Hohe Auszeichnung: Gerlinde Schäfer und Edeltraud Hogrebe stehen zu und für UNICEF
Sie haben sich der Jüngsten und Schwächsten angenommen, weit über eine Million Euro für Kinder überall auf der Welt zusammengetragen; dafür erhielten Gerlinde Schäfer und Edeltraud Hogrebe gestern das Bundesverdienstkreuz am Bande.
SCHWÄBISCH GMÜND
(bt). Sie haben einen Namen in der Stadt, erklärte OB Richard Arnold gestern bei der Feierstunde im Prediger-Refektorium: Gerlinde Schäfer aus Gmünd und Edeltraud Hogrebe aus Mutlangen seien „ein gutes Doppel“, das sich wunderbar ergänze; sie hätten viel bewegt in der Stadt, so Arnold mit Blick auf unterschiedlichste Aktionen und Veranstaltungen.
Finanzstaatssekretär Stefan Scheffold überreichte den Damen die von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und würdigte Hogrebes und Schäfers Leistungen im ehrenamtlichen Bereich. Beide leiten seit
1993 die Arbeitsgruppe Aalen/Schwäbisch Gmünd der
UNICEF, des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. „Durch ihr langjähriges Engagement haben sie sich in besonderer Weise um das Wohl der Jüngsten und Schwächsten unserer Gesellschaft, um die Kinder, verdient gemacht“ — das vor allem war Scheffold wichtig. Edeltraud Hogrebe obliege insbesondere die Finanzverwaltung, so Scheffold. Dies beinhalte bei einer Organisation wie der
UNICEF vor allem die Einnahmenbeschaffung. Durch die Leitungsverantwortung bei der Organisation des Grußkartenversandes, die Kontaktpflege zu Förderern sowie die Koordinierung des Einsatzes der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an Verkaufsständen trage sie wesentlich zur Finanzierung dieser Arbeit bei. Gerlinde Schäfer übernehme insbesondere die Informations– und Öffentlichkeitsarbeit. Durch den Besuch von Schulunterricht, die Teilnahme an Schulprojekttagen sowie die Organisation von Ausstellungen und Aktionen leiste sie Bewusstseinsarbeit und lenke lokale und regionale Öffentlichkeit auf die Notlage von Kindern in aller Welt.
Scheffold würdigte auch, dass die beiden einen festen Kreis von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diese Arbeit gewinnen konnten, Helfer, die das ganze Jahr über das Büro und die organisatorischen Arbeiten übernehmen: „Immer wieder haben Sie es geschafft, neue Menschen dafür zu begeistern“. Das Ergebnis der Arbeitsgruppe Aalen/Schwäbisch Gmünd, deren Gebiet sich über vier Landkreise von Schwäbisch Hall bis Giengen an der Brenz, von Schorndorf bis zur bayerischen Landesgrenze erstrecke, sei weit überdurchschnittlich. In den über
15 Jahren der Leitungstätigkeit der Arbeitgruppe habe das Team Hogrebe/Schäfer weit über eine Million Euro eingenommen: „Eine großartige Leistung, auf die Sie stolz sein können“, so
Dr. Scheffold. Viele Bereiche des Gemeinwesens leben vom ehrenamtlichen Engagement und dem persönlichen Einsatz anderer, und gerade in Baden-Württemberg hat das ehrenamtliche Engagement einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Scheffold nannte das Ehrenamt „die Kraft, die den Staat zusammenhält“.
Dank und Verdienstmedaille
auch aus Mutlangen
Der Mutlanger Bürgermeister Peter Seyfried überreichte „seiner“ Bürgerin Edeltraud Hogrebe die Verdienstmedaille der Gemeinde Mutlangen und sprach von „in der Tag ganz besonderen Verdiensten“, es sei ein gutes Gefühl, an einer Ehrung teilzunehmen, die auch wirklich verdient sei. Im Weiteren ging Seyfried auf die Leistungen der beiden Frauen ein und gab zu bedenken, dass es auch im eigenen Land gelte, Kinderrechte zu verteidigen.
Auch Jutta Wache, Regionalbeauftragte Süd von
UNICEF Deutschland, sagte Dank und sprach von der allumfassenden Aufgabe, zur Entwicklung und zum Schutz der Kinder dieser Welt beizutragen. All diese Hilfsprogramme seien ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar: „Gerlinde Schäfer und Edeltraud Hogrebe, tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass wir notleidenden Kindern Hoffnung und ein Stück Glück geben können.“ An der Ernsthaftigkeit ihrer Motivation gebe es keinen Zweifel: „Sie tun es, weil’s ihnen um die Sache geht, um ein besseres Leben für Kinder, sie stehen zu und für
UNICEF.“
Gerlinde Schäfer ist seit
1989 dabei, Edeltraud Hogrebe stieß im Jahr
1993 dazu, seither arbeiten die beiden Seite an Seite. Gestern erklärten sie, wie es zu diesem Engagement kam — dass sie von der Arbeit des Kinderhilfswerks von Anfang an tief beeindruckt waren. Aus dem Kinderhilfswerk spreche eine tiefe Sehnsucht nach Menschlichkeit, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Kinder, meinen beide Frauen übereinstimmend. Ihr Dank galt Mitstreiterinnen und Mitstreitern wie Bärbel Blaue von der Stadtverwaltung, den Mitarbeiterinnen der Bibliotheken und Büchereien, in denen sie immer willkommen waren, aber auch OB Arnold, der immer ein offenes Ohr habe und die Kinder dieses Jahr zum Weltkindertag zu sich ins Rathaus einlade.
Umrahmt wurde die Feierstunde durch Mareike und Felicitas Wiedemann von der städtischen Musikschule, die an Cello und Klavier überzeugten.
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