Jugendmigrationsdienst „IN VIA“ erfolgreich mit der Hilfe für junge Migranten /Schwerpunkte Einzelfallhilfe, Beratung, Sprachkursbegleitung und Fortbildung
Der IN VIA Jugendmigrationsdienst in Gmünd, der auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken kann, hat im vergangenen Jahr ganze Arbeit geleistet, vor allem bei der Integration von Mädchen und jungen Frauen. Schwerpunkte waren Einzelfallhilfe, Beratung, Sprachkursbegleitung und Fortbildung.
SCHWÄBISCH GMÜND (ia). Bei der Einzelfallhilfe wurde besonders auf die individuelle Integrationsberatung und –begleitung der jungen Menschen Wert gelegt. Dabei suchte man mit den Jugendlichen nach passenden beruflichen und schulischen Perspektiven, wobei das Erreichen von Schulabschlüssen vorrangig war. Es wurden zahlreiche kommunale Integrationskonzepte in Kooperation mit der Diakonie entwickelt, wie zum Beispiel ein gemeinsames Handlungskonzept für das Stadtteilzentrum Ost. Beraten wurden
80 junge Menschen,
52 davon weiblich und
28 männlich, alle im Alter von
12 bis
16 Jahren.
Bei der Sprachkursbegleitung gab es regelmäßig Sprechzeiten für die Teilnehmer der Integrationskurse. Diese finden weiterhin
14-tägig statt – unter anderem in der
VHS sowie im Kolpingbildungswerk, das sogar eine eigene Kinderbetreuung für unter dreijährige Kinder anbietet. Außerdem werden geförderte Deutsch-Integrationskurse für den Beruf angeboten, von der Landesstiftung Baden Württemberg finanziert. Um intensiver in Kontakt mit den Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu kommen, wurden Hilfestellungen bei der Fertigung von Lebensläufen zum Ende der Integrationskurse gegeben. Auch in Aalen gibt es diese Sprachkursbegleitungen mit eigener Kinderbetreuung. Da aber von diesen Kinderbetreuungsplätzen nicht genügend angeboten werden konnten, erweiterte das Kolping-Bildungszentrum seine Kinderbetreuungsmöglichkeiten im eigenen Haus. Dies ist eine große Stütze für die Frauen und Familien, die auf solche Angebote angewiesen sind, um mit ihren Integrationsbemühungen weiter zu kommen.
Außerdem gab es Bildungs– und Gruppenangebote, die gezielt Mädchen im Bereich Deutsch und Englisch förderten. Des weiteren wurden Förderungen in Mathematik und Deutsch an der Kreisberufschule Gmünd angeboten. Es zeigte sich, dass eben diese Förderung in Mathematik und Deutsch für die Jugendlichen sehr hilfreich war, um adäquate Schulabschlüsse zu erwerben, wie zum Beispiel den mittleren Bildungsabschluss durch das „
9 +
2“. Ferienexkursionen wie die ins Deutsche Museum nach München zeigen, dass solche Bildungsveranstaltungen zur gesellschaftlichen Integration von jungen Menschen beitragen.
Alle Kinder sollten die
deutsche Sprache lernen
Bei zwei Gesprächen der Integrationsbeauftragten der Stadt, der Regionalkoordinatorin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und anderen Verantwortlichen wurde über organisatorische Dinge gesprochen. Es traten Unsicherheiten bei rechtlichen Fragen in Bezug auf Zuwanderinnen aus den neuen
EU–Beitrittsländern auf; bei diesem Thema zeigte sich, dass Informationsbedarf für alle Beteiligten besteht.
Einmal jährlich findet eine Integrationskonferenz statt, bei der es um die Erfolgsmessung bzw. Optimierung des Integrationskonzeptes geht und Bürger/innen ihre Impulse einbringen können.
Nach einer Sitzung im Frühling und einer im Oktober
2009, wurde beschlossen das kommunale Netzwerk Integration auf Grund des Mangels an zeitlichen Ressourcen, zu schließen. Ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit war, dass alle Kinder die deutsche Sprache lernen sollten und die Mehrsprachigkeit der Migranten als Chance erkannt wurde. Hinzu kommt, dass die Eltern in den Bildungsprozess der Kinder eingebunden wurden und ihnen selbst auch Sprachförderangebote zur Verfügung standen.
Der
IN VIA Jugendmigrationsdienst bietet regelmäßige Sprechstunden für Jugendliche und passt sich an die entsprechenden Bedürfnisse der Jugendlichen an. Durch die Kooperation mit passenden Partnern wird die gesellschaftliche, berufliche und schulische Partizipation junger Menschen bis
27 Jahren gefördert
Beim Ökumenischen Arbeitkreis steht die Verbesserung des Zuwandererimages und das Beistehen von Menschen in Notlagen im Mittelpunkt der Sozialarbeit
Die Öffentlichkeits– und Lobbyarbeit ist auch ein weiterer wichtiger Punkt der Integrationsarbeit. Im Blick auf die kulturelle Bereicherung durch Zuwanderer fand eine Lesung der Gmünder Autorin Dilek Güngör statt, die türkische Wurzeln hat. Sie lebt mittlerweile in Berlin. Die Vorlesung wurde von zahlreichen Gästen besucht, was dazu bestärkt, weiterhin solche Angebote zu ermöglichen.
Auch wichtig für den Jugendmigrationsdienst ist das Thema der Jugendarmut und die Benachteiligung von Jugendlichen, wofür in Zusammenarbeit mit der Kirche eine Beratungsstelle eingerichtet wurde. Die Arbeit in der Arbeitsgruppe „Sprache und Bildung“ und auch das Befassen mit migrationsrelevanten Themen auf verschiedenen Ebenen in Schwäbisch Gmünd und Aalen bietet Chancen die Lebensbedingungen für zugewanderte Menschen weiter zu verbessern.
Die Mitarbeiter der
IN VIA und ihre Partner sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass Bildung der Schlüssel zu besseren Lebensbedingungen für Jugendlichen ist. Es ist zu hoffen, dass die Finanzierung der Projekte weiterhin gesichert ist. Weiterhin bleibt es eine Herausforderung, die motivierten und oftmals sehr gut vorgebildeten jungen Menschen weiter zu begleiten und ihnen Perspektiven zu vermitteln. Durch Nutzung der Räume im Stadtteilzentrum Ost gibt es mehr Kommunikations– und Kontaktmöglichkeiten, was zu einer Verbesserung der Integrationsarbeit beiträgt.
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