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» Ostalbkreis | Dienstag, 01. Juni 2010

Lehrfahrt der Waldbauern aus dem Leintal ins Allgäu

Zur traditionellen Lehrfahrt im Mai konnte FBG-​Vorsitzender Gotthilf Fischer die Teilnehmer im vollen Bus begrüßen. Wie stets war ein fachliches und kulturelles Programm geboten.

TÄFERROT (wb). Nach einer kurzen Pause in der Raststätte Illertal erreichte man am frühen Vormittag den „Biomassehof Allgäu“ bei Kempten. Es handelt sich um einen genossenschaftlichen Betrieb des Waldbauvereins Kempten, der eine Waldfläche von 9000 Hektar umfasst, die bis in die höchsten Lagen der Allgäuer Alpen hinaufreicht. Im Holzhof werden sämtliche Holzbrennstoffe vom Brennholz über Hackschnitzel, Anfeuerholz, Holzbriketts, Pellets bis hin zu Rindenmulch verarbeitet und verkauft.
Neben der vollautomatischen Holzspaltung beeindruckte besonders die neue Trocknungsanlage, in der das Brennholz in nur einer Woche getrocknet werden kann und somit einen schnelleren Verkauf ermöglicht. Wenn man bedenkt, dass die Trocknung im Freien neun Monate dauert, ist dies ein gewaltiger Fortschritt. Der dortige Geschäftsführer (ein cleverer Forst– und Geschäftsmann) erläuterte bei einer ausgedehnten Besichtigung den gesamten Betriebsablauf. Durch eine geschickte Geschäftspolitik konnten zahlreiche Industriebetriebe und Sägewerke in der Region vertraglich eingebunden und somit der Einfluss auf die Holzvermarktung gesichert werden.
Dann ging es weiter ins benachbarte Oberthingau zur Besichtigung der Firma GROWI-​Maschinenbau. Hier werden Holzspalter, Sägen, Rührwerke und Hydraulikelemente hergestellt. In dem Familienbetrieb mit solider Handwerkstradition konnte man sich von der Qualität der in Handarbeit gefertigten Geräte überzeugen.
Nach dem Mittagessen in einem Landgasthof in Unterthingau ging es weiter nach Memmingen, um die sehenswerte Altstadt der ehemaligen freien Reichsstadt bei einer Stadtführung kennenzulernen. Besonders erwähnenswert sind die Hexenturm aus dem 12. Jahrhundert, der Marktplatz mit seinen prachtvollen Gebäuden, der als einer der schönsten Süddeutschlands gilt, der Kreuzherrensaal, der Fuggerbau, das ehemalige Kloster des Antonieordens und die gewaltige Martinskirche in der Stadtmitte.
Nach so viel Kultur war eine Kaffeepause in einem der zahlreichen und schöne Cafés angesagt. Am Abend erreichte man wieder heimatliche Gefilde, wo im Gasthaus „Quelle“ in Attenhofen der ereignisreiche Tag seinen Abschluss fand.
 

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