Die Gemeindewerke produzieren als Eigenbetrieb der Gemeinde Strom und helfen beim Energiesparen in öffentlichen Gebäuden
Man habe Leinzell schon als „grüne Kommune“ bezeichnet, erzählt Bürgermeister Ralph Leischner im Hinblick auf den Einsatz von Blockheizkraftwerk und Solaranlagen. Dieses vorbildliche Umweltbewusstsein hat allerdings auch wirtschaftliche Vorteile. Von Gerold Bauer
LEINZELL. „Wenn man als zentraler Schulstandort für umliegende Gemeinden fungiert, ergibt sich daraus ganz automatisch ein höherer Gebäudeaufwand“, erläutert der Leinzeller Schultes. Um den Schülerinnen und Schülern von Haupt– und Realschule gute Möglichkeiten für den Schulsport zu bieten, sind nämlich entsprechende Raum– und Hallenkapazitäten erforderlich. Darüber hinaus gibt es in Leinzell ein Lehrschwimmbecken, das nicht zuletzt von den Schulen intensiv genutzt wird.
Dies alles in der kalten Jahreszeit zu heizen, strapaziert naturgemäß den kommunalen Geldbeutel erheblich. Und da die Gemeinde Leinzell finanziell alles andere als auf Rosen gebettet ist (die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind zum Beispiel verschwindend gering), musste man sich im Rathaus etwas einfallen lassen. Die staatliche Förderung erneuerbarer Energien dient Leinzell als zusätzliche Einnahmequelle. Deshalb wurde auf zunächst auf dem Gebäude des Gemeindeverwaltungsverbands Leintal-Frickenhofer Höhe eine Photovoltaik-Anlage installiert. Dies bot sich an, weil das Gebäude ein neues Dach hat, welches perfekt in Richtung Süd-Südwest ausgerichtet ist und viele Stunden am Tag die Sonnenenergie einfangen kann. Die Solarzellen dort sind bereits am Netz.
Auch an der Realschule geht schon bald nicht nur Schülern ein Licht auf, wenn die Anlage auf dem Dach elektrischen Strom produziert. Auf dem Gebäudekomplex Kulturhalle/Sporthalle klettern die Installateure seit wenigen Tagen ebenfalls mit Komponenten für die Nutzung von Sonnenstrom herum. Ganz am Schluss bekommt dann das Hallenbad eine Photovoltaik-Anlage; doch davor muss das bisher nicht isolierte und auch bezüglich der Tragfähigkeit eventuell sanierungsbedürftige Dach gerichtet werden. Die Planung dafür ist fertig und die Maßnahme im Haushalt eingeplant.
450 000 Euro investiert die Gemeinde in Sachen Solarstrom. Aufgrund der Einspeisevergütung wird sich diese Investition jedoch schon in zehn Jahren amortisiert haben. „Ab dem elften Jahr machen wir Gewinn!“, freute sich der Schultes.
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