menschen zu singen und zu spielen, das gibt den Kindern Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen haben sich auch die Schülerinnen und Schüler des Chors erarbeitet, die alle Lieder auswendig sangen und Dirigent Markus Grimm konzentriert folgten. Sie alle haben sich übertroffen und nicht nur sich selbst und dem Publikum eine Freude gemacht, sondern denken mit der Spende eines Teils des Erlöses an den Förderverein krebskranker Kinder am Stuttgarter Olgahospital auch an kranke Kinder und deren Familien. In den nächsten Tagen werden die Schechinger Akteure selbst zu Zuschauern. Zur Belohnung steht ein gemeinsamer Besuch des Musicals „Der Zauberer von Oz“ an, das die Musical-​Kids in Gmünd aufführen.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen