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» Ostalbkreis | Sonntag, 13. Juni 2010

Einweihung des Mutlanger Forums: Aus einer dörflichen Gemeindehalle des vorigen Jahrhunderts wurde eine kleine Stadthalle

Aus alt mach neu und anders: Die Mutlanger Gemeindehalle ist wiedergeboren — in einem Format und einem Erscheinungsbild, das städtischen Ansprüchen genügen dürfte. Gestern fand der Einweihungsakt statt.

MUTLANGEN (rw). Die Gäste strömten nur so — sie alle fanden reichlich Platz. Die Halle kann maximal bis zu 1000 Personen fassen, mit Konzertbestuhlung noch 650, an Tischen 450. Den Habitus einer Mehrzweckhalle, in der es nach Sportlerschweiß und alten Matten müffelt, hat sie völlig abgelegt. Sie ist, auf den ersten Blick erkennbar, eine Halle für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen geworden, gestaltet mit einer klaren hierarchischen Staffelung: ein großzügiger Vorplatz mit langen Rampen und großzügigen Treppen, der, wie Bürgermeister Peter Seyfried betonte, offiziellen und repräsentativen Empfängen genügt, ein Foyer, das nicht bloß Durchgangsstation ist, besser nutzbaren Vereinszimmern und mit einem stark vergrößerten, neu aufgebauten Hallen-​Kubus als Kern. Dieser wartet unter anderem mit einer sehr passablen Akustik auf.
Fünfzehn Monate Bauzeit sind vergangen, in den letzten Tagen machte die vom langen Winter und vom nassen Mai beeinträchtigte Herstellung noch einen gewaltigen Ruck. Die Außenanlagen wurden fertig, allerdings sprießt im neuen, abgeschlossenen Innenhof noch kein einziger Grashalm. „Wenn ein Gebäude sein Erscheinungsbild und seine Inhalte so verändert, braucht es einen neuen Namen“, sagte der Bürgermeister. Der Gemeinderat habe sich mit großer Mehrheit für Mutlanger Forum entschieden.
Der Schultes begrüßte eine lange Reihe von Gästen, darunter MdB Norbert Barthle (CDU), MdL Stefan Scheffold (CDU), Landrat Klaus Pavel, die Bürgermeister-​Kollegin Rosalinde Kottmann aus Gschwend, die Schulleiter, die Vereinsvorsitzenden („die warteten lange auf diesen Tag“ und den Ehrenbürger und Alt-​Bürgermeister Heinz Hartmann, der noch ein ziemlich junger Schultes war, als er die Halle in den frühen 60-​er Jahren erbauen ließ. Er habe die Entwicklung von der Gemeindehalle zum Forum „wohlwollend verfolgt.“ Seyfrieds Dank galt den Architekten, den Bauleuten, Handwerkern und Gemeinderäten, „es war eine mutige Entscheidung.“ Dank galt auch den Instanzen, die mit Fördermitteln zum Werk beitrugen: dem Bund, der 840000 Euro aus dem Programm für energetische Sanierung beisteuerte, dem Land, das 60000 aus dem Landessanierungsprogramm beisteuerte. Und nicht zuletzt flossen 200000 Euro aus dem Ausgleichsstock „für arme Gemeinden des Landes“, summa summarum 1,1 Mio. Euro bei 1,7 Mio. Euro Eigenanteil der Gemeinde „ohne Darlehensaufnahme“ ; 2,8 Millionen insgesamt. Nicht zu vergessen die von den Architekten konzipierten Stahlskulpturen für die Außenanlage, gespendet von der Ortsmitte-​Stiftung. Architekt Frieder Wahl hob den hohen ästhetischen Anspruch der Halle und der Außenanlagen hervor, die klar organisierte Formensprache, die sich zurücknehmenden Materialien und Farben.
Es folgte der Reigen der Grußwortredner, beginnend mit Landrat Klaus Pavel, der scherzhaft angesichts der vorhandenen Infrastruktur die Stadt-​Erhebung Mutlangens anregte, über den Bundes– und den Landtagsabgeordneten bis hin zum Vereinssprecher Rainer Wagenblast. „Es liegt an uns allen, das Forum mit Leben zu erfüllen“, lautete dessen Botschaft. Pfarradministrator Frank Möhler sprach den kirchlichen Segen. Der Musikverein Mutlangen umrahmte und bot ein klangliches Zwischenspiel mit Saugglocke und Säge, die Mädchen vom TSV Mutlangen führten Sportakrobatik vor. Keine Sorge, dieses Haus wird genützt — schon am Sonntag, 19 Uhr, folgt das Einweihungskonzert mit Händels Wassermusik und Dettinger Tedeum.
 

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