Die Oldtimersession bei RemsTOTAL sorgte gestern in der Gmünder Innenstadt für enorme Nostalgie-Begeisterung
Gleich gestern Morgen und zum Auftakt des RemsTOTAL-Sonntags waren rund 120 Oldtimer aus fast 100 Jahren Automobilgeschichte die absoluten Stars und Hingucker. Klasse war auch die sachkundige Moderation.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Die Oldtimersession führte den ganzen Tag über entlang der Rems. Die Gmünder Innenstadt stand im Mittelpunkt der Nostalgie-Rallye, bei der es jedoch nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf den Genuss sowohl für die Akteure als auch für die Zuschauer ankam. Kurz nach
10 Uhr trafen die ersten Oldtimer auf dem Marktplatz ein. Rechtzeitig blinzelte sogar die Sonne vom Gmünder Himmel herab, so dass auch die herrlichen Cabrios unter den historischen Karossen voll zur Geltung kommen konnten. Automobilhistoriker Detlef Krehl hieß die chromblitzende, hupende und dann und wann auch qualmende Parade im Herzen der Stauferstadt willkommen. Sachkundig wusste er zu jedem Fahrzeug — auch einige Zweiräder waren darunter — Wissenswertes zu berichten. Schnell wuchs die Warteschlange an der von Eventmanager Robert Frank und weiteren Helfern betreuten Stempelstelle. Schnell schwoll auch die Zuschauermenge an. Gut
1000 Menschen säumten schließlich den Weg vom Marktplatz durch die Bocksgasse bis zum Johannisplatz, wo die Schmuckstücke für etwa eine Stunde abgestellt wurden. Zeit zum Fachsimpeln mit den Zuschauern. Aber auch, um am Café Margrit einige Aufgaben in Gestalt eines Art Fahrschulbogens zu lösen. Währenddessen gab es immer wieder Begeisterungsrufe, welche den teils überschäumenden Nostalgie-Gefühlen Ausdruck verliehen. Denn die Szenerie erinnerte an die Wirtschaftswunderjahre, als direkt vor der Terrasse des Café Margrit (seinerzeit noch das einzige Straßencafé!) besonders gerne Sportwagen, „Amischlitten“ und Straßenkreuzer geparkt waren. Schillernde Gestalten, um die sich allerlei halbseidene Geschichten rankten, saßen dann in jener Zeit mit ihren wasserstoffblonden Begleiterinnen stets in der erste Margrit-Reihe. Ältestes Fahrzeug war gestern ein Bentley, Baujahr
1924, gesteuert von den Besitzern Franz und Sonja Maier aus Waldstetten. Die
4,
5-Liter-Maschine verbreitete den Sound eines Flugzeugmotors. Leidenschaft prägt die Verbindung der Besitzer zu ihren rollenden Technikdenkmälern. Josef und Hermann Schmid aus Urbach erinnern sich mit Begeisterung an ihre Bubenzeit: Wenn amerikanische Armeekonvois durchs Remstal fuhren seien alle am Straßenrand gestanden, um zu winken und Kaugummis geschenkt zu bekommen. So haben sie kurzerhand einen Original Army-Jeep aus den
50er Jahren gekauft, den sie hegen und pflegen. Faszinierend, wie einfach der robuste Motor zu warten ist. Im Kontrast dazu: Die rote Rakete Jaguar E-Typ
4,
2-Liter-Motor, Baujahr
1968. Das Design löste damals einen neuen Modetrend im Sportwagenbau aus. Ebenso Hingucker: Unverwüstliche Wagen des „kleinen Mannes“, wie Lloyd oder Käfer. Nicht fehlen durfte bei dieser Parade auch die Flowerpower-Zeit mit Campingbussen. Stark vertreten bei diesem Oldtimertreffen im Remstal war natürlich der Mercedes-Stern.
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