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» Ostalbkreis | Dienstag, 04. Mai 2010

Schülerinnen und Schüler der Musikschule Tutajev waren zu Gast in Waldstetten

Begabte Schülerinnen und Schüler der Musikschule Tutajev waren zu Gast in Waldstetten. Die jungen Leute gaben ein Konzert, und sie freuten sich an 24 Stunden gelebte Freundschaft zwischen Russland und Deutschland .

WALDSTETTEN (rz). Durch die Arbeit des Fördervereins „Kinderheim Malachowa“ aus Waldstetten entstanden Kontakte zur Musikschule in Tutajev. So kam es zu einer Begegnung, die in dieser Form nur alle paar Jahre möglich ist; in Zukunft vielleicht auch gemeinsam mit der Musikschule Waldstetten. Nach Auftritten in Budapest, Wien und Prag erreichten die Mitglieder der Musikschule aus Tutajev am späten Freitagabend wohlbehalten und gut gelaunt Waldstetten – mit einer bereits aus den Vorjahren bekannten Verspätung, die auch zu den Besuchen gehört. Bürgermeister Rembold begrüßte die müden Reisenden im Rathaus, bevor sie auf die Gastfamilien verteilt wurden. Familie Schabel vom Oberen Stollenhof übernahm dankenswerter Weise Unterkunft und Verpflegung für 17 Personen auf dem Strudelhof bei Ottenbach, die restlichen 22 Gäste wurden bei Waldstetter Familien untergebracht.
Am Samstagvormittag unternahmen die Reisegruppe und ein Teil der Gastgeber eine Wanderung zur Wallfahrtskirche auf den Hohenrechberg. Ihnen schlossen sich weitere interessierte Waldstetter an.
Der von der Burg zur Kirche führende Kreuzweg aus dem Jahre 1891 wurde von Irmhild S. Betz-​Haberstock, der Vorsitzenden des Vereins „Kinderheim Malachowa“, den Besuchern aus Russland erklärt. Die russischen Jugendlichen ließen es sich nicht nehmen, die zwei jüngsten Deutschen, drei und sieben Jahre alt, in einem Bollerwagen auf den Berg zu ziehen. Nach schweißtreibendem Aufstieg erfreute sich Groß und Klein an einem für manche wohl ersten Eis in diesem Frühjahr.
Oben angekommen wurde die allseits bekannte Wallfahrts– und Pfarrkirche St. Maria besichtigt. Die Gäste betraten sie ehrfurchtsvoll und waren von den barocken Fresken und Skulpturen begeistert.
Zurück in Rechberg labte sich die Gruppe am hier so beliebten Briegel mit Leberkäse. Gestärkt, aber auch müde probten die Musiker dann noch für das am Spätnachmittag angesetzte Konzert. Die übrigen Teilnehmer der Gruppe führte Horst Blessing durchs Waldstetter Heimatmuseum.
Das Konzert am frühen Abend Uhr war ein großes Erlebnis. Mit Begeisterung verfolgten die Zuhörer die Darbietungen der russischen Musikschule. Beeindruckend waren sowohl die Interpretation russischer Volksmusik als auch die der Musik von Bizet, Tschaikowski, Dvorak und anderen. Die Musiker überzeugten in der Gruppe wie auch in ihren Parts als Solisten. Jeder beherrscht mindestens zwei Instrumente.
Oleg Tschernikov, der Sohn des Musikalischen Leiters der Musikschule und Dirigenten Michael Tschernikov, überzeugte mit seinem überragenden Können am Klavier ebenso wie die Instrumentalisten auf dem Gusli, der Domra, der Balalaika oder auf dem Knopfakkordeon. Auch Ishkahan Adzohyan, er stammt aus Armenien, spielte seine Geige virtuos und provozierte wahre Begeisterungsstürme.
Anhaltender Beifall der leider nicht sehr zahlreich erschienenen Zuhörer belohnte die Mühen der jungen Musikerinnen und Musiker: Man hätte sich, so Betz-​Haberstock, für das junge Ensemble mehr Interesse aus der Waldstetter Bevölkerung gewünscht.
Nach einem gemeinsamen Abendessen fuhren die russischen Gäste weiter zu Auftritten in Paris, Amsterdam und anderen Metropolen. So wurden in wenigen Stunden Freundschaften aufgefrischt, neue angebahnt und ein kleiner Beitrag zur Versöhnung geleistet. Ein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Treffen ermöglicht haben.
 

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