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» Ostalbkreis | Freitag, 14. Mai 2010

… wenn die alte Wasserleitung beim Ausbau der Ortsdurchfahrt in Oberböbingen erneuert wird

Die Gemeinde Böbingen nimmt viel Geld – über zwei Millionen Euro – in die Hand, um sie gleich wieder auszugeben. Denn im Zuge einer Dorfsanierungsmaßnahme wird in Oberböbingen die Ortsdurchfahrt gerichtet. Deshalb ist es sinnvoll, die alte Wasserleitung zu erneuern. Von Gerold Bauer

BÖBINGEN. „Wenn wir jetzt die Straße schön richten und dann in den nächsten Jahren wegen Rohrbrüchen oder gar einer kompletten Leitungsauswechslung wieder aufreißen, würden wir von den Bürgern wohl allerhand zu hören kriegen“, sagte Bürgermeister Jürgen Stempfle am Mittwoch bei einem Vor-​Ort-​Termin des Technischen Ausschusses. Die Gemeinderäte blickten zusammen mit Dipl.-Ing. Stefan Kalmus vom Büro LKP in verschiedene Hydranten-​Schächte, um sich ein Bild vom Zustand der Trinkwasserleitung zu machen.
Während man bei einem Schmutzwasserkanal aufgrund des Durchmessers eine Kamera-​Befahrung machen und damit einen etwaigen Sanierungsbedarf sehr gut ermitteln könne, sei man bei einer Wasserleitung auf Erfahrungswerte angewiesen. Nach rund 50 Jahren, so Stempfle, ist eine Wasserleitung reif für den Austausch – und die Leitung unter der Oberböbinger Ortsdurchfahrt hat schon 42 Jahre „auf dem Buckel“.
Nicht zuletzt die vielen schweren Laster, die vor dem Bau einer Umgehung tagtäglich von der B 29 durch Oberböbingen nach Heubach rollten, sorgten für Druckbelastungen im Untergrund und strapazierten auf diese Weise nicht nur den Belag, sondern auch die Leitung im Boden. Auch einige Rohrbrüche in diesem Bereich legen den Schluss nahe, dass die besagte Leitung nicht mehr allzu lange halten wird.
„Wenn wir es ohnehin bald machen müssen, dann ist es günstiger, die Leitung gleich im Zuge des Straßenbaus zu machen“, empfahlen Stempfle und Kalmus am Mittwoch den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses. Zumal die Gemeinde damit auch eine nennenswerte Summe sparen kann. Würde man eine defekte Leitung auswechseln, gäbe es dafür keinerlei Zuschuss der öffentlichen Hand, so dass die Gemeinde die Kosten für die Entfernung des alten Belags, das Aufgraben, den Austausch der Leitung und die Wiederherstellung der Fahrbahn– beziehungsweise Gehwegflächen aus eigener Tasche bezahlen müsste.
Wenn mit Hilfe öffentlicher Fördermittel die alte Straße hingegen ohnehin aufgerissen und neu aufgebaut wird, mache es durchaus Sinn, gleich ein Stück tiefer zu graben und die Wasserleitung zu sanieren. Zumal von den 330 000 Euro Kosten, die für eine neue Wasserleitung kalkuliert wurden, ohnehin 50 000 Euro anfallen würden, um im Zuge des Straßenausbaus die Einlaufschächte zu erneuern. Unterm Strich, so die Meinung des Gremiums, entstehen zwar jetzt durch einen Wasserleitungsaustausch höhere Kosten — doch diese seien keine echten Mehrkosten, das diese Maßnahme in einigen Jahren ja sowieso erforderlich sein würde.
 

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