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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 27. Mai 2010

Ortsgemeinschaft will einen Verein gründen und im alten Schulhaus einen genossenschaftlich geführten Dorfladen eröffnen

Zur Formierung einer „Ortsgemeinschaft“ kam es am Dienstag in Großdeinbach. Ihr erklärtes Ziel: Durch Einrichtung eines genossenschaftlich organisierten Dorfladens im alten Schulhaus die Ortsmitte aufzuwerten.

GMÜND-​GROSSDEINBACH (pm). Nur fünf Tage nach der Debatte über die Zukunft der Ortsmitte im Ortschaftsrat waren etwa 35 Bürger/​-​innen im evangelischen Gemeindehaus Großdeinbach zusammengekommen. Pfarrer Stephan Schwarz von der evangelischen Kirchengemeinde moderierte als einer der Initiatoren die Versammlung und sprach von einer „einmaligen Chance“, zwei Interessen zusammenzubringen: Die Möglichkeit für die Bürger im Ort selber einkaufen zu können und das Gebäude und den Vorplatz des alten Schulhauses (ehemaliges Bezirksamt) für den Ort zu erhalten. Im Ortschaftsrat war den Befürwortern dieser Idee eine dreimonatige Frist eingeräumt worden, eine tragkräftige Konzeption vorzulegen.
Ortschaftsrat Wolfgang Kleinrath skizzierte zunächst die Grundidee eines genossenschaftlich organisierten Dorfladens und verwies auf funktionierende Beispiele in Tübingen-​Pfrondorf und Gottwaldshausen bei Schwäbisch Hall. Voraussetzung sei, dass genügend viele Bürger Mitglied der Genossenschaft würden – und in „ihrem eigenen Laden“ einkauften.
In der darauf folgenden Debatte wurde kontrovers diskutiert: Ist die Konkurrenz durch die Supermärkte in den Nachbarorten zu groß oder hat ein Dorfladen im Ort eine realistische Chance? Stadtrat Elmar Hägele verwies auf die älter werdende Bevölkerung und bekundete: „Ich sehe durchaus Potential.“
Bis in einem Monat wollen die Initiatoren an eine breitere Öffentlichkeit gehen, um konkret für eine Mitgliedschaft in der neuen Genossenschaft zu werben. Dies soll im Rahmen einer Gründungsversammlung geschehen.
Bis dahin sind allerdings einige Herausforderungen zu bewältigen. Man einigte sich daher darauf, innerhalb der nächsten drei Wochen genau zu prüfen, ob und wie die Idee eines Dorfladens im alten Schulhaus konkret umgesetzt werden kann. Dazu wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet, die sich um die verschiedenen Voraussetzungen für das Projekt kümmern.
Stadtrat Elmar Hägele, Ortschaftsrat Wolfgang Kleinrath und Rechtsanwalt Berthold Moser zeichnen verantwortlich für die Gesamtkonzeption und prüfen die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zur Gründung einer Genossenschaft. Eine zweite Arbeitsgruppe kümmert sich um die bauliche Frage, wie die neue Nutzung des alten Schulhauses umgesetzt werden kann (Ralf Bauer, Wolfgang Kleinrath, Wolfgang Janeck, Wolfgang Ripberger und Karl-​Heinz Wahl). Die kaufmännische Seite der Einrichtung eines Dorfladens bedenken Stefanie Kratochwille, Ute Nuding und Oliver Seyschab. Für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit erklärten sich zuständig: Sabine Endress, Jessica Jakubowski, Gabi Müller und Pfarrer Stephan Schwarz.
Ortsvorsteher Gerhard Maier signalisierte das Entgegenkommen der Stadt und sagte zu, sich bei Oberbürgermeister Richard Arnold über Bezuschussungsmöglichkeiten aus EU–Mitteln zu erkundigen.
Auf Anregung von Ortschaftsrat Sven-​Ingo Barth kam es am selben Abend zur Gründung einer „Ortsgemeinschaft Großdeinbach“, der sich 30 der Anwesenden spontan anschlossen. Zunächst als loses Netzwerk derer gegründet, die sich für den Erhalt der Ortsmitte durch Erhalt des alten Schulhauses durch Einrichtung eines Dorfladens einsetzen, besteht die Möglichkeit, das Netzwerk später zum Verein auszubauen. Neue Mitstreiter und Interessierte können sich für näherere Informationen an Wolfgang Kleinrath wenden (Telefon 9 76 8614).
Die Initiatoren waren mit dem Ergebnis des Abends sehr zufrieden. Pfarrer Stephan Schwarz fasste es so zusammen: „In Großdeinbach kommt etwas in Bewegung.“
 

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