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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 30. Mai 2010

Im Wäscherschloss wurde gestern das Programm der Staufer-​Erlebnistage 2010 vom 2. bis 6. Juni präsentiert

Warum die Gmünder im Wäscherschloss begrüßt haben? Weil sie den Löwenanteil der anstehenden Staufertage bestreiten, weil sie Lust machen wollen aufs Stadtjubiläum und das Stammland des schwäbischen Herrschergeschlechts. Weil es so viel gibt, was anzusehen und zu erleben sich lohnt.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Von Mittwoch bis Sonntag wird an fünf Stauferstätten lebendige Geschichte präsentiert, dafür machten alle Beteiligten gestern im Wäscherschloss Werbung. Es war überhaupt ein guter Tag, war doch „Hausherr“ Josef Hald vom Gmünder Amt für Vermögen und Bau mit einer frohen Botschaft gekommen: Eine halbe Million Euro wird für den Brandschutz im Wäscherschloss bereitgestellt; wenn alles gut geht, kann Pächterin Barbara Gotwik zu Beginn der Saison 2011 neu eröffnen – was wäre denn auch das „Stauferland“ ohne die Wiege der Staufer. Im Mittelpunkt standen gestern Bogenschütze und Mittelalterfreund Peter Steeb und seine Familie, die mit ihrem immer größer werdenden Bogenturnier am Rechberg die Staufertage auf den Weg gebracht und mit ihrer Begeisterung einiges möglich gemacht haben – nicht zuletzt recht ungewöhnliche interkommunale Zusammenarbeit.
Der Gmünder T&M-Chef Manfred Maile moderierte die Veranstaltung; Michael Schaumann vom Kulturamt machte Lust auf den kommenden Mittwoch, 2. Juni: Um 18 Uhr gibt’s eine etwas andere Führung zur Staufergeschichte – erzählt wird die Geschichte von Agnes von Hohenstaufen, ihrem verlorenen Ehering und der Gründung der Johanniskirche. Um 20 Uhr wollen Liedermacher Harald Immig, Ute Wolf und Klaus Wuckelt in der Johanniskirche mit Musik und Gesang zur Stauferzeit bezaubern. Der Eintritt ist frei, Spenden kommen der renovierungsbedürftigen Johanniskirche zu Gute.
Am 3. Juni gibt’s auf dem Hohenstaufen ab 15 Uhr geschichtliche Rückblicke, ab 16 Uhr eine Vorführung der Schwertkämpfer „Gemini Fratres“, die in einem Schauspiel unter anderem Kampftechniken des Mittelalters präsentieren.
Der darauffolgende Freitag, 4. Juni, bietet von 12 bis 20 Uhr im Wäscherschloss „erlebbare Geschichte und Kurzweyl“: Die Mittelaltergruppe Stauferhaufen zeigt Lagerleben, Schwertkampf, mittelalterliches Handwerk und Lagermusik, zudem Prangerstrafe, orientalischen Bauchtanz und Mittelalter-​Tänze zum Mitmachen. „Der Zauberspiegel“ sorgt mit Marionettenspiel für Unterhaltung. „Fagus und Fraxinus“ entführen in die Welt der Gaukler und Hofnarren, der Magier und Fakire. Um 20 Uhr steht ein Konzert mit der Gruppe Flaxdanz an. Den feurigen Abschluss bildet eine Show, bei der Feuerbilder in den Nachthimmel gezaubert werden. Das alles findet im Innenhof statt – das Wäscherschloss selbst, wie gesagt, musste geschlossen werden.
Ein Schwerpunkt der Staufertage ist der Samstag, 5. Juni, in Lorch, dessen Programm gestern von Hauptamtsleiter Oliver Tursic vorgestellt wurde: Um 11 Uhr gibt’s eine Sonderführung Friedrich II, um 13 Uhr widmet sich eine weitere Führung der „Rose ohne Dorn“, Irene von Byzanz. Um 15 Uhr heißt es in einer Sondergreifvogelflugschau „De arte venandi cum avibus“, über die Kunst mit Vögeln zu jagen; von Stauferkaiser Friedrich II. selbst stammt diese Falkner-​Bibel. Um 17 Uhr erläutert Maler Hans Kloss lebendig und mit viel Humor sein Stauferrundbild; um 19 Uhr spricht Stadtarchivar Simon M. Haag in der Klosterkirche über „Die Staufer und Lorch“; untermalt wird der Vortrag durch mittelalterlichen Gesang.
Zurück zu den Wurzeln:
Peter Steebs Bogenschützen
Rechbergs Ortsvorsteherin Anne Zeller-​Klein bedankte sich gestern herzlich bei Peter Steeb und den anderen historischen Bogensportlern, denen seit 2006 „Generalproben“ für die Aktionen zum Stauferjahr 2010 und zum Gmünder Stadtjubiläum 2012 zu verdanken seien. Am Sonntag, 6. Juni, gibt es ganztägig Führungen in der Stauferburg Rechberg. Experte Dieter Bliederhäuser will dabei die Teilnehmer mit allerlei Anekdoten zur Stauferzeit und Hintergrundwissen zur Burg unterhalten. Von 10 bis 16 Uhr heißt es wieder „Bogenjagd zur Stauferzeit“: Geschichte und Sport treffen sich an der Zugbrücke der Burg und an 28 Abenteuerstationen, wenn sich 200 historische Bogenschützen aus dem süddeutschen Raum auf die mittelalterliche Jagd auf „allerley gefährlich Getier“ begeben und mit Holzpfeil und Holzbogen um Pokale und nicht zuletzt natürlich um die Gunst des Publikum kämpfen.
 

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