Die Gemeinde Abtsgmünd hat auch ein Umwelt– und Klimagutachten vorgelegt /RP-Kommission prüft im Juli vor Ort
Eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage sowie geeignete Einrichtungen und Rahmenbedingungen für die Ferienerholung sind die Voraussetzungen für die Prädikatisierung als Erholungsort. Die Gemeinde Abtsgmünd ist überzeugt, dass sie diese Voraussetzungen erfüllt.
ABTSGMÜND
(pm). Rechtsgrundlage ist das Kurortegesetz vom
14. Mai
1972 in Verbindung mit den Begriffsbestimmungen – Qualitätsstandards für die Prädikatisierung von Kurorten, Erholungsorten und Heilbrunnen – des Deutschen Händlerverbands und Deutschen Tourismusverbands vom
13. Oktober
1998 sowie die Verwaltungsvorschrift des Wirtschaftsministeriums über die Anerkennung der Bezeichnung „Luftkurorte“ und „Erholungsorte“ vom
23. November
1983 (analog).
Abtsgmünd könnte die Bezeichnung bald zu Recht tragen. Mit Schreiben vom
23.
06.
2009 hat die Verwaltung den formellen Antrag auf Prädikatisierung der Gemeinde Abtsgmünd als Erholungsort beim Regierungspräsidium Stuttgart gestellt. Darin mussten alle Bedingungen hinreichend belegt und ausgeführt werden. Die eingereichten Unterlagen umfassen die touristische und wirtschaftliche Infrastruktur, natürliche und ortsspezifische Grundlagen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen.
Abtsgmünd hat hervorragende Voraussetzungen: Die Gemeinde verfügt im Tourismusbereich über eine überdurchschnittliche private und öffentliche Infrastruktur, die eine Prädikatisierung rechtfertigen würde. Exemplarisch sind hier die verschiedenen überörtlichen Radwege wie Kocher-Jagst-, Leintal– oder Bühlertalradweg, die zahlreichen Wanderwege, die hochwertigen Freizeiteinrichtungen oder die vielen Kulturveranstaltungen zu nennen. Aber auch private Freizeitmöglichkeiten wie der Campingplatz Hammerschmiede, die Draisinenbahn, KISS und das Heimatmuseum in Untergröningen, das Schlossensemble in Hohenstadt oder die Scheune in Leinroden sind exzellente Einrichtungen, um die Freizeit in Abtsgmünd sinnvoll zu gestalten. Die Gemeinde kann im Bereich des Fremdenverkehrs auf
21.
314 Übernachtungen im Jahr
2008 (Quelle: Statistisches Landesamt) verweisen. Tatsächlich übernachten aber deutlich mehr Gäste in Abtsgmünd, da mehrere Beherbergungsbetriebe nur acht und weniger Betten aufweisen und somit nicht meldepflichtig sind. Die Gemeinde ist bestrebt, die Besuchsmöglichkeiten in Abtsgmünd nachhaltig weiter auszubauen. Um Abtsgmünd als Destination in der Region noch besser vermarkten zu können, wäre die Anerkennung als Erholungsort sehr wertvoll.
Abtsgmünd hatte im Zuge des Anerkennungsverfahrens außerdem nachzuweisen, dass es sich um einen klimatisch bevorzugten Ort handelt. Dazu war ein entsprechendes Gutachten erforderlich. Die Gemeinde hat hierzu den Deutschen Wetterdienst, Abteilung Klima– und Umweltberatung in Freiburg mit der Erstellung einer Klimabeurteilung beauftragt.
Die eingereichte Klimabeurteilung stützt sich auf eine eingehende Ortsbesichtigung durch Dipl.-Met. Jochen Bläsing vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Die angegebenen Klimadaten resultieren aus Messungen und Beobachtungen repräsentativer Nachbarstationen des Deutschen Wetterdienstes (Ellwangen und Gschwend). Die bioklimatischen Verhältnisse im Raum Abtsgmünd werden mit Hilfe eines stochastischen Modells beurteilt.
Grundlage der Überprüfung der lufthygienischen Verhältnisse in Abtsgmünd war die Vorbeurteilung der Luftqualität nach einem standardisierten Verfahren in Verbindung mit einer Ortsbesichtigung. Dazu wurden Daten zu den örtlichen Emissionen (Verkehr, Hausbrand, Gewerbe) und zu den regional wirksamen Emissionen (Industrie, Kraftwerke) erhoben. In der Bewertung wurden auch der Einfluss der örtlichen Topographie und Flächennutzung auf die Durchlüftung sowie die großräumige Immissionsbelastung einbezogen. Die Luftqualität wird als hinreichend für einen Erholungsort bewertet.
Eine weitere Verbesserung der Luftqualität ist insbesondere in den Teilorten durch Maßnahmen zur Senkung der Heizungsemissionen zu erwarten. Hier besteht ebenso wie bei der Verkehrslenkung im Bereich des Kernortes Abtsgmünd und der Ortsdurchfahrt Untergröningen ein deutliches Entlastungspotenzial. Nichtsdestotrotz werden die zulässigen Grenzwerte für Luftkurorte und Heilklimatische Kurorte schon jetzt nahezu erreicht. Die für den Raum Abtsgmünd mittlere Jahressumme der Niederschlagshöhe von rund
830 mm hebt sich von den Staulagen des Welzheimer Waldes deutlich ab. So liegt die mittlere Jahressumme der Niederschlagshöhe in Gschwend bereits bei rund
1.
050 mm.
Nach Abschluss des Gutachtens kann zusammenfassend festgestellt werden, dass Abtsgmünd die klimatischen und lufthygienischen Anforderungen an das Prädikat „Erholungsort“ erfüllt. Aus bioklimatischer Sicht wurde daher die Anerkennung der Gemeinde Abtsgmünd mit allen Ortsteilen als Erholungsort vom Deutschen Wetterdienst befürwortet.
Der beim Regierungspräsidium Stuttgart errichtete Fachausschuss wird am
14. Juli
2010 zu einer Ortsbesichtigung nach Abtsgmünd kommen. Auf Grundlage der daran anschließenden Empfehlung wird der Regierungspräsident die Prädikatisierung aussprechen.
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