IHK-Vollversammlung sagt Unterstützung für das Projekt zu /Wolfgang Drexler referierte über Stuttgart 21
In der Sitzung der IHK–Vollversammlung konnte Präsident Helmut Althammer den Landtagsvizepräsidenten Wolfgang Drexler begrüßen, der als offizieller Sprecher des Bahnprojekts den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofes und die Neubaustrecke Wendlingen — Ulm vorstellte.
OSTWÜRTTEMBERG
(pm). Präsident Althammer betonte die Wichtigkeit des ehrgeizigen Projekts auch für die Region Ostwürttemberg. Das unter dem Begriff „Stuttgart
21“ bekannte Projekt sei nicht nur für die Landeshauptstadt von Bedeutung. Es gehe auch um die Anbindung Ostwürttembergs an die transeuropäische Bahnstrecke Paris-Stuttgart-München-Wien-Bukarest. Zudem sei es für die ostwürttembergische Wirtschaft entscheidend, den Raum besser an den Landesflughafen und die Neue Messe anzubinden. „Ostwürttemberg wird von dem Projekt besonders stark profitieren“, betonte Drexler. Die Fahrzeiten von Heidenheim über Ulm zum Stuttgarter Hauptbahnhof bzw. zum neuen Filderbahnhof verkürzen sich beträchtlich. Die Fahrzeit von Ulm zum Flughafen bzw. zur Messe wird statt
95 Minuten nur
24 Minuten betragen, zum Stuttgarter Hauptbahnhof statt
54 Minuten dann
28 Minuten. Entsprechend verringern sich die Fahrzeiten aus und nach Ostwürttemberg.
Wählt man die Fahrt zum Flughafen von Heidenheim aus über Aalen und Schwäbisch Gmünd, benötigt man statt mindestens
130 Minuten heute in Zukunft nur noch
82 Minuten. Dank der Durchbindung der Regionalzüge, die dann als direkter Metro-Regio-Express ohne Umsteigen von Aalen sogar bis nach Tübingen weiterfahren, verkürzt sich die jeweilige Fahrzeit also um
50 Minuten.
„Der größte Bruttowertschöpfungseffekt wird sich zwischen Heidenheim, Donau-Iller und der Bodenseeregion mit Friedrichshafen bis hin nach Lindau ergeben“ erklärte Drexler. Voraussetzung hierfür sei allerdings die Elektrifizierung und der durchgehend zweigleisige Ausbau der Süd– und der Brenzbahn.
„Bei dem Projekt Stuttgart
21 geht es nicht nur um den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs“, verdeutlichte Drexler. Drei weitere Bahnhöfe gehörten zum Projekt: der Filderbahnhof Flughafen/Messe, die S-Bahn-Station Mittnachtstraße und der Abstellbahnhof Untertürkheim.
Die Bahnstrecke Stuttgart-Ulm führt auf
38 Kilometern durch Tunnel, das Investitionsvolumen beträgt insgesamt
4,
1 Milliarden Euro, das von Deutsche Bahn, Bund, Land und Region Stuttgart getragen wird. Zudem fördert die
EU diesen Teil des transeuropäischen Netzes mit
220 Millionen Euro. Infolge des Projekts und der anschließenden überwiegend innerstädtischen Baumaßnahmen werden ca.
10 Milliarden Euro im Großraum Stuttgart investiert werden.
Der Umstieg von der Straße auf die Schiene werde attraktiver: Untersuchungen zufolge werden mit „Stuttgart
21“ rund
18 Millionen Personenfahrten mit
350 Millionen Pkw-Kilometern pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Das bedeutet eine Ersparnis von rund
70 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Weitere Informationen finden sich unter www.das-neue-herz-europas.de.
Die
IHK–Vollversammlung signalisierte ihre volle Unterstützung für dieses Europa-bedeutende Infrastrukturprojekt. Weitere Themen der Sitzung waren die Generalsanierung des
IHK–Bildungszentrums in Aalen, die regionale Ausbildungssituation sowie Prüfungsverfahren bei der Ausbildung.
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