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» Sport | Montag, 03. Mai 2010

Handball: Relegationsspiel um den Aufstieg in die Landesliga der Frauen /​Bettringen spielte gestern abend 23:23 gegen Lonsee

Im Hinspiel der zweiten Relegationsrunde um den Aufstieg in die Landesliga erzielten die Bettringer Handballdamen gestern abend gegen die HSG Lonsee-​Amstetten ein 23:23. Und das, obwohl die Gäste im ersten Durchgang bereits mit sechs Treffern und im zweiten Abschnitt nochmals mit vier Toren davongezogen waren. Von Axel Emele

In der Bettringer Uhlandhalle war alles für ein spannendes Relegationsspiel hergerichtet: Die Ränge waren bestens besetzt und unter lautstarkem Applaus liefen vor dem Anpfiff beide Teams komplett auf das Spielfeld. Danach markierten dann die Gäste der HSG bereits nach zehn Sekunden durch ihre stärkste und treffsicherste Spielerin, Ute Konhäuser, den ersten Treffer, ehe die SG eine Minute später vorerst zum letzten Mal den Ausgleich erzielte.
Gegen die körperlich deutlich überlegenen Gäste tat sich die Bettringer Abwehr in der Folgezeit enorm schwer. Denn einerseits stand Lonsee in der Abwehr dicht gestaffelt und ging dort auch sehr robust zu Werke, andererseits gelang es der SG nicht, die Kreise von Konhäuser erfolgreich zu stören, die gekonnt entweder ihre Mitspielerinnen im Rückraum oder ihre Schwester Eva am Kreis einsetzte. Nach elf Minuten führte Lonsee-​Amstetten mit 5:2 und Trainer Schurr versuchte in der Auszeit, sein Team neu einzustellen.
Fortan wurde Konhäuser in kurze Deckung genommen, doch die Bettringer Abwehr versäumte es, enger zusammenzurücken und so kamen die HSG-​Spielerinnen immer wieder völlig freistehend zum Wurf. Zusätzlich agierte Bettringen in der Folgezeit bei seinen Angriffsbemühungen ein wenig unglücklich, und Lonsee hatte keine Mühe, die Fehler der SG zu bestrafen. Nach 20 Minuten führten die Gäste mit 10:4 und sahen wie der sichere Sieger aus. Dann ging ein Ruck durch das Bettringer Team. und nach drei Treffern in Folge war die SG wieder auf Schlagweite. Noch einmal konnte Lonsee den Vorsprung auf vier Tore vergrößern, doch binnen neunzig Sekunden markierte die SG drei Tore hintereinander. Mit 10:11 gin es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel war die Begegnung an Spannung nicht mehr zu überbieten und es wurde ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Zunächst bejubelten die Bettringer Anhänger den 11:11 Ausgleichstreffer, doch wie schon im ersten Durchgang hatten die Gäste die passenden Antworten parat und gingen wieder mit zwei Toren in Führung. Die Bettringer Abwehr blieb weiterhin anfällig und die in kurze Deckung genommene Konhäuser brachte es nach wie vor fertig, durch einstudierte Laufwege Akzente zu setzen. Als Bettringen dann in numerischer Überzahl einen Strafwurf kassierte, der zum 13:16 verwandelt wurde, schien die Partie endgültig gelaufen.
„Jetzt erst recht“ lautete aber das Motto der SG, die nun das Tempo nochmals deutlich erhöhte und binnen fünf Minuten den Ausgleich zum 18:18 herstellte. Als dann zwei Minuten später erstmals die Führung gelang, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. Erneut kam Lonsee wenige Augenblicke später zum Ausgleich und nun hatte es den Anschein, als hätten die Bettringerinnen im Rahmen ihrer Aufholjagd zu viele Kräfte gelassen. Zwei unkonzentrierte Abschlüsse sowie einen technischen Fehler im Angriff nutzte die HSG, um in der 52. Minute wieder mit 23:19 in Führung zu gehen.
Trainer Arnold Schurr griff zur grünen Karte. Im Anschluss an die Auszeit wirkte die SG deutlich präsenter. Aber erst als Bettringen vier Minuten vor dem Ende den Treffer zum 20:23 erzielt hatte, geriet wieder mehr Bewegung in das Geschehen. Was dann jedoch folgte, war eine geschlossene Demonstration der Gastgeberinnen: Binnen neunzig Sekunden erzielte die SG drei Tore in Folge zum 23:23 und hatte unmittelbar nach dem Anspiel der HSG sogar die Möglichkeit, durch einen vorzeitige Ballgewinn den Siegtreffer zu landen.
Doch das Leder verließ erst Bruchteile nach dem Abpfiff die Hand der Bettringer Schützin und so endete die Partie mit einem leistungsgerechten 23:23.
Trainer Arnold Schurr (SG Bettringen): „Unsere Mannschaft sah zwei Mal wie der sichere Verlierer aus und kam zwei Mal zurück: Wir haben eine ungeheure Moral bewiesen und das musste ich dem Team auch sagen. Vielleicht können wir so genügend Motivation aufbringen, um in Amstetten nochmals eine ähnliche Leistung zu zeigen. Aber prinzipiell hatten wir heute einfach zu schlechte Würfe angebracht, die alle gnadenlos bestraft wurden. Auch die robuste Abwehrarbeit der HSG war für uns ungewohnt.“
Trainer Gerhard Bantleon (Lonsee-​Amstetten): „Die Ausgangsposition hat sich für uns nicht verschlechtert, schließlich haben wir ja nächsten Samstag ein Heimspiel. Als wir mit vier Toren vorne lagen, agierten wir viel zu nervös und wollten immer noch eins draufsetzen. Ute und Eva Konhäuser waren heute wieder eine wichtige Achse. Dennoch glaube ich, dass wir einen Punkt verloren haben.“
SG Bettringen: Schurr, Scherr (Tor); Pfitzer (8/​3), Schwarz (1), Stadelmaier (2), Hetzel, Bonath (1), Grüner (2), Krieg (3), D’Annunzio, Waibel, Ocker, Sigloch, Donner (6)
 

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