Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 16. Mai 2010

Betonschalwagen in der Hauptröhre installiert /​Morgen „Tunnelfest mit Tunnelblick“

Wieder ein denkwürdiger Arbeitsschritt im großen Rahmen der Realisierung des Gmünder Jahrhundertwerks „B-​29-​/​Salvatortunnel“: Am Tunnelportal West beginnt jetzt der Innenausbau mittels eines Betonschalwagens.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Viele Baustellen-​Betrachter haben es von der Besucherplattform an der Lorcher Straße aus bereits entdeckt: Jenes seltsame rote Gerüst, das scheinbar den Zugang zum Haupttunnel in der linken Röhre blockiert, so dass der gesamte „bergmännische Straßenverkehr“ jetzt über den kleineren Rettungsstollen (rechts davon) abgewickelt werden muss. Bei diesem Gestell handelt es sich um einen insgesamt 20 Meter langen Betonschalwagen. Dieser wurde in den vergangenen Tagen dort montiert und wird voraussichtlich in der nächsten Woche seinen Betrieb aufnehmen. Wie Johannes Zengerle vom Gmünder Baubüro des Regierungspräsidiums gestern auf Anfrage erklärte, handelt es sich beim Betonschalwagen um eine Vorrichtung, die in Zehn-​Meter-​Schritten für die endgültige Beton-​Innenverschalung des Tunnels sorgen wird. Dieser „Wagen“ steht auf Stützen, schwebt im Arbeitsbereich aber förmlich über dem jeweiligen Arbeitssektor und wird dann im beschriebenen Taktverfahren auf Schienen immer weiter hinein in den Tunnel bewegt. Nur jetzt ist er also von außen im Portalbereich sichtbar. In der Kalotte (oberer Bereich des runden Tunnelquerschnitts) hängen noch die mächtigen Rohrleitungen der Bewetterungsanlage. So beschränken sich Betonschalarbeiten jetzt im ersten Schritt auf die Sohle (unterer Abschnitte) bis knapp zur Strosse (mittlerer Abschnitt). Im weiteren Schritt für den Einsatz eines solchen Betonschalwagens für den Innenausbau des Tunnels wird die gleiche Strecke dann nochmals abgefahren, wobei dann dieses mächtige Gerät dann auf dem betonierten Unterbau bewegt werden kann. Betonmischer und Betonpumpen fahren sozusagen immer hinterher, um den Schalwagen mit Material zu versorgen.
Knapp 1700 Meter misst der bergmännische Teil des insgesamt 2,2 Kilometer langen Tunnels. Die Mineure sind jetzt etwa 1360 Meter weit „in den Berg“ vorgestoßen. Die Bauleitung rechnet damit, dass der parallel gebaute Rettungsstollen Ende Juni die 24 Meter tiefe Zielbaugrube an der Stadtmauer nahe der Pfitzerkreuzung erreichen wird. Der Durchschlag für den Haupttunnel ist voraussichtlich im Herbst.
Über die faszinierende Technik und über die Fortschritte des Tunnelbaus, um den die Gmünder 30 Jahre lang gerungen haben, können sich Besucher am morgigen Sonntag im Rahmen von RemsTOTAL umfassenden informieren. Auf der Baustelle findet im 200 Meter langen Trogabschnitt West von 11 bis 17 Uhr ein „Tunnelfest mit Tunnelblick“ statt. Ab 10.30 Uhr beginnt dort die Ausgabe von Karten, die zu einer Führung direkt zu den Portalen des bergmännischen Teils berechtigen.
Aus Sicherheitsgründen dürfen pro Gruppe höchsten 40 Personen mitgehen. Die Führungen mit den beiden Experten von der Bauleitung des Regierungspräsidiums, Johannes und Maren Zengerle, finden im 30-​Minuten-​Takt statt. Wegen des installierten Betonschalwagens und der Abwicklung des regen Baustellenverkehrs u.a. mit den speziellen Muldenkippern (Dumper) können die „Tunnelblicker“ leider nicht wie zunächst geplant bis zu 60 Meter tief in den Tunnel hineingehen, sondern müssen sich mit einem kleineren Abschnitt ganz vorne begnügen. Das Mindestalter der Teilnehmer ist 16 Jahre. Vorbestellungen für Karten können nicht entgegengenommen werden, doch ist dafür gesorgt, dass auch am Nachmittag noch Karten ausgegeben werden können. Die Tunnelröhren im vorderen Trogabschnitt stehen jedoch für alle offen. Dort ist auch für musikalische Unterhaltung und Bewirtung gesorgt, besonders natürlich für viel Information. Wichtig: Der Besucherzugang ist nur über die westliche Rampe bei den Zementwerken an der Lorcher Straße möglich, keinesfalls jedoch an der Baustellenzufahrt im Bereich der ehemaligen Tankstelle direkt an der B 29.
 

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen
  1. Salvatortunnel
    Fein, dass Sie den Namensvorschlag Salvatortunnel in der Überschrift zu ihrem Bericht verwenden.
    Also immer, in jedem Bericht und Artikel über den "Tunnelbau", Salvatortunnel!
Neuen Kommentar hinzufügen