Bei RemsTotal am Wochenende erstmals Tunnelfest und Baustellenbesichtigung für alle /Einige Regeln müssen beachtet werden
Manfred Maile, Geschäftsführer der Touristik und Marketing GmbH, kam gestern beim Pressegespräch ins Schwärmen wie selten zuvor: „Das wird einfach sensationell.“ Er stimmt damit die Bürger und Besucher der Stadt auf einen Höhepunkt – oder natürlich besser beschrieben „Tiefpunkt“ – des bevorstehenden Veranstaltungsfestivals RemsTotal ein: Tunnelfest und Besichtigung der gegenwärtig spannendsten Straßenbaustelle des Landes für alle!
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). In der Touristikzentrale der Stadt Schwäbisch Gmünd macht sich gleichzeitig Erleichterung über dieses offene Besucher-Angebot breit. Denn wie Manfred Maile und seine Mitarbeiterinnen erzählen, herrscht eine riesige und wachsende Nachfrage nach Tunnelbesichtigungen in Schwäbisch Gmünd.
Kein Wunder, denn es handelt sich um ein selten gesehenes Werk der Ingenieurs– und Mineurskunst. Der insgesamt
2,
2 Kilometer lange B-
29-Tunnel (oder im Volksmund längst Salvatortunnel getauft) führt nicht – wie beispielsweise der der relativ einfach gebaute Kappelbergtunnel – kerzengerade und horizontal durch Gmünd, sondern ist in seiner Bauweise und mit seinem nachgebesserten Sicherheitssystem weitaus anspruchsvoller: Aus Richtung Stuttgart kommend taucht er zum einen als Trogtunnel hinab unter die Bahnlinie, schlägt zum anderen mit einer Überdeckung von bis zu
127 Metern zur Erdoberfläche in Richtung Leonhardsvorstadt einen weiten Bogen, um dort sogar neben der Bahnlinie auch die Rems zu kreuzen und um schließlich mit einer noch engeren Kurvenführung und beachtlichen Steigung nahe der Weleda wieder „aufzutauchen“.
Das „Tunnelfest mit Tunnelblick“ wird gewiss Publikumsmagnet
Auch Maren Zengerle von der Bauleitung des Regierungspräsidiums berichtete, dass die von ihr und ihrem Vater Johannes Zengerle angebotenen offiziellen Baustellenführungen für dieses Jahr komplett ausgebucht seien. Die Nachfrage sei riesig. Um nun das enorme Interesse gewissermaßen pauschal zu befriedigen, wurde gemeinsam mit RemsTotal-Managerin Ulrike Schwebel die Idee entwickelt, im Rahmen des großen Festivals mit seinen mehr als
200 Einzelveranstaltungen (wir werden noch ausführlich berichten) ein „Tunnelfest mit Tunnelblick“ zu organisieren. Hieraus entpuppt sich nun wohl das absolute RemsTotal-Publikumshighlight. So sagen die Verantwortlichen für kommenden Sonntag den wohl größten Publikumsansturm anlässlich der insgesamt
80 Kilometer langen Remstal-Party an dieser Baustelle voraus.
Die Absprache mit den Firmen der Arbeitsgemeinschaft Gmünder Tunnel hierzu sei nicht ganz einfach, jedoch sehr kooperativ gewesen, freut sich Maren Zengerle. Denn die Bautätigkeit für das Jahrhundertbauwerk im Remstal könne nicht einfach einen Tag unterbrochen werden, sonst würde der Zeitplan völlig aus dem vorgebenen Takt geraten. „Wir alle wollen ja, dass der Tunnel
2012 fertig wird“, fügt Manfred Maile verständnisvoll hinzu. Das wiederum hat den Vorteil, dass die Besucher am Sonntag auch einen vollen Baustellenbetrieb erleben können. Besucher des „Tunnelfestes mit Tunnelblick“ müssen einige Regeln beachtet werden. Gmünder sollten ihr Auto von vorneherein daheim lassen, denn es gibt nur wenige Parkplätze. Zugang zum Tunnelfest ist nur über die westliche Rampe nahe der Lorcher Straße möglich. Dort erleben die Besucher sogleich den Gang hinab in den Rohbau des
215 Meter langen Tunneltrogs, wo in den beiden Fahrröhren nicht nur gefeiert, sondern auch viel Information angeboten wird. Auch eines der beiden Zementwerke wird in Betrieb sein. Für musikalische Unterhaltung im Tunneltrog sorgen die Stadtjugendkapelle und die Rockband „Matter of Fact“. Auch Bewirtung und eine Hocketse werden nicht fehlen.
Einblick in den bergmännisch erstellten Haupttunnel weiter hinten in Blickrichtung St. Salvator erhalten jedoch nur geführte Gruppen. Ab
10.
30 Uhr bis gegen
17 Uhr werden im Trog Teilnahmekarten ausgegeben, um
40-köpfige Gruppen zusammenzustellen. Die „Tunnelblicker“ werden dann zu einem Besucherraum geführt und erhalten Sicherheitskleidung und eine kurze Unterweisung. Im
30-Minuten-Takt finden diese Führungen mit den beiden Tunnelbauexperten des Regierungspräsidiums, Maren und Johannes Zengerle, statt.
Aus Sicherheitsgründen dürfen diese Besucher allerdings nur ein ganz kleines Stück weit in die bergmännische Röhre schauen. Aufgrund der strengen Sicherheitsvorschriften und Gefahren einer solchen unterirdischen Baustelle darf nur Fachpersonal tiefer „in den Berg“ hinein.
Bis zur Ortsbrust (Vortrieb) sind es derzeit
1360 Meter, beim kleineren Rettungstunnel bereits
1425 Meter. Knapp
1700 Meter lang ist der bergmännisch geplante Teil des insgesamt
2200 Meter langen Salvatortunnels. Die Bauleitung rechnet mit dem ersten Durchschlag in der
24 Meter tiefen Zielbaugrube nahe der Pfitzerkreuzung Ende Juni beim Rettungstunnel, dann für den Haupttunnel im Herbst
2010. Bislang liegt alles sehr gut im Zeitplan.
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