Gmünder Städtepartnerschaftler in Székesfehérvár, wo die Gastgeber beispielhafte Gastfreundschaft zeigten
„Az ember ott van otthon, ahova a szíve húzza“ – Der Mensch ist dort daheim, wohin sein Herz ihn zieht“ – mit diesen Worten beschrieb der Vorsitzende der Gmünder Städtepartnerschaftler, Prof. Dr. Reinhard Kuhnert, mehrfach die Besonderheit der Gmünd-ungarischen Partnerschaft.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Auch wenn nur eine etwas kleinere Delegation des Gmünder Städtepartnerschaftsvereins (VSP) vom
26. Mai bis zum
6. Juni turnusgemäß (alle zwei Jahre seit
1991) in die ungarische Partnerstadt Székesfehérvár aufgebrochen war, trafen sie dort auf ihre ungarischen Freunde, die hohe Erwartungen an ihre gerade neu gewählte Regierung unter Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei (=Bund junger Demokraten) hatten. Vor allem die Kriminalitätsbekämpfung in Wirtschaft und Gesellschaft waren und sind die Hauptthemen der ungarischen Politik. Sie warben intensiv um Verständnis, das ihnen in den westlichen Medien nicht immer recht entgegengebracht wird.
Eine herzliche Einladung folgte gleich der anderen
Die Zusammenkunft war wieder einmal herzlich und freundschaftlich. Die große ungarische Gastfreundschaft durfte wieder erlebt werden. Die Gmünder waren stets ganztägig eingeladen – sei es von den jeweiligen Betreuungsfamilien, dem Partnerschaftsverein oder der Stadt Székesfehérvár. Typisch ungarische, äußerst schmackhafte Speisen, die Vielfalt der Weine und natürlich auch der „barack pálinka“ (Aprikosenschnaps) wurden ausgiebig genossen. Zweimal wurde sogar im Schloss zu Mittag gespeist: dabei wurden die Städtefreunde im Schloss Fehérvárcsurgo sogar von der Besitzerin, Angelica Gräfin Károlyi, willkommen geheißen und nach dem Essen durchs Schloss geführt. Andere Besuche führten die Gmünder zu einer Klosteranlage der Kamaldunenser in Majk (sprich:Meuk) und zum Beethovenort Martonvásár, wo er wohl seine „unsterbliche Geliebte“ umschwärmt hat. Dort ist auch eine international bedeutsame landwirtschaftliche Getreideforschnungseinrichtung untergebracht, deren Leiter die Städtefreunde führte. – Höhepunkt einer jeden partnerschaftlichen Reise ist der Empfang durch den Oberbürgermeister im Namen der Stadt. Tihamér Warvasovszky ließ es sich diesmal persönlich sich nehmen, die nun schon
19 Jahre dauernde Städtepartnerschaft zu würdigen und das ehrenamtliche Engagement der Bürger beider Städte wertzuschätzen. Gern werden er und der Partnerschaftsverein zum
20-Jährigen Geburtstag im kommenden Jahr nach Gmünd kommen. Besonders berührend war beim Begrüßungsabend das gemeinsame Gedenken an Gerhard Feigl, der erst vor kurzem verstorben war. Er hatte noch zusammen mit seiner Frau Gaby die Reise geplant.
Sigrid Starzinsky, die stellvertretende VSP-Vorsitzende, war dann für beide organisierend eingesprungen und hat in bewährter Weise ihre Sache sehr gut gemacht. Auch auf ungarischer Seite agierte eine neue Präsidentin: Erzsébet Igári — erfolgreich, wie das gemeinsame Fazit war. Der Woche in Székesfehérvár folgten noch drei Ausflugstage zum besseren Kennenlernen Ungarns. Das ist Programm des Städtepartnerschaftsvereins — auch Land und Leute besser verstehen lernen. So wurden die Erzbischofsstadt Esztergom am hohen Donauufer, die Hauptstadt Budapest, Esterhazy-Schloss Fertöd, das ungarische Versailles, Sopron (Ödenburg), das ungarische Rothenburg, (wo das „fekete Démon“ genannte Schwarzbier genossen wurde) – danach das burgenländische Eisenstadt und schließlich herbeigesehnt bei allerschönstem Wetter eine Kurzvisite im „schönen Wien“.
Einziger Wermutstropfen, so Kuhnert: Es hätten ein paar mehr Gmünder mitfahren können.
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