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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 17. Juni 2010

Walter Hafner starb am Dienstag kurz vor seinem 92. Geburtstag /​Auch durch den Stand beim Stadtfest sehr bekannt geworden

Über drei Jahrzehnte stellte er sein ehrenamtliches Engagement mit voller Kraft in den Dienst der Stadtjugendkapelle Schwäbisch Gmünd, deren Gründungsmitglied er war. Viele Ehrungen hat er dafür erfahren. Am Dienstag ist Walter Hafner sen. kurz vor seinem 92. Geburtstag gestorben.

SCHWÄBISCH GMÜND/​WALDSTETTEN. Zur Welt kam Walter Hafner am 23. Juni 1918 in Gaildorf. Sein Vater blieb im Ersten Weltkrieg, die Mutter starb an Krebs, als er vier Jahre alt war. Aufgewachsen ist er dann bei seiner Großmutter. Nach der Schule, 1933 bis 1936, ließ er sich zum Metzger ausbilden. In einer Tübinger Metzgerei mit Gaststätte kam noch die Ausbildung zum Koch hinzu.
In Korntal lernte Walter Hafner dann seine zukünftige Frau kennen. Der Zweite Weltkrieg brachte ihm eine ziemliche Odyssee von Tschechien über Frankreich nach Russland. Die zweite, heftige Verwundung hat ihm vermutlich das Leben gerettet; nach einem Aufenthalt im Lazarett blieb er in Deutschland stationiert.
Mit seiner Ella an der Seite, die er 1943 geheiratet hatte, arbeitete er als Geschäftsführer in der Korntaler Metzgerei seines verstorbenen Chefs, dann kurz in Stuttgart und schließlich schlug er in Gmünd bzw. Waldstetten endgültig Wurzeln. Hier leitete er die Schlecker-​Filiale in der Bocksgasse, dann übernahm seine Frau Ella die Normannia-​Gaststätte und er leitete die Abteilung „Feinkost“ bei Edeka in der Buchstraße.
Mittlerweile hatten die beiden fünf Kinder. Seine Jungs und das Nesthäkchen interessierten sich sehr früh für Musik, und so zählte Walter Hafner zu den Gründungsmitgliedern der Stadtjugendkapelle. Er war dabei, als das erste Übungslokal im heutigen Prediger-​Refektorium eingerichtet wurde – damals noch mit Lehmboden –, zog mit um in die Maria-​Kahle-​Schule und war ebenso selbstverständlich treibende Kraft, als es darum ging, eine der Schulbaracken auf dem Gelände der Polizei zu „organisieren“ und mit Hilfe der Amerikaner in die Weststadt zu transportieren. Wo die Stadtjugendkapelle bekanntlich noch immer daheim ist.
30 Jahre war Walter Hafner Vorsitzender der Gmünder Traditionsformation, wurde später ihr Ehrenvorsitzender. Er war Träger der Bundesverdienstmedaille und des Verdienstkreuzes des Internationalen Musikbundes CISM.
Gemeinsam mit seiner Frau, mit der er noch die Diamantene Hochzeit feiern durfte, hat er als Ruheständler auf ungezählten Stadtfesten einen Stand betrieben – auch deshalb kannten ihn so viele Gmünder.
 

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