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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 17. Juni 2010

Die Sozialberatung Schwäbisch Gmünd hat vielerlei Infos zum MPU-​Verfahren in einer Fibel zusammengefasst

Mit einer MPU-​Fibel möchte die Sozialberatung Schwäbisch Gmünd all jenen helfen, die mit Drogen am Steuer erwischt wurden und einige Hürden zu überwinden haben, möchten sie ihre Fahrerlaubnis wiedererlangen. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Mehr als 100 Autofahrer aus dem Ostalbkreis wurden im vergangenen Jahr mit Drogen am Steuer erwischt, was zum Entzug der Fahrerlaubnis führte. Die einzige Möglichkeit, den Führerschein wieder zu bekommen, ist die Medizinisch-​psychologische Untersuchung (MPU). Ein langjähriges Verfahren, wie die MPU-​Fibel zeigt.
Anja Prull-​Baltes von der Führerscheinstelle des Landratsamts in Gmünd spricht zudem von einer teuren Angelegenheit. So zahlt man allein für die erste MPU 570 Euro, insgesamt belaufen sich die Kosten auf 1200 Euro (Drogen-​Screening, MPU, Gebühren).
Um die Kosten so gering als möglich zu halten, rät Prull-​Baltes den Betroffenen, nicht unvorbereitet zu der Untersuchung zu gehen. Dazu beitragen soll künftig auch die MPU-​Fibel. Berthold Weiß, Suchtbeauftragter des Landkreises, spricht von einem kleinen Stern, „der da herausstrahlt“. Das Heft sei bundesweit auf dem obersten Level und vor allem deshalb wichtig, weil die Drogenprobleme in den vergangenen Jahren zugenommen hätten. Mit der Neukonzeption der Broschüre möchten die Verantwortlichen den aktuellen, rechtlichen Bedingungen gerecht werden. Deshalb sei es wichtig, mit den Hilfsangeboten nicht zu warten, „bis jemand ganz unten ist“, so Weiß. „Wir brauchen eine frühe Intervention.“
Bereits vor sieben Jahren konzipierte die Sozialberatung eine Informationsbroschüre zum Thema „Drogen im Straßenverkehr“. Für die Verantwortlichen gab es vor allem deshalb Handlungsbedarf, weil sich, so Dieter Strobel von der Sozialberatung, 90 Prozent der MPU-​Literatur mit Alkohol im Straßenverkehr befasst hat. Auch hätten über die Medizinisch-​psychologische Untersuchung „abenteuerlichste Geschichten kursiert“. Die Infobroschüre sollte Abhilfe schaffen und neutral, informativ sowie verständlich sein. Auch die Erfolgsquote, eine MPU zu bestehen, soll steigen. Statistisch fallen 40 Prozent der Betroffenen bei der ersten MPU durch. Oft fehlt die nötige Vorbereitung. „Manche sind auch uneinsichtig“, weiß Anja Prull-​Baltes.
Finanziell unterstützt wird die MPU-​Fibel vom Förderverein der Aktion Sichere Stadt mit 1500 Euro, insgesamt betragen die Kosten 6000 Euro. Dass die MPU-​Fibel mit bescheidenen Mitteln realisiert werden konnte, liegt, so die Verantwortlichen, auch an der Einbindung von ehrenamtlichen Helfern.

Die MPU-​Fibel mit einer Auflage von 1000 Stück gibt es in Gmünd beim Kontaktladen im Milchgässle 11, bei allen Suchtberatungsstellen, beim Landratsamt, im Bürgerbüro der Stadtverwaltung sowie im Internet unter www.sozialberatung–
gmuend​.de.
 

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