Gold und Silber und ein leuchtendes Gmünd für Rems Total und als Geschenk an die Stadt /Dank an Conrad Stütz und D’Orado
Auf dieses Schattenspiel hat die Stadt gewartet: Zum heute beginnenden dreitägigen „Rems Total“ hat Conrad Stütz der Stadt eine Silhouette ihrer schönsten Gebäude geschenkt, die, auf ein Teelicht aufgesetzt, Gmünd leuchten lässt. Buchstäblich. Außerdem gibt’s goldene und silberne Einhörner und ein paar gute Gedanken. Von Birgit Trinkle
SCHWÄBISCH GMÜND. Bei Lichte betrachtet: Diese Stadtkulisse hat’s in sich. Wer das Gebäude am Ende dieser illustren Reihe nicht sofort erkennt: Das ist das alte Josefle samt seinem (klitzekleinen) Wahrzeichen – wer ein Teelicht entzündet, sieht die Schatten der Vergangenheit durchs Zimmer oder über die Laterne tanzen. Das Einhorn ist nicht größer als ein Marienkäferle und dabei wunderschön gearbeitet; die Beinchen sehen aus, als könnten sie bereits vom Ansehen brechen; aber keine Angst, sie sind aus Edelstahl. Das Münster ist zu sehen, Marienbrunnen, Johanniskirche, Spitalbogen, der Fünfknopfturm, der als „Entree zur Stadt“ für die Landesgartenschau zentrale Bedeutung haben soll, und das Arenhaus, weil Gmünd in erster Linie Gold– und Silberstadt war und ist.
Das Ding ist wunderschön. Conrad Stütz, der es entwickelte und produzieren lässt, verkauft es zum Selbstkostenpreis von fünf Euro im D’Orado im Türlensteg; auch im i-Punkt wird’s einige Exemplare geben, aber bei einer Auflage von tausend Stück wird der Vorrat sicherlich nicht lange halten. Oberbürgermeister Richard Arnold war am Mittwoch so angetan von dieser filigranen Spielerei, dass er eine ganze Sammler-Serie anregte, die Gmünd leuchten lässt – wie geschaffen fürs Konzept „Gmünd neu entdecken“.
Einhorn für besonders verdiente Gmünderinnen und Gmünder
Eigens für dieses Wochenende hat das D’Orado-Team auch das Wappentier der Stadt Schwäbisch Gmünd als Anstecknadel angefertigt –- ein kleines silbernes Einhorn. Präsentiert wird dieses Wahrzeichen am Wochenende im Rahmen einer „gläsernen Produktion“ und einiger Aktionen im D’Orado. Fünf Euro des Verkaufspreises gehen an die Bürgerstiftung, wofür sich Arnold gestern herzlich bedankte: Denn die Bürgerstiftung hat nun die Möglichkeit, verdienten Gmünderinnen und Gmündern dieses kleine Einhorn in Gold zu verleihen, wenn es gilt „außerordentlichen Einsatz“ zu würdigen.
In diesem Zusammenhang freute sich Richard Arnold gestern darüber, dass der Gemeinderat eine direkt dem Oberbürgermeister unterstellte Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement einrichten will. Ehrenamt ist damit „Chefsache“ und eine enge Verzahnung mit allen Ämtern gewährleistet. Diese für die Stadt im übrigen kostenneutrale Stelle, die Alexander Groll übernimmt, soll „unbürokratische Zuarbeit“ in vielen Bereichen möglich machen, ganz gleich ob’s um Hallenbenutzung geht, um die Erschließung neuer Förderquellen oder Schreib-, Kopier– und sonstige Unterstützungsarbeiten für Ehrenamtliche, die soziale, kulturelle und ökologische Anliegen vertreten. Dass die Bürgerstiftung jetzt ein goldenes Einhorn als sichtbare Auszeichnung verleihen kann, tut ein übriges, das Ehrenamt in der Stadt zu stärken.
Conrad Stütz griff in diesem Gespräch eine immer wieder gehörte Klage auf, frisch gebackenen Meistern aus dem Gold– und Silberschmiedebereich fehle es aufgrund des jetzigen, auf Durchlässigkeit ausgerichteten nur fünfjährigen Berufsschulsystems entscheidend an Praxis – , dabei sollte es doch in einer Stadt wie Schwäbisch Gmünd an Praktika nicht fehlen. Gesellen lernten, aber erarbeiteten sich keine solide Basis. Am liebsten wäre Stütz eine Schule mit ganz eigenem Profil, die all dem entspräche, was heute dringend gebraucht aber nirgends mehr unterrichtet werde – er bezog sich dabei ebenso auf alte wie auf ganz neue Technik und Technologien und versicherte, eine solche Ausbildung in Gmünd könne zum Qualitätssiegel werden. OB Arnold griff dies auf: Seit einigen Monaten werde die Gold– und Silberstadt wiederbelebt, schließlich seien Tradition und Handwerk hier lebendig. Im Arenhaus – auch im Ausland gefragtes Berufskolleg für Formgebung Schmuck und Gerät – unterrichte Doris Raymann-Nowak Goldschmiedetechniken, die in anderen europäischen Ländern gar nicht mehr zu finden und entsprechen nachgefragt seien. Nirgends auf der Welt werde so viel Gold verarbeitet wie in Gmünd (Umicore), das
fem schließlich sei in Europa einzigartig und entwickle außerordentlich interessante neue Metalle. Dazukommen natürlich die klassischen Gmünder Betriebe, die jetzt verstärkt Praktika vergeben. Bei einem Treffen in der Uhrenstube wurde jüngst deutlich, dass sich mit all dem wirklich etwas anfangen lässt.
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