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» Ostalbkreis | Dienstag, 04. Mai 2010

Landwirte hoffen auf Verständnis bei Spaziergängern

Mancher Spaziergänger muss auf Feldwegen einen Schritt zur Seite tun, um großen landwirtschaftlichen Maschinen Platz zu machen. Dafür bittet der Kreisbauernverband um Verständnis. Dem schließt sich die Stadt Gmünd an und appelliert auch an Hundebesitzer, die Felder und Wiesen der Bauern nicht als Hunde-​WC zu missbrauchen. Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND/​WALDSTETTEN. „Damit wir uns richtig verstehen: Wir wollen hier keine Frontstellung Bauern gegen Hundebesitzer aufbauen“, machte Oberbürgermeister Richard Arnold gestern beim Pressetermin mit dem Bauernverband in Waldstetten deutlich. Er selbst habe zwei Hunde, die aus einer spanischen Todeszelle gerettet wurden. Auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Schwäbisch Gmünd mag Hunde und hält Bernhardiner auf seinem Hof. Es gehe einfach darum, so der OB und der Bauernsprecher, dass aus hygienischen Gründen Hundekot nicht auf Flächen gehöre, die der Erzeugung von Nahrungsmitteln dienen. „Was die Innenstadt betrifft, muss man den Hundebesitzern ein großes Kompliment machen; die meisten sind sehr diszipliniert und hinterlassen keine stinkenden Tretminen“, so Arnold. Allerdings ist ihm sehr wohl bewusst, dass viele mit ihren Hunden an den Stadtrand fahren — und dort mit den berechtigten Interessen der Landwirtschaft in Konflikt kommen. Die meisten sicherlich unbewusst, obwohl es auch Leute gibt, denen es völlig egal ist, dass es für landwirtschaftliche Flächen während der Vegetationsperiode ein gesetzlich geregeltes Betretungsverbot gibt. „Manche werden sogar aggressiv oder reagieren unverschämt, wenn man sie höflich auf diesen Verstoß aufmerksam macht“, weiß Anton Weber aus Erfahrung.
„Dass viele Bürger so gedankenlos in dieser Hinsicht sind, liegt wohl vor allem daran, dass angesichts voller Supermarktregale und billiger Lebensmittelpreise der Produktion von Nahrungsmitteln auf heimischen Böden keine Bedeutung mehr beigemessen wird“, resümmiert Landwirt Weber und fügt hinzu: „Die wenigsten Leute wissen, dass Nahrungsmittel weltweit keineswegs im Überfluss verfügbar sind. Die Getreidevorräte auf der ganzen Welt würden nur für 60 Tage reichen, wenn plötzlich große Teile der Ernte ausfallen würden!“.
Hinzu komme — auch da sind sich Bauernverband und Oberbürgermeister einig — dass die idyllische Landschaft in der Heimat nur durch die Verwertung des Graslandes als Tierfutter erhalten werden kann. Wer die Landschaft so mag, wie sie ist, müsse als auch dazu beitragen, dass die heimischen Bauern sie durch ihre Produktion erhalten können. Dazu gehöre dann auch, dass man nicht als Erholungssuchender auf Feldwegen so parke, dass Bauern mit ihren Maschinen nicht mehr durchkommen. Heute seien eben die Traktoren mit ihren Anbaugeräten oft genauso breit oder sogar breiter als die Feldwege. Aber ohne solche Geräte sei eine rationelle Bewirtschaft der Felder, vor dem Hintergrund des immensen Preisdrucks, nicht machbar. „Und die Lohnunternehmer arbeiten in der Erntezeit rund um die Uhr im Dreischicht-​Betrieb — ddurch kann es ein einzelnen Tagen auch mal zu Lärmbelästigungen in der Nacht kommen, räumt Anton Weber ein und hofft auf das Verständnis der Bevölkerung.
 

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