Die jetzt erfolgreich restaurierte Brunnenanlage stammt aus der gleichen Schmiede und Epoche wie der Gmünder Fehrle-Steg
Die Bürger im Stadtteil Herlikofen, gewiss auch Spaziergänger und Radausflügler von auswärts, dürfen sich in diesem Sommer auf eine nette Attraktion freuen: Ein neue Kneippanlage mit historischen Zutaten.
GMÜND-HERLIKOFEN
(hs). Ortsvorsteher Celestino Piazza stellte die neue und naturnahe „Wellness– und Gesundheitsoase“ der Rems-Zeitung vor. Und er verblüfft, mit welch bescheidenen Mitteln er und die Ortsverwaltung dieses Projekt in die Tat umgesetzt haben. Es sei, so meint er mit berechtigtem Stolz, damit gelungen, auch ein Stück Geschichte des einst selbständigen Dorfes zu bewahren. Denn die Kneipp-Anlage besteht aus der historischen Notwasserversorgung des Ortes, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts geschaffen wurde. Die Herliköfer trauten seinerzeit der öffentlichen Wasserversorgung noch nicht. Als Reserve wurde eine Quelle gefasst und das Wasser in einem großen Trog gesammelt. Der stand früher in der Nähe des Gasthauses Fuchs. Auch in extrem trockenen Sommern, so die Versicherung durch diesen Brunnenbau, sollte stets ausreichend Wasser für Mensch und Tier vorhanden sein. Dieser lange Bottich diente gewiss nicht nur als Tränke, sondern auch als „Dorffreibädle“. Schließlich waren solche leistungsfähigen Brunnen mit einem größeren Fassungsvermögen auch als Löschwasserreserve wichtig, sollte im Dorf der Rote Hahn sein Unwesen treiben. Ortsvorsteher Celestino Piazza wurde auf den eisernen Trog aufmerksam. Anhand von Fotos kann er deutlich machen, dass sich die übergroße „Badewanne“ in einem zunächst hoffnungslosen Zustand befand. Der Rostbefall hatte Löcher und Risse verursacht. Nicht zuletzt durch die Fachkenntnisse von Bauhofmitarbeitern gelang nun die Restaurierung und die Abdichtung. Nahe der kleinen Straße durch den Wald ins Schießtal und unter „sozialer Kontrolle“ von umliegenden Wohnhäusern und vieler Spaziergängern wurde nun das Schmuckstück aus der Dorfgeschichte einer neuen Verwendung zugeführt. Eine Kneippanlage ist eingerichtet, zu der auch eine kleine Grünanlage gehört. Der Wasserzufluss erfolgt — kostenlos — aus der alten Quelle, die mit Fassung und Zuleitung reaktiviert werden konnte. Celestino Piazza verweist auf Erzählungen von älteren Mitbürgern. Danach ist diese Quelle so ergiebig und zuverlässig, dass sie auch im Hochsommer nie austrocknet. Bemerkenswert auch: Der historische Kneipp-Trog stammt aus der gleichen Epoche und Schmiede (Schwäbische Hüttenwerke Wasseralfingen) wie der alte Fehrle-Steg in Gmünd. Es sei unglaublich schade, dass die Stadtverwaltung den historischen Fehrlesteg nicht rechtzeitig vor dem traurigen Verfall durch Rostschäden bewahrt habe. Er wäre gewiss ein Schmuckstück für die Landesgartenschau geworden. Dem schaffigen Ortsvorsteher ist durchaus noch zuzutrauen, dass er auch noch das Technikdenkmal Fehrle-Steg zwecks Rettung nach Herlikofen holt.
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