Die GEW-Ruheständler begaben sich zur Weißenhofsiedlung
Im Rahmen des Jahresprogramms der GEW — Ruheständler war jüngst die „Weißenhofsiedlung auf dem Killesberg in Stuttgart das Ziel einer neugierigen Pensionärsgruppe.
OSTALBKREIS (fuc). Mit BWT (
5 auf ein Ticket) ging es nach Stuttgart, dann mit der U
7 zum Killesberg Endstation „Messe“, die es abgebrochen ist. Man sieht nur noch eine riesige Baugrube, die auf „Neues“ wartet. Ein Spaziergang führt zunächst auf den Aussichtsturm des alten Killesberg. Ein Rundblick auf das Stuttgart im Kessel entschädigt die kleinen Anstrengungen des Aufstiegs.
Das eigentliche Ziel, die Weißenhofsiedlung“ erreichte man am Naturfreundehaus Steinbergle vorbei, dem Neubau des vornehmen Augustinums (Seniorenresidenz); um rechtzeitig um
15 Uhr zur täglich stattfindenden Führung zu gelangen. Frau Schesmer von den „Freunden der Weißenhofsiedlung“ (www.weissenhofmuseum.de) empfängt dort im Haus Corbusier in der Rathenaustraße. In einem Schauraum ist die Siedlung im Modell aufgebaut:
Zwei Partner, Stadt Stuttgart und der Deutsche Werkbund, suchten nach dem Ersten Weltkrieg neue Lösungen zur Bekämpfung der Wohnungsnot und bereiteten dafür eine experimentelle Siedlung am Weißenhof vor.
Auf der Grundlage der städtebaulichen Planung von Ludwig Mies van der Rohe, der weitere renommierte Baumeister der Bauhauslinie wie Le Corbusier, Adolf Schneck, Pierre Jeanneret, J.J.P. Oud, L. Mies Van der Rohe, Mart Stam, Peter Behrens, Hans Scharoun, deren Bauten heute noch /wieder renoviert erhalten sind, zur Zusammenarbeit gewann, entsteht in kürzester Zeit die Siedlung als Demonstrationsprojekt. Über
500 000 Besucher strömen
1927 zum Erstbesuch und Eröffnung der Siedlung. Bauten von Walter Gropius, Ludwig Hilbersheimer, Bruno Taut, Hans Poelzig, Victor Bourgeois, Max Taut und Richard Döcker wurden
1944 durch Bombardierungen zerstört.
Nach der „Machtübernahme“ durch Adolf Hitler wurde die Bauhausbewegung und ihre Kunstrichtung als „entartet“ diffamiert, ihre Repräsentanten mit Berufsverbot belegt, verfolgt, zur Emigration gezwungen. Eigentlich sollte dann die Weißenhofsiedlung abgerissen und zu einem Wehrmachtkomplex „umgewidmet“ werden.
Anlässlich des
50. Jahrestages, am
23. Juli
1977, der Eröffnung der Werkbundsiedlung gründete sich der Verein „Freunde der Weißenhofsiedlung“ mit dem Ziel, sich für die inzwischen renovierungsbedürftigen Bauten und deren Wiederherstellung einzusetzen. Dabei waren noch zwei Beteiligte „der ersten Stunde“, Bodo Rasch und Mia Seeger. Heute nützen jährlich über
30 000 Besucher die Informationsquelle des Vereins im Haus Le Courbusier und die ausgezeichnete Führungen,
z.B. von Frau Schmeser.
Nach einer gemütlichen Einkehr wanderten die Ruheständler über das Gelände der ehemaligen Bundesgartenschau durch das Löwentor, den Rosensteinpark, an der Wilhelma vorbei und über den Neckar zum Bahnhof nach Bad Cannstatt. Erschöpft aber voller Eindrücke und schöner Aussichten kam man wieder nach Aalen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd nach Hause.
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