Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai mit Kulturfest auf dem Johannisplatz
Gut besucht war in diesem Jahr die Kundgebung des DGB zum 1. Mai auf dem Johannisplatz. Unter den vielen Besuchern konnte man u.a. auch den Bundestagsabgeordneten der SPD, Christian Lange, die Bürgermeister Dr. Joachim Bläse und Klaus Maier sowie den 2. Bevollmächtigten der IG Metall Gmünd, Peter Müller, begrüßen.
SCHWÄBISCH GMÜND (kos). Regionalsekretär Wolfgang Klook begann seine Rede zum
1.Mai mit dem diesjährigen Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes: „Wir gehen vor! Gute Arbeit — Gerechte Löhne — Starker Sozialstaat“. Zum ersten Thema „Gute Arbeit“ stellte er fest, die Krise sei noch nicht zu Ende. Im April seien in Schwäbisch Gmünd rund
4300 Menschen ohne Arbeit, das wären
360 mehr als vor einem Jahr. Doch der befürchtete starke Anstieg der Arbeitslosigkeit sei bisher verhindert worden weil kurzfristig betriebliche Werkzeuge wie Beschäftigungssicherungsverträge, Kurzarbeit oder Altersteilzeit genutzt wurden.
Viele Betriebe und Unternehmen hätten verbesserte Möglichkeiten für Kurzarbeiter genutzt und so im Ostalbkreis ca.
3000 Arbeitsplätze gesichert. Die Gewerkschaft helfe, Beschäftigung dadurch zu stabilisieren, dass sich Kolleginnen und Kollegen in auftragsschwachen Zeiten weiterbilden und qualifizieren könnten, und man habe auch Ideen, wo neue Aufträge herkommen können: Deutschland habe zum Beispiel einen gewaltigen Investitionsbedarf im öffentlichen Sektor. Öffentliche Gebäude wie Schulen und Universitäten zu sanieren und zu modernisieren, in Umwelt und Infrastruktur zu investieren seien sinnvolle Maßnahmen, die Arbeitsplätze erhalten können und noch dazu einen nachhaltigen Effekt hätten.
Sodann forderte Klook mehr Investitionen für die Bildung. „In Menschen und Arbeit muss investiert werden und nicht die Finanzierung von Arbeitslosigkeit.“ Die Gewerkschaften würden sich gegen die Krise stellen und helfen, sie zu überwinden. Klook stellte fest, nicht die Arbeitnehmer hätten die Krise verursacht. Es brauche einen starken Sozialstaat, um den unverschuldet in Not geratenen Menschen zu helfen. Und: „Den Zockern und Spekulanten müsse die Rechnung präsentiert werden.
Der Redner forderte ein Umdenken in der Gesellschaft. Da müsse Respekt vor den Menschen an die Stelle von Gier und Schamlosigkeit treten. Es brauche deshalb eine neue und nachhaltige Form des Wirtschaftens und eine sichere Beschäftigung und gute Tarifverträge.
Klook bemängelte, dass Leiharbeit nach wie vor eine extreme Niedriglohnbranche sei. „Wir brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag.“ Deshalb mache der
DGB gegen die Ungleichbehandlung der Leiharbeitnehmer und die Missstände in der Leiharbeit mobil! Das wichtigste Mittel um menschenwürdige Löhne durchzusetzen, sei die Tarifautonomie. Nur Tarifverträge könnten den Menschen mehr Geld ins Portemonnaie bringen. Auch brauche es eine untere Lohngrenze, weil Arbeit nicht arm machen darf und die Würde der arbeitenden Menschen gewahrt werden müsste.
Der
DGB streite für einen starken Sozialstaat, der die Lebensrisiken Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter und Pflege verlässlich absichert und sozialen Aufstieg durch Bildung und Arbeit ermöglicht! Nach wie vor halte der
DGB an vier Grundüberzeugungen fest: Arbeit ist kein Privileg, sondern ein Recht für alle! Zu einer sozialen Wirtschaftsordnung gehört mehr Mitbestimmung und Teilhabe an den Unternehmen einfach dazu! Man dürfe für gute Arbeit einen fairen Lohn verlangen! Und man wolle einen starken Sozialstaat. Er schloss seine Rede: „Dafür setzen wir uns ein — am Tag der Arbeit und durchs ganze Jahr.“
Nach der Rede des Regionssekretärs des
DGB verdeutlichten Cynthia Schneider, die Jugendsekretärin der Gmünder IG Metall, und ihr jugendliches Mitspielerteam Sorgen, die den Jugendlichen angesichts ihres weiteren Fortkommens Kummer bereiten. Johannes Seitz vom Seniorenkreis der IG Metall beschäftigte sich mit den Anliegen der Rentner. Danach waren alle bei Bewirtung und einem Unterhaltungsprogramm zum weiteren Verweilen eingeladen.
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