Altersabteilungen der freiwilligen Feuerwehren aus Alfdorf, Lorch, Ruppertshofen und Welzheim unternahmen Ausflug
Bei herrlichem Sonnenschein reisten die Altersabteilungen der freiwilligen Feuerwehren aus Alfdorf, Lorch, Ruppertshofen und Welzheim kürzlich nach Münsingen auf der Schwäbischen Alb. Ihr Ziel war der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen.
OSTALBKREIS
(pm). Über Göppingen und Bad Boll ging es mit einem modernen Reisebus der Firma Remstalreisen durch frühlingsgrüne Landschaften mit blühenden Kirsch– und Birnbäumen nach Lenningen und über den Albaufstieg nach Bad Urach. Nach kurzer Pause wurde von Urach aus wieder die Albhochfläche angesteuert, wo in St. Johann-Lonsingen im Gasthof zum Grünen Baum das Mittagessen eingenommen wurde. Danach ging es noch wenige Kilometer weit bis nach Münsingen.
Dort traf sich die Reisegesellschaft mit ihrem Reiseführer am Alten Lager. Reiseführer heißen auf dem und um den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen auf gut schwäbisch „TrÜP-Guide“. Sie bieten Wanderern, Radfahrern und Busgruppen individuelle Touren unter sachkundiger Führung an.
Das Alte Lager mit seinen Mannschafts– und Offiziersbaracken, nach Einrichtung des Truppenübungsplatzes für das XIII. Kgl. Württembergische Armeekorps als Unterkunft entstanden und seither praktisch unverändert erhalten, bildete den Auftakt zur Busrundfahrt durch das Biosphärengebiet ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen. Über die Panzerringstraße führte der Guide die Gruppe zum Beobachtungsturm Sternenberg, von wo aus das gesamte Münsinger Hardt überblickt werden konnte. Hier konnte sich die Reisegruppe anhand von Plänen, unterstützt von den Erklärungen des Guids, ein Bild über die Größe des von allen Waffengattungen bis ins Jahr
2005 genutzten Übungsplatzes machen.
Beim nächsten Halt an der bis zur Stilllegung mit modernster digitaler Technik ausgestatteten Schießbahn
12 erfuhren die Reiseteilnehmer auch einiges über die Einzigartigkeit dieser Landschaft aus einer anderen Zeit.
Durch die militärische Nutzung über einen Zeitraum von über
100 Jahren blieb das Münsinger Hardt von intensiver wirtschaftlicher Nutzung, von Besiedlung und Straßenbau weitgehend verschont. Dadurch konnte die nur von Schafen beweidete Landschaft wie sie im
19. Jahrhundert auf der Alb üblich war, erhalten bleiben. Seltene Tiere und Pflanzen finden Interessierte im über die Jahrzehnte gewachsenen Biotop.
Die nächste Station war das ehemalige Dorf Gruorn. Dieses wurde
1939 zur Erweiterung des Truppenübungsplatzes Münsingen völlig geräumt. Die Bewohner wurden umgesiedelt. Die Stephanus-Kirche und das Schulhaus sind die einzig verbliebenen Bauwerke des ehemals über
700 Seelen zählenden Albdorfes. Zu erwähnen ist, dass die Orgel der Stephanus-Kirche bei der Räumung des Ortes von der Kirchengemeinde Lorch gekauft wurde und bis heute die Gottesdienste in der Stadtkirche begleitet. Beim Einkehrschwung im Schulhaus konnte sich die Gruppe an Kaffee und einer großen Auswahl selbstgebackener Kuchen stärken. Nach einem Besuch der Kirche verabschiedete die Reisegruppe ihren erfahrenen Guide, der es stets verstand, mit Engagement und Sachkunde die Gruppe zu fesseln am Ausgang des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen.
Über die Albhochfläche ging es der Abendsonne entgegen über Westerstetten, Bad Boll und Göppingen in Richtung Heimat. In Börtlingen fand im Gasthaus zum Löwen der Abschluss des erlebnisreichen Tages bei einem guten Essen statt, bevor die einzelnen Altersabteilungen in ihre Standorte zurückkehrten.
Noch keine Kommentare vorhanden.